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Wasserschaden

Erzählung zum Thema Alleinsein


von Mondscheinsonate

Natürlich ist das ärgerlich und überhaupt und außerdem ganz schrecklich furchtbar und sowas habe ich noch nie erlebt, ich bin total überfordert mit solchen Dingen und in genau solchen Situationen vermisse ich meinen Ex-Lebensgefährten, denn der war sehr besonnen und ein Techniker, ein Haustechniker bei einem der größten Konzerne, ein Genie überhaupt, hochintelligent, muss man konstatieren, wahrlich und überhaupt toll, aber nur in solchen Situationen vermisse ich ihn, sonst gar nicht, man schreibt sich nur an Ostern, zum Geburtstag und an Weihnachten, nein, das stimmt nicht, ich schreibe ihm manchmal, wenn ich irgendetwas im Angebot sehe, das er gerne hat, im Supermarkt oder so und wenn in Schönbrunn, so wie jetzt, Tiere auf die Welt kommen, also, ich schreibe vom Zoo, dass es nicht wieder heißt, wo? im Schloss, man muss korrekt arbeiten, Apropos, das Schloss, Kafka lesen, das wäre es wieder einmal, nun, also, wo war ich, ich schreibe über Schönnbrunn, genau, meinte den Zoo Schönbrunn, also, ich schreibe ihm, wenn in Schönbrunn, schon wieder, also, im Zoo Tiere auf die Welt kommen, die er gerne hat, denn schließlich ist ein wenig Small Talk wichtig, nein, ist er nicht, man lässt einfach nicht los, aber er antwortet zumeist immer, wenngleich oft drei Tage später, ganz lieb, ich mag ihn gerne, aber man muss loslassen, es ist ja kein Gefühl mehr da, nur das Gefühl der Hilflosigkeit, das muss ich zugeben, manchmal schon und erst diese Woche hatte ich den Installateur da, meine Toilette rann und der Gartenwasserhahn ebenso, irgendwo rinnt es immer, das Haus ist nicht das Jüngste und die Zeit rinnt auch davon, denn ich bin schon sechs Jahre, nein, sieben Jahre nicht mehr mit dem Ex-Lebenspartner zusammen, war es aber 16 Jahre lang, man muss da loslassen, obwohl, geistig habe ich da kein Problem, auf jeden Fall rinnt das Wasser, nein, das ist übertrieben, es tropft aus der Decke, aus dem Plafon, die Nachbarin hat einen Wasserschaden, angeblich schon gehabt, es wurde alles gerichtet, das hat sie mir gesagt, sie öffnete mir, umwickelt nur mit einem kleinen Handtuch und ich sah alles, um Himmels Willen, wer öffnet so, die Frau ist 70, die denkt sich vermutlich, ist mir egal, aber niemand öffnet so und sie redete mit mir, fast nackt, aber man kann sagen, sie war nackt, sie war es tatsächlich, nur ein kleines Handtuch bedeckte ihre Brust, aber das Untergestell nicht, nicht die Hüften, ich gehe nicht in Details, man kann sich alles denken, nein, das ist schwierig, wirklich schwierig, nur in die Augen zu sehen, denn das ist wie ein Autounfall gewesen, fremde Menschen, nackt und das Wasser tropfte von ihrem Körper, von ihren Haaren, sie sagte, sie war gerade baden, ja, baden bei der Hitze und meinte, sie hätte einen Bandscheibenvorfall, so große Schmerzen und deshalb nahm sie ein Rückenbad, ein Bad für den Rücken, ein Teteseptbad, das habe ich auch gemacht, das ist von der Firma Tetesept ein Rückenbad, was überhaupt nichts bringt dieses Rückenbad, denn ich habe das auch gemacht, die Flasche Tetesept Rückenbad steht bei mir auch im Bad, so ein Fehlkauf, was bringt, das sind Rückenübungen und Tabletten, sonst gar nichts, aber ich schwieg und sie sagte, die Handwerker haben den Wasserschaden längst repariert, aber zwei Möglichkeiten, entweder nicht ordentlich oder das Wasser blieb in den Wänden, Wasser bahnt sich immer seinen Weg, das sagte ich, denn sie weiß das nicht, in ihrem Wohnzimmer, sie bat mich hinein, eigentlich sehr nett eingerichtet, standen nur Cartland - und Pilcherromane, das ließ mich etwas erblinden, nein, man möchte nicht überheblich sein, aber das erklärte alles, sie sagte doch, sie sei schon 25 Jahre alleine, da meinte ich, die Zeit vergeht wirklich, immer schneller kommt einem vor, irgendwie schon und 2020 ist es doch ein Segen, dass die Zeit vergeht, obwohl Silvester wird nichts ändern, sicher nicht, aber man hat eben so einen Gedanken, aber auf jeden Fall, es erklärt einiges, warum sie den ganzen Tag Liebesfilme ansieht und RTL-Sendungen, irgendeinen Schwachsinn, denn sie ist alleine und schon viel zu lange und sehnt sich nach Liebe, was für ein Klischee, das mache ich auch und habe keine Cartland hier stehen, sondern Kafka und Bernhard, was auch immer viel, aber nicht Cartland, nun, auf jeden Fall, das Wasser bahnt sich seinen eigenen Weg, sagte ich, während ich daran dachte, dass ich sie leben höre, immer alles durch die Wände, sie ist sehr laut, macht sich bemerkbar, weil sie sonst niemand bemerkt, aber ihre Wohnung war blitzsauber und schön und irgendwie beneidete ich sie um ihre Wohnung, sie hat eine Küche, die habe ich nicht und ich hätte gerne eine Küche, aber, ich habe nur eine Küchenzeile und es ist doch so, dass man immer andere um irgendetwas beneidet, wahrlich, dabei hat man es doch selber so schön, aber, sagte ich, was machen wir jetzt, was sollen wir machen, es ist Freitag und wir erreichen keinen Handwerker mehr und da sagte sie, sie verspricht mir, nicht zu baden, nur Katzenwäsche zu machen, aber, da dachte ich an meine Katzen, wahrlich, die putzen sich stetig sehr ausgiebig, sind reinliche Tiere, sagte nichts und meinte nur, gut, dann warten wir eben bis Montag, was sollen wir machen, es tropft sowieso nicht mehr, es hat aufgehört zu tropfen, aber es ist nun ein feuchter Fleck und irgendwie bahnt sich das Wasser gerade ständig seinen eigenen Weg oder hört nicht mehr auf zu rinnen, zu laufen, im Garten auch nicht, obwohl, der Installateur hat den Hahn jetzt mit einer Zange zugedreht und nun höre ich wieder RTL, obwohl, ich will das gar nicht hören, ich habe keinen Fernseher, bewusst nicht, ich mag fernsehen nicht, aber ich höre es ständig, wegen ihr, der Nachbarin, aber jetzt ärgere ich mich nicht mehr, sie tut mir leid, Cartland und Einsamkeit, Sehnsucht nach Liebe, wir sitzen im selben Boot und halten uns irgendwie über Wasser.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Sätzer (77) (21.08.2020)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Mondscheinsonate meinte dazu am 21.08.2020:
Ich kenne momentan drei Menschen, die Wasserschäden haben, ganz arg irgendwie. Es will einfach raus. Dank dir!
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (22.08.2020)
Apropo -> Apropos
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Mondscheinsonate antwortete darauf am 22.08.2020:
Danke!
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idioma
Kommentar von idioma (08.09.2020)
TOLL diese Mauer aus Worten
von Wasserschäden und Lebensschäden
und wie sich das Wasser und die Liebe immer
einen Weg sucht trotz allem Reparieren und Loslassen...
TOLL die Spiegelungen mit der Nachbarin......
TOLL das "Mäandern" deiner Sprache
( wie´s Graeculus einst so zutreffend nannte )
" also, ich schreibe vom Zoo, dass es nicht wieder heißt, wo? im Schloss, man muss korrekt arbeiten, apropos, das Schloss, Kafka lesen, das wäre es wieder einmal, nun, also, wo war ich, ich schreibe über Schönnbrunn, genau, meinte den Zoo Schönbrunn,..."
Ich lese Deine Texte wirklich sehr sehr gerne !
Auch dieser hier ist ganz besonders !
Zuletzt werden all die Rinnsale noch zum Meer mit Lebensschiffchen mit so paar knappen Worten :
"wir sitzen im selben Boot und halten uns irgendwie über Wasser"
wirklich unglaublich gut geschrieben !
idioma
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Mondscheinsonate
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Veröffentlicht am 21.08.2020, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 22.08.2020). Textlänge: 974 Wörter; dieser Text wurde bereits 187 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 24.09.2021.
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