Gest.rand.et

Skizze zum Thema Ausweglosigkeit/ Dilemma

von  ZornDerFinsternis

Und du lässt mich gehen.
Lässt dich geh'n...

Bleierne Schwere
pflügt sich
durch Schädel
und Herz.

Die welken Blumen
hast du niedergelegt.
Schmücken nun
das Kindergrab.

Und du ließt mich gehen.
Lässt dich geh'n...

Tränenverschmiert
starrst du mich an.

An deinen Händen
klebt Blut.
Sind Narben.
Dreck.

In deinem Haar
Asche
und Straßendreck.

Und du hast mich gehen lassen.
Hast dich gehen lassen...

Blaue Flecke.
Totenblasse Haut.
Stumme Worte.
Zerrissene Lippen,
die keine Worte malen.

Wüsste ich nicht,
wer mir gegenüber stünde...
ich hätte dich nicht erkannt.

Narben.
Schnitte.
Tiefdunkle Augenränder.

Du stinkst nach Alkohol.
Wodka.
Korn.
Whisky.
Und Bier.

Stehst unsicher.
Mehr als das.
Gehst wieder unter.

Und du spottest.
Greifst nach der nächsten
Zigarette.

Bittest offensichtlich
um ein anderes Dasein.
Eine andere,
weniger schmerzende Welt.

Und dieser Augenblick
er bringt mich um.

Und du hattest mich gehen lassen.
Hast dich aufgegeben...

Dein Lächeln
hast du irgendwo
in Suff und Dreck
eingebüßt.

Erzählst bloß noch
von Saufen.
Ficken.
Sterben.

Hast die Nacht
zum Tag gemacht.
Party.
Und wieder
Party.

Sehe die Einstiche
am Unterarm.
Noch frisch.
Keine 3 Stunden alt.

Du versuchst
zu lächeln.
Krampfhaft.

Hast versucht
auszubrechen.
Heimzukommen.
Loszukommen.

Bist gestrandet.
Am Elbstrand.
Zwischen Pisse.
Drogen.
Alkohol.
Sex.
Und irgendwas,
was mal Hoffnung
hieß.

Streunst durch Nacht
und Nebel.
Schlitterst im Winter
barfuß durch Schnee
und Scherben.

Und doch...
konnte dich jeglicher
körperlicher Schmerz
nie erreichen.
Wachrütteln.

Du lebst...
und ich seh dich
mit jedem Tag bloß
sterben.

Du lachst...
und ich sehe bloß
die Tränen
in deinem zerschlagenen
Gesicht.

Und ich weiß...
du hattest Träume.
Auch,
wenn du wie ich
nie ein Leben hattest.

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Kommentare zu diesem Text

SigrunAl-Badri (52)
(13.11.10)
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