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Ihr letzter Traum...

Gedicht zum Thema Tod


von Fuchsiberlin

Ihre traurigen Augen schauten
auf das zerbrochene Glas am Boden.
Wasserklare Träume,
die in der weichen Erde versickerten.

Ein letzter Traum floß ihre Tränen hinunter
und zerplatzte auf dem Grund.

Ihre große Sehnsucht nach Liebe,
ein im Herzen gefühlter Brief,
doch es kam nie eine Antwort in ihrem Herzen an,
kein Wort
und auch kein Paket mit geschenkten Traumgaben.

So schaute sie ewig lange auf den Boden,
stumm, starr und doch war es in ihrem Herzen laut,
aber die Melodie zum Tanzen ertrank im Seelenblutfluß.

Irgendwann verließ sie diesen Ort,
und lief gen Horizont.

Kein...
...Lächeln, welches sie auf ihrem Weg auffing,
...Schmetterling, der sie zärtlich berührte,
...Sonnenstrahl, der sie anlächelte.
...sanfter Wind, der sie streichelte.
...Vögel, der zwitscherte.

Kein Mensch...

Vielleicht hätte sie sich dies allles
noch einmal gewünscht,
auf ihrem letzten Weg gen Welt fern aller Träume.

In ihren Träumen wollte
sie nur auf der Sternenbrücke tanzen,
auf dem weichen rosenblättrigen Untergrund
Arm in Arm mit jemanden
auf dem Ball der Liebe
die Träume zur Wirklichkeit werden lassen.

Doch so stand sie einstmals Tag für Tag
auf dem harten Boden der Brücke,
und der Fluß unter ihr schien sie auszulachen.

Eine Brücke als Verbindung,
doch jeder, der diese überquerte,
lief an ihr vorbei.

Das Schwert der Zeit durchtrennte
die Möglichkeit zum miteinander reden.
"Keine Zeit...",
und so blieb sie allein dort stehen.
Die Träume verkrochen sich
in der Welt ihres einsamen Herzens.

Keiner,
der für sie ein Feuer der Hoffnung entzündete,
ein kleiner Funke hätte doch schon gereicht.

Ihr Leben bestand immer mehr
nur aus einem Fluchtweg
und doch auch aus
einer großen intensiven und unerfüllten Sehnsucht.

So suchte sie immer wieder diese Brücke auf,
in der Hoffnung,
dass jemand eine Verbindung zu ihren Träumen erschaffen würde.

Nun, auf ihrem Weg gen Horizont,
stand sie wieder auf ihrer Brücke.

Augen-Blicke versanken immer mehr
in dem Fluß unter ihr,
der dankend ihre Tränen aufnahm.

Ihre Sehnsucht wurde zum Feuerinferno,
Glutfunken tanzten ein letztes Mal auf dem Brückengeländer,
das Glas zerbrochen, Träume zerstört
und verschwunden im Untergrund der Unerfüllbarkeit.

Die Hoffnung auf dem kalten steinernen Boden
stieß einen letzten Atemzug aus.

Sie sprang von der Brücke.

Jörg S.

Anmerkung von Fuchsiberlin:

Ich schrieb mal wieder ein Gedicht zur Thematik "Suizid".
Es sterben immer noch mehr Menschen in Deutschland durch einen Suizid als durch einen Verkehrsunfall.

Tausende Menschen begehen jährlich in Deutschland
einen Suizid. Zusätzlich gibt es zehntausende von Suizidversuchen in Deutschland, Jahr für Jahr.

Und 8 von 10 Suizidanten sprachen vorher unmißverständlich über ihre Absichten.

Es existieren leider immer noch viele Vor-und/oder Fehlurteile bezüglich eines Suizids, Suizidgefährdeten und Suizidanten.

Quelle und Infos: Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (http://www.suizidprophylaxe.de/)


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von seelenliebe (52) (24.05.2010)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Fuchsiberlin meinte dazu am 25.05.2010:
Liebe Anne,

ich glaube, durch vieles, was ich von Kindheit an erleben mußte, sehe ich manches mit einem anderen Blick, und dies prägte mich.

Den letzten Satz wollte ich extra als Abschluß einfügen, damit kein Miss- oder Unverständnis entsteht bzw. eine Felinterpretation des Inhalts.

Ich danke Dir sehr für Deine Worte und Deine Empfehlung.

Ganz liebe Grüße und einen wunderschönen Wochenstart wünsche ich Dir
Jörg
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Kommentar von Gitana (41) (24.05.2010)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Fuchsiberlin antwortete darauf am 25.05.2010:
Hallio Gitana,

ja dieses Thema gehört zu den Themen, über die viele nicht reden oder schreiben...Als ob es ein Tabu darstellt, drüber zu reden, dabei gehört auch diese Thematik zu den gesellschaftlichen Problemen.

Es existieren durchaus diese Brücken, manchmal werden sie nicht mehr gesehen, weil sie im Nebel der großen Verzweiflung und des Schmerzes und der Trauer verschwanden...

Ich danke Dir sehr für Deine Worte und Deine Empfehlung und wünsche Dir einen wundervollen Wochenstart.

Ganz liebe Grüße
Jörg
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Fuchsiberlin
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Veröffentlicht am 24.05.2010. Textlänge: 359 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.253 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.01.2021.
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