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Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil Spender bin." (Rudolf)

Wie fdöobsah zu keinVerlag.de fand

 

Als ich eines Herbstens döste, mich von meinen Träumen löste,
Poesie im Netz zu finden, kam es mir auf einmal vor,
als vernähm’ ich hinter Toren so genannter Lyrikforen,
was nicht nur aus Not geboren aus den Seelen quoll hervor.
Ja, mir klangen stolze Weisen künstlerischer Kraft im Ohr,
die ich zu ergründen schwor.

Ach, ich glaub, es wurd’ Dezember, als ich einmal mehr als Member
eines Forums ausgeschlossen, mich zum Rufer auserkor.
Denn was hofften diese Blinden unter Lyrikern zu finden?
Warum mussten sie sich schinden? Niemals stiegen sie empor!
Und so logen sie den andern und sich selbst nur etwas vor,
ob in Strophe oder Chor.

Ich beschloss, das abzuändern, in verschiedenen Gewändern
in die Foren einzutauchen, als sei ich des Schwimmbads Chlor.
Solches sollte mir gelingen, denn ich konnte Worte zwingen,
sich in Reime einzubringen und in Verse, doch zuvor
ließ ich diese freundlich klingen, denn so stellt man sich dort vor.
Ach, ich Narr, ich armer Tor!

Denn obwohl ich randalierte wie Ranicki, man hofierte
was ich schrieb und meine Launen. Bald schon war ich Toreador,
packte an den Hörnern Stiere, sprach: „Sobald ich kritisiere,
streckst du von dir alle Viere, trägst du nur noch Trauerflor!“
Solches kam in allen Foren allen Toren spanisch vor
und doch hörte ich: „D’accord.“

Nicht von Allen, nicht von Vielen, aber doch genug zum Spielen,
weil die anderen meist schwiegen, gut verschanzt im Forumsfort.
Wer nicht kämpfen will, muss bangen: Mitgefangen, mitgehangen!
Vielen ist es so ergangen, Bariton und Bass, Tenor.
Stumme Stimmen aller Lagen klagten lautlos: „Tout alors,
geht zum Teufel, wer geht vor?

Kaum zurück in meiner Kammer, packte jedes Mal der Jammer
mich an Haupt und an den Gliedern, weil ich vor Vergnügen fror.
Denn die Kunst war nicht erbaulich, viele Reime nur noch traurig
und der Inhalt meistens schaurig, doch wenn ich die Vögel schor,
ließen eitle Pfauen Federn: In Schwarz-Weiß anstatt Kolor
traten Brathähnchen hervor..

Deren Brüste aber blieben stolzgeschwellt, die Schwärme trieben
auch fortan ihr Spiel, das Sieben kam mir überflüssig vor.
Selbst durch noch so weite Maschen, passte keine dieser Flaschen
und nicht wirklich überraschen konnte mich ihr lauter Chor:
„Poesie spricht von Gefühlen, da bist du weit außen vor!
Also troll dich, dummer Mohr!“

Das nun tat ich zur Genüge, nutzte eine kleine Lüge,
um mich neu zu registrieren und kam so durchs Hintertor.
Krallte mir die dicksten Spatzen, machte Faxen, zeigte Fratzen,
stahl die Haartracht von den Glatzen, schlug vernehmlich ins Kontor.
Und nach jedem Füsilieren, war ich schneller als zuvor
friesisch froh: Ick bün all dor!

Doch die Witze waren kläglich, wenn nicht sogar unerträglich,
auch wenn ich mir wie der Rabe im Gedicht von Poe kam vor:
Sah mich selbst auf Pallas Büste, tat gern so, als wenn ich wüsste,
was ein Dichter wissen müsste. Polternd, stürmisch, wie Gott Thor,
ließ ich meine Weisheit blitzen, kam den kleinen Lichtern vor,
wie ein lichter Meteor.

Dachte ich, doch solches Denken, kann die Schritte rückwärts lenken,
kann dich in die Irre leiten, durch den Nebel in ein Moor,
das beim kleinsten Fehltritt deine jungen oder alten Beine
schluckt, als hättest du gar keine, wie die Leichen in dem Moor,
die man früher dort versenkte, dass sie bleiben wie zuvor,
unverändert im Dekor.

Wie ein Totenvogel saß ich in den Foren und dort fraß ich,
was mir ungereimt geblieben sperrig einging in mein Ohr,
meine Sinne nicht zu streicheln, meiner Seele nicht zu schmeicheln,
meinen Geist nicht zu bespeicheln wusste. Konnte? Denn bevor
etwas Gnade finden konnte in dem schmalen Korridor,
war der Rabe noch davor.

Wie bei Poe sprach nur der Dichter, doch der Rabe war der Richter
allen Sehnens, allen Flehens, mit nur einem Wort. Sonor
ließ ich über Klingen springen, was da sang. Sie alle gingen
mir am Arsch vorbei. Gelingen konnte keinem Matador,
mich zu Mitgefühl zu bringen, denn sie brachten Texte vor,
die mir mundeten wie Soor!

Ach, ich war im Nichtgefallen so befangen, wie befallen,
konnte kein Gefallen finden an dem Abfall. Mir gefror
jede freundliche Bewegung, jede mitleidige Regung,
jede lyrische Zerlegung zum Verriss. Aus vollem Rohr
schoss ich Spatzen mit Kanonen, war im selben Krieg Major
und auch Schütze Arsch mit Ohr.

Denn inmitten all der Schlachten, die tatsächlich nichts erbrachten,
außer kritteltauben Ohren, stieg mein wilder Schrei empor:
„Was hat denn euch Würmern allen, an der Lyrik je gefallen?
Warum lasst ihr selbst erschallen, was so krächzend klingt im Ohr?
Bin nicht ich, seid ihr die Raben?“ Und dann krächzten sie im Chor:
„Wir sind du, du Narr, du Tor!“

„Oh, ihr Untergangspropheten“, sah man Hände ringend beten
mich in selbstgerechter Pose: „Welches Los seht ihr mir vor?
Sagt mir, gilt denn euer Streben hier im Netz und auch im Leben
nicht, euch selbst und mir zu geben Klarheit, Wahrheit? Aber vor
allem andern reine Reime? Sprecht! Ich spreche es euch vor!“
Doch da schwieg der Rabenchor.

„Oh, ihr Untergangspropheten“, hob ich wieder an zu beten,
denn die ganze schwarze Chose kam zu lächerlich mir vor.
„Sagt mir eins noch, faule Bande, dann komm ich allein zurande:
Seid ihr ehrlich außerstande, Reime aus dem Reimtresor
an das Licht der Welt zu holen, holt ein andrer sie hervor?“
Wieder schwieg der Rabenchor.

„Dann lasst mich von euch nun scheiden, mich mit eignen Federn kleiden“,
sprach ich, stumpf und abgestoßen, wie ein alter Louisdor.
„Eure Kreise nicht mehr stören, eure Weisen nicht mehr hören,
will ich mich nun selbst betören!“ Also sprach ich und beschwor,
mir sei einzig noch gestattet, auszuscheiden aus dem Chor:
„Weiß nicht, was ich hier verlor.“

Doch die Foren ewig locken! Auch wenn hier die Raben hocken,
muss ich immer wiederkehren, weil ich nie den Zwang verlor,
einen Göttervers zu schmieden, der das Federvieh zufrieden
zum Verstimmen bringt hienieden. Aber ach, ich stell mir vor,
wie sie angesichts entschieden und mit zynischem Humor
lächelnd krächzten: „Nevermore!“





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