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Die Lehrerin

Erzählung zum Thema Erotik


von KayGanahl

Die Lehrerin hielt gerade einen ihrer beliebten oder unbeliebten Vorträge. Der Kursraum war voll, alle Schüler hatten sich zu ihr gesellt. Sie war eine prächtig aussehende, fachlich allgemein anerkannte Philosophin, die auf unserer Schule als freiberufliche Lehrkraft tätig war. In der Geschichte der Philosophie kannte sie sich offensichtlich sehr gut aus. Wahrscheinlich liebte sie den Schulunterricht, denn eigentlich hatte sie die Arbeit in der Schule nicht nötig.  Heute war sie guter Dinge. Ihre Stimme schwebte durch den Kursraum. Mein Mund stand vor Staunen offen. Und ich starrte ihr direkt ins Gesicht, so dass sie leicht errötete. Gleich auf ihr Erröten suchte ich einen anderen Fixpunkt meines Starrens.

Das Zuhören fiel uns heute - wie so oft - leicht. Vieles war äußerst interessant. Es gab bei uns Schülern keine (jedenfalls selten sichtbare!) Ermüdungserscheinungen, die meisten von uns arbeiteten sogar mit, indem sie ab und zu ihre Hand hoben, weil sie einen Wortbeitrag anbringen wollten. Das war in dieser Schule keine Selbstverständlichkeit, denn viele saßen eigentlich nur ihre Zeit bis zum Schulabschluss ab. Manche aber würden im letzten Jahr mit dem Büffeln anfangen, andere, wenn auch nur wenige, würden es nicht mal bis zur Zulassung zu den Prüfungen bringen. Über jede Mitarbeit, auch über eine späte engagierte Mitarbeit war die Lehrerin froh. Wahrlich, über alles, was kam, war sie froh. Ein wahres, aufrichtig gemeintes und engagiertes Interesse an dem, was sie vortrug, an all jenen Inhalten, von denen sie viel hielt, benotete sie in der Regel mit für die Schüler akzeptablen Noten. Falls sie das tiefere Interesse eines in ihren Augen fähigen Schülers bemerkte, so konnte man sicher sein, dass sie sich ihm widmete.

Allen warf sie uns in der heutigen Unterrichtsstunde gelegentlich fröhliche, ermutigende Blicke zu, sprach überwiegend ruhig und gemessen. Sie wollte immer Interesse für die Philosophie wecken. Das gefiel mir sehr. Ich denke, so einige im Kurs schätzten dies. Die Philosophie war eines meiner Lieblingsfächer. Immer ging ich mit Vorfreude zu dem Unterricht dieser Lehrerin; oftmals war ich von ihrem Unterricht begeistert! ... es war so angenehm: selten entfuhr ihr mal eine unwirsche Bemerkung. Nie, wirklich nie hörten wir eine sich überschlagende Stimme oder eine laute Ermahnung. Oder etwas, das schlimmer war.

Sie, lauter als sonst, doch auch freundlich wirkend, sagte einmal an einem der schrecklich heißen Vormittage, als wir natürlich auch bei ihr sitzen mussten: "So, Leute, jetzt schlagen wir Seite 232 im Gastmahl auf. Z. liest bitte von Absatz zwei an die ganze Seite!" Wir taten, was sie sagte. Mein Buch war schon abgenutzt. Z. las mühsam. Es war nicht so toll anzuhören. Er tat uns was an, weshalb ich mein Buch laut auf den Tisch vor mir knallte. Die Lehrerin blickte mich böse an - und sie zog sich noch nicht aus. Ich beobachtete sie ganz genau. Sie verströmte durchaus eine gewisse Erotik im Kurs, wahrscheinlich wagte der eine oder andere Mitschüler einen Blick. Ich jedenfalls riskierte eine Ermahnung, da ich sie wieder auffällig unhöflich beobachtete.
Es war nun einmal so, ihre Erotik erfasste uns, wenn sie uns tatsächlich erfasste, erst am Ende einer jeden Stunde, denn dann waren wir mit ihr allein. So auch heute! Die Mädchen hatten sich meistens verflüchtigt und quasselten auf den Gängen des Schulgebäudes in der Nähe unseres Raumes. Wir empfanden dann oft eine starke Vorfreude auf etwas, was wir uns lebendig ausmalen konnten!

Nun ja, überwiegend wirkte sie auf uns als kompetente Persönlichkeit, die sich und alle, für die sie Verantwortung trug, kontrollierte. Leider brach sich ganz selten doch einmal richtig Wut Bahn. Als Z. (ihr Lieblingsvorleser) mal gebrochen las und gemäß ihres Urteils mäßig interpretierte, raunzte sie ihn wütend an: "Wenn du diese Seite nicht kapierst, ... so, lieber Z., muss ich dich dazu auffordern, dieselbe zuhause eingehend zu studieren. Nächste Woche schreiben wir einen Test. Auch du wirst keine Ausnahme machen und ihn wie die anderen mitschreiben!" - Wegen dieser Sätze sank er zwar nicht in seinem Stuhl zusammen, doch war er etwas bedrückt. Wohl hätte er dies von dieser Lehrerin nicht erwartet! Wahrscheinlich war sie noch zu ganz anderen Untaten fähig, was er sich nicht vorstellen wollte.

Vermutlich würde er gleich nicht an dem Erotik-Kurs teilnehmen können, den sie am Ende einer jeden Freitagsstunde, die die sechste Schulstunde morgens war, fast regelmäßig abhielt. Ich war auch einer der Teilnehmer, der ihre Anwesenheit stets genoss.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Elvarryn (36) (07.04.2009)
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