LYRISCHE ENTSCHULDIGUNG EINES POETISCHEN MISFITS

Gedicht zum Thema Schreiben

von  hermann8332

LYRISCHE

ENTSCHULDIGUNG

EINES POETISCHEN

MISFITS


Was ich in Verse manchmal

so unverblümt berichte


von Freiheit , Unabhängigkeit

von Selbstbewußtsein, Stolz


und Individualität


von Wagemut und Chuzpe


die rücksichtlos auch über

Leichen geht


Ach Traum ists leider,

nur Gedichte



Und doch geht man mir mir

schwer ins Gerichte


nennt mich

brutal , vulgär und ordinär


und zürnet

meinem lästerlichen Mund


Von Kitsch , Klischee

und Konformismus


von blödem Gutmenschtum

und Moralismus


von Wokheit

und Korrektness


gibt er recht unverschämt

so gerne kund


O Leser laßt den strengen Ernst

sich mildern


auf daß nicht


Ernst noch

zur Verblödung werde


und aus der Blödheit

wieder Ernst entspringe


wenn ich meine Schmählyrik

für euch singe



Des Dichters Seele

ruhet schlummernd


und unbeteiilgt oft


als lyrisches Ich

im Kühlen


das ruhet :


- nur in sich -


Indes die Teufelsgeige

hänget in den Bäumen


und raue Böen in den

derben Saiten wühlen


während die Harfen

der schöngeistigen Poeten

in abgestanden Lüften

süßlich klingen


auf kitschig oder

irr verquaste Weise


als tropfe aus den Ästen

die akustische Scheiße


und wird erhört

als Harmonie


und nicht als

dumme Kakophonie :



Doch nur

Gemüts-Scheiß-Lyrik

die ist sie …



Wo, du Schmierant,

bleibt denn das Positive ?


fragt man mich


Aufs positiv Langweilige

ist geschissen

denn man will mehr

vom Negativen wissen


von jener Kraft,

die Böses sagt


doch künstlerisch

das Gute schafft


und so

als wertvoller

sich erweist


Ja, weiß der Teufel

wo es bleibt ...


Ich schwör es euch:


Ich hab es

nicht verspeist


und hab es mir

nicht einverleibt !






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