da ist kein Sein und auch kein Bleiben

Gedicht zum Thema Hoffnung/Hoffnungslosigkeit

von  GastIltis

Das Leben ist total verhunzt,

weil du und ich mit unsrer Kunst,

weil du und ich, heißt also wir,

von fünf nach zwölf bis kurz vor vier,

weil also wir mit unserm Treiben -

da ist kein Sein und auch kein Bleiben.


Das Leben ist total vertan,

weil du und ich nicht mehr nach Plan,

zuerst nach A und dann nach B,

von Zet wie Zunge bis zum Zeh,

weil also wir mit unserm Raffen -

da ist kein Wirken und kein Schaffen.


Das Leben ist total im Mors,

weil es schon endete bevor's

begann, vielleicht begonnen hätte,

wenn wie zuvor in einer Wette,

weil man sich nicht zur Tat getroffen -

da ist kein Sehnen und kein Hoffen.




Anmerkung von GastIltis:

Empfohlen von: Tula, Teo, AZU20, Saira, Pfeifer, willemswelt, Brot, AchterZwerg, Didi.Costaire, plotzn, diestelzie, Mia (?).
Bis zum Zeh!

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Kommentare zu diesem Text


 plotzn (19.02.24, 11:21)
Servus Gil,

Das Leben ist, so wie es ist,
mal kompliziert, mal schön, mal trist,
vergleichbar nur mit deinem Schreiben,
in dem Ideen verborgen bleiben,
weil wilde Sprünge uns verdutzen -
da ist kein Sinn und auch kein Nutzen.


Doch die Hoffnung bleibt...

Liebe Grüße
Stefan

 GastIltis meinte dazu am 19.02.24 um 17:36:
Hallo Stefan, wenn dem so ist (mit der Hoffnung):

Das Leben ist total versaut,
wenn man zu viel ins Uhrwerk schaut.
Weil alle, die sonst auch schon stur,
es halten für 'ne Kuckucksuhr.
Wenn sie gefühlt schon unterm Rasen -
da ist kein Tuten und kein Blasen.


Nicht Auge um Auge, sondern der Spruch mit der Wange.
Danke und sei gegrüßt von Gil.




 Didi.Costaire (19.02.24, 15:03)
Ich finde, Gil, dass deine Kunst
berührt, beeindruckt, röhrt und funzt,
und ist sie auch genauso brotlos
wie das Gekicke einer Rothos,
so macht es Freude, dich zu lesen.
Das ist schon immer so gewesen

und bleibt sicherlich auch so.

Liebe Grüße, 
Dirk

 AchterZwerg antwortete darauf am 19.02.24 um 16:30:
und bleibt sicherlich auch so.
Hier funzt das schöne Altwort "bleibet",

sonst ists ein Zwerg, der sich entleibet!

. :P  (Dass ich das noch erleben darf ...)

Antwort geändert am 19.02.2024 um 16:34 Uhr

 GastIltis schrieb daraufhin am 19.02.24 um 19:08:
Lieber Dirk, erstaunlich, was mit sechs Zeilen möglich ist:

Das Leben ist auch manchmal grimmig,
weil du und ich, vielleicht auch Kimmich,
der letztere in roten Buchsen
nur auf der falschen Bank rum drucksen
denn da ganz oben, so ein Leiden -
ist nur ein Weichen und ein Meiden.

Danke und sei vielmals gegrüßt von Gil.


Ach Achter,
wohl tuet deiner Worte Sinn,
die Folge ist, ich schmeltze hin.

 Didi.Costaire äußerte darauf am 19.02.24 um 19:58:
@ 8.: 👍

 AchterZwerg (19.02.24, 16:33)
Lieber Gil,

ich liebe schräge Reime, "Mors" und "bevor's" sind solche.

Der Dichter ist zur Tat geschritten:
Kein einzger Leser hat gelitten!

Kommentar geändert am 19.02.2024 um 16:35 Uhr

 GastIltis ergänzte dazu am 19.02.24 um 21:54:
Hallo Achter,
Ein windtschief Gestühl
und ein wacklichter Grundt,
schon werden ein Krummer
und Lahmer gesundt.
(H. Sachs).

Liebe Grüße von Gil.

 willemswelt (19.02.24, 18:07)
Hi,Gil-da scheint vielleicht kein Sein und auch kein Bleiben,aber ein Frühlingserwachen -wie schön-einen solchen Gruß,dein Freund Willem

 GastIltis meinte dazu am 20.02.24 um 14:06:
Hallo mein Freund Willem, 
deinem Frühlingserwachen werde ich mit der nötigen Vorsicht auf die Spur rücken. Den ersten Spaziergang habe ich heute mit meiner großen Enkelin (36) schon absolviert. Dass im Tale Hoffnungsglück grünet, konnten wir noch nicht so recht erkennen. Wir warten noch. 
Herzlich grüßt dich Gil.

 Saira (19.02.24, 18:57)
Lieber Gil,
 
auch wenn das Leben im Mors ist
und sich manches tief ins Hirn frisst,
wir einfach nicht die Kurve kriegen,
weil wir uns in der Hoffnung wiegen,
dann ist das Leben schnell vorüber,
that´s life, wir waren halt nicht klüger.
 
Liebe Grüße
Sigi

 GastIltis meinte dazu am 20.02.24 um 15:01:
Liebe Sigi, 
schön sind sie, deine Zeilen. Zum Glück ist mir die Ernsthaftigkeit des Gedichtes ab Strophe drei abhanden gekommen. Ich freue mich, es u.a. auch mit Usern (m, w, d) zu tun zu haben, die von sich (mit Recht) behaupten können, dass sie beliebt sind, weil sie sich selbst nicht zu ernst nehmen. Und es in ihren Versen, Gedichten und Kommentaren immer wieder deutlich machen.
Das Glück fehlt dem Verbissenen,
auch dem, der nur dagegen,
es mangelt dem Zerrissenen.
Es öffnet sich dem Wissenden,
der etwas kann bewegen.
Sei herzlich gegrüßt mit einem Danke für dein Lächeln von Gil.

 Saira meinte dazu am 20.02.24 um 19:26:
Lieber Gil,

so wahr und wunderbar sind deine weiteren Verse ...

Ganz liebe Grüße
Sigi
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