Berufswahl aus Verzweiflung

Parodie zum Thema Verzweiflung

von  loslosch

Militem aut monacum facit desperatio (aus dem MA). Soldat oder Mönch wird man aus Verzweiflung.

Eine beliebte Redewendung vor 800 Jahren. Die beiden Extreme, Soldat und Mönch, so mir nichts, dir nichts nebeneinander gestellt: Offensive oder innere Emigration? Ein altes christliches Sprichwort soll es auch noch gewesen sein.

Stimmig scheint diese Aussage insofern, als Verzweiflung extrem unterschiedliche Reaktionen hervorrufen kann. Ob das nun die Ratte ist, die - vielbeinig umzingelt - in einem Hosenbein verschwindet oder sich mause-, nein rattentot stellt. Oder das Insekt, welches im Zickzackkurs Reißaus nimmt, statt alternativ rücklings den Scheintod zu simulieren, immer lenkt Verzweiflung ins Extreme.

Dubios erscheint nur die Vorstellung einer angeblich damit vereinbaren christlichen Grundhaltung. Dem armen Mönchlein wird doch ganz offiziös attestiert, es sei gescheitert - zumindest in der realen Welt.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Rudolf (30.05.10)
Was Du parodierst, ist mir nicht klar geworden und, was das "statt" beim "Toter-Käfer-Spielen" bedeutet, auch nicht. Zum Thema Eskapismus gibt es allerdings einen herrlichen Text von Schrybyr  Der Meerschwimmer. Einen schönen Sonntag wünscht Rudolf

 loslosch meinte dazu am 30.05.10:
Parodie auf den treuherzigen Spruch. Nicht "statt", sondern "statt alternativ". Das Bild vom Soldaten und Mönch, im Tierverhalten gespiegelt. Flucht- bzw. Aggressionsverhalten versus Weltabgewandtheit. Lothar

 Rudolf antwortete darauf am 30.05.10:
Uff, danke. Gut, dass ich gefragt habe. Da hab ich so drüber gelesen.
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram