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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Samstag, 23. Oktober 2010, 23:12


Ist das noch Bohème oder schon die Unterschicht? (Britta:Wer wird Millionär?)

von bookishasearlgrey


„Mist! Ich muss los, zur Literaturbühne!“
-Ich trat hektisch meine Zigarette aus.
„Ach ja, du machst ja Kulturarbeit! Ich finde das beeindruckend!“
sagte mein Gegenüber, und das „beeindruckend“ klang echt anerkennend. Das „ein“ war so leicht angehoben, nämlich. Ich weiß nicht mehr, was ich an diesem Tag im Juli entgegnete, das Wort „Kulturarbeit“ hat es aber bis in die Oktobergedanken geschafft. Und vor allem der zweite Teil: „Arbeit.“

Ich hatte doch gerade gearbeitet. Ich hatte doch gerade drei Stunden lang im Studentencafé Tassen weggeräumt, abgewaschen, Kaffee gekocht, Clubmateflaschen in den Kühlschrank gestellt, Clubmateflaschen aus dem Kühlschrank geholt. Ich war schnell gewesen, effizient, und hatte etwas Tolles erreicht: Die Studenten waren an diesem Sommertag in der Prüfungszeit nicht mehr durstig und hatten Koffein im Blut. Und nun fand es jemand beeindruckend, dass ich mich mit einem kleinen Kreis treffen würde, um mich im szenischen Lesen von Gedichten zu üben? Und nannte es dann auch noch „Arbeit“?

Früher war das so einfach. Arbeit war das, wo Mutti und Vati hingingen, morgens, und das, warum ich in den Kindergarten musste. Die machten irgendetwas mit Computern im Büro. Hatte einer von beiden seine „Arbeit“ verloren, waren wir alle traurig. Später sollte ich studieren, und dann auch einer „Arbeit“ nachgehen, damit weder Mutti, Vati, noch der Staat, noch irgendjemand anderes, traurig darüber war, dass ich keine „Arbeit“ hatte.

Und jetzt nennt der das hier „Arbeit?“ Ich geh da nicht morgens hin. Zu dieser Zeit hat kein Kindergarten offen. Und würde ich sie verlieren, so könnte ich immer noch studieren, schreiben und Theater spielen. Und später irgendwann richtig „arbeiten“, damit Mutti und Vati sehen, dass ich nicht im Halbwahnsinn vor mich hinlottere.

Geld bekomme ich übrigens weder für die Caféaktivitäten, noch für die Kunst. Warum also bin ich so überzeugt davon, dass alles Kreative, was ich mache, und das durchaus nicht nur im stillen Kämmerlein, nichts mit Arbeit zu tun hat? Warum ist für mich Bedienung und Organisation im Café allerdings durchaus „ehrenamtliche Arbeit“? Spaß macht beides. Anstrengend ist auch beides. Und absurderweise würde ich mir meine Brötchen später tatsächlich lieber mit etwas verdienen, das ich schon mein ganzes Leben lang in irgendeiner Form mache, so Sachen mit Musik, Literatur und so. Lieber als mit etwas, zu dem jemand besser geeignet wäre, dem nicht alle fünf Minuten eine Tasse runterfällt. Doch in einer Welt außerhalb der Uni putzt und stillt man Dürste und andere Gelüste gemeinhin nur gegen Bezahlung. Gedichte hat man allerdings immer geschrieben und gelesen, ob für die Schublade oder den Literatursalon, aus Gründen. Nicht jeder nannte sich gleich einen Dichter, schon gar nicht einen „Kulturarbeiter“. Ohnehin wird es mir immer lächerlich vorkommen, auf die Frage nach meiner beruflichen Tätigkeit zu antworten: „Ich bin Kulturarbeiterin!“. Da ist es mir würdevoller, Brechts „Seeräuberjenny“ zu geben. Des Nachts schreibe ich verschwitzt Gedichte, Artikel und Dramaturgiepläne. Des Tags putze ich Gläser, während man sich fragt: Was lächelt die dabei?


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (24.10.2010)
Für die Arbeit ist der Mensch auf der Welt, für die ernste Arbeit, die, die den ganzen Mensch ausfüllt. Ob sie schadet oder nützt, ob sie einen Sinn macht, das ist ganz egal. Es muss eine Arbeit sein, und man muss hingehen können, sonst macht das Leben keinen Sinn; - schrieb Tucholsky sinngemäß, er hat natürlich nicht erwähnt, dass sie auch bezahlt sein sollte. Nur enthält die oben frei zitierte Beschreibung schon den Unterschied in ihrer Charakterisierung der Arbeit zu einer Beschäftigung. Der Unterschied liegt nicht in der Dotierung. Diese Dotierung ist ein strukturell gesellschaftliches Problem, Leistungen werden im Grade ihrer materiellen Nützlichkeit beurteilt, und da erhält kreative Leistung in einer kulturfernen Gesellschaft nur eine geringe Wertung. Übrigens meiner Meinung nach ein Symptom der Krankheit einer Gesellschaftsform.

Eine ausgezeichnete Kolumne, übrigens, ich habe sie sehr gerne gelesen,

Andreas
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bookishasearlgrey
Kommentar von bookishasearlgrey (28.10.2010)
Andreas, ich danke Dir für die Tucholsky-Ergänzung, ich wundere mich etwas, das er hier das Wort "Arbeit" verwendet. Ich fände erfüllende Beschäftigung an dieser Stelle gar passender und denke mir gerade, dass das ganze eher tucholskyische Ironie ist (s. "Ob sie schadet oder nützt, ob sie einen Sinn macht").
Mit der Bezahlung bin ich natürlich völlig und ganz eigennützig deiner Meinung.
Ich habe mich sehr über das Kompliment gefreut!
Regine
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