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Am 03. März ist MondfinsternisInhaltsverzeichnis.Produktionsausfall.

Kollateral - Schaden am Nachthimmel, östlich von München

Groteske zum Thema Andere Welten


von kirchheimrunner

Kollateral- Schaden am Nachthimmel östlich von München


(aus einem Polizeibericht)
Hintereggelburg, am Samstag den 03.03.2007


Kaum zu glauben, aber wahr:
Spielende Kinder fanden heute Morgen im Schilf des Eggelburger Sees, nahe Ebersberg, die Überreste des Mondes.

Die quittengelbe, glanzlose Hülle lag fleckig und erschlafft im seichten Wasser. Die fünf Kinder wurden auf ihn aufmerksam, weil die Stockenten so aufgeregt schnatterten.

Ein Spaziergänger, der seinen Hund ausführte,  informierte geistesgegenwärtig und ohne Umschweife die örtliche Polizeistation in Hintereggelburg. Die herbei gerufenen Beamten kümmerten sich sofort um das malträtierte Opfer. Doch für den leblosen Himmelskörper kam offensichtlich jede Hilfe zu spät.

Gegenüber unserem Berichterstatter konstatierte der Polizeiarzt sichtlich betroffen: Der Mond, er blutete noch etwas, er blutete fast tulpenrot.

Zum Glück wurde niemand anders in Mitleidenschaft gezogen: „Keine weiteren Toten und Verletzten“, so teilte es der leitende Ermittlungsbeamte unserem Korrespondenten mit.

Nachdem das arme Opfer durch die freiwillige Feuerwehr ab transportiert war, konnten im weiteren Umfeld des Eggelburger Sees einige Täterspuren sichergestellt werden. Hinweisen aus der Bevölkerung wurden sofort nachgegangen.

Gut unterrichteten Kreisen zufolge, wurde von einigen jugendlichen Nachtschwärmern, gegen 03:30 ein sichtlich verwirrter, grauhaariger Mann beobachtet, der im Forst, zwischen Kalteneck und Egmating orientierungslos umherstreifte.

Den jugendlichen Streunern zu folge soll er immer wieder vor sich hingemurmelt haben:

1…2…3… und Wiegeschritt; der Herr beginnt mit links.
dann kommt der Vorwärtsschritt....

„Selbstverständlich muss gehandelt werden: Ein ausführliches psychologisches Täterprofil wird Aufschluß über Tathergang und Motive geben."
erklärte der leitende Kommissar.

Eine weitergehende Spurensicherung war jedoch nicht notwendig, denn bereits am späten Vormittag stellte sich der Täter. Er legte ein umfassendes Geständnis ab!

„Ich wollte doch alles nur wieder gut machen“, stotterte der 50 jährige Familienvater Hans F. aus Kirchheim. „Man bat mich von Frauenseite inständig, den Totalschaden an Mond Sternen wieder auszubessern.“
"Ich konnte doch gar nicht anders! Ich musste es tun!"

Als sich der total verstörte Täter beruhigt hatte, gab er folgendes zu Protokoll:



Unser Haus,
das in die tief hängenden Wolken hineingezeichnet war,
fror heute Nacht so sehr, dass ich handeln musste! Es mochte einfach den Rhythmus dieser Welt nicht mehr.
Es hatte keine Seele mehr im Fundament!

Kalter Regen stürzte vorgestern vom Himmel,
Weil klirrender Nachtfrost herrschte, eilte  der Mond mit dem Wind nach Osten.

Kein Stern war mehr am Firmament, den ich meiner Frau vom Himmel herunter versprechen konnte. Aber die neckischen Töchter von Feen tanzten eng umschlungen mit dem Mond im ¾ Takt zum Horizont hinüber.

Aber dann kam Sturm auf, der dem Mond die Laterne ausgeblasen hatte. So verlor er den Halt, und laut schreiend rutschte er über das feuchte, grüne Moos des Schilfdachs und rollte abwärts in die Regentonne.
Aus vielen Wunden blutend
ertrank er dort.

Hätten wir doch alle den Riss in der Zeit
früher bemerkt, so wären wir spätestens gestern
von dort fortgezogen.


Zurechnungsfähig oder nicht?
Eines ist jedenfalls sicher: Der Ruf nach Sicherheitsverwahrung wird auf Grund dieser dubiosen Vorgänge wieder lauter werden.

Die ARD reagierte sofort:
Der dramatische Kollateral- Schaden am Nachthimmel östlich von München, wird bei Sabine Christiansen am Sonntag abend thematisiert.

Sendezeit: 21:45

 
 

Kommentare zu diesem Text


Isaban
Kommentar von Isaban (03.03.2007)
*lach* Hans, ich liebe deine Art und Weise, dich selbst auf die Schippe zu nehmen!
Und nun geh schnell und versteck dich vor dem weiblichen Volkszorn, falls jetzt doch noch rauskommt, wer da das günstigste Licht, in dem eine Frau stehen kann, den Mond, auch noch ertränken wollte, nachdem er ihn ungeschickter Weise zerdeppert hat.

Wundervoll und einiges Geschmunzel wert!

Liebe, höchst amüsierte Grüße in dein Wochenende
Sabine
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kirchheimrunner meinte dazu am 03.03.2007:
danke dir Sabine,

auch für die Aufdeckung des Fehlerteufelchens....

L.G Hans
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Kommentar von Maushamster (30) (03.03.2007)
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kirchheimrunner antwortete darauf am 03.03.2007:
J
a genau.
Das war ein Prosagedicht von mir... Das Ersaufen in der Regentonne hat es mir angetan.

Ich war seiner Zeit ziemlich verwirrt, war es gestern auch, ... dann hat mich Tulpenrot auch noch inspiriert...
so musste der Text ja entstehen.

Danke dir ganz herzlich für das Lob.

L.G.
Hans
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tulpenrot schrieb daraufhin am 04.03.2007:
Aber ich hoffe doch inständig, dass ich nur der Auslöser für den Text war!
Besorgte Grüße
tulpenrot
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Kommentar von StefanP (58) (03.03.2007)
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kirchheimrunner äußerte darauf am 03.03.2007:
herzliche Dank lieber Stefan,

freut mich, dass du dich amüsieren konntest. Ich musst mich einfach auf den Arm nehmen.

Es schadet ja nicht..

Und viel Spass am Sonntag abend! ;0)
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Kommentar von A.Nina.Mattiz (37) (10.05.2007)
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Kommentar von Profane (31) (21.05.2007)
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Am 03. März ist MondfinsternisInhaltsverzeichnis.Produktionsausfall.
kirchheimrunner
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Dies ist ein Blatt des mehrteiligen Textes .andere Welten..
Veröffentlicht am 03.03.2007, 7 mal überarbeitet (letzte Änderung am 13.01.2010). Textlänge: 496 Wörter; dieser Text wurde bereits 2.278 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.04.2019.
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