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Status Autorin, angemeldet seit 11.04.2007. Ganna ist zur Zeit offline offline; zuletzt online am 05.12.2018, 07:11. Letzte Veröffentlichung am 20.10.2016. Kontaktmöglichkeiten Kontaktmöglichkeiten: Kontaktformular Gästebuch - Mehr über Ganna erfährst Du in ihrem Steckbrief.
Diese Seite: www.keinVerlag.de/ganna.kv
Ganna wurde 1953 geboren. Sie ist von Beruf Malerin/Grafikerin und z.Zt. tätig als Gaertnerin. Ganna kommt aus Berlin (Deutschland). Ihre Muttersprache ist Deutsch.

    Über sich selbst schreibt Ganna:
Ich bin Wandlung.
Was ich gestern war, bin ich nicht mehr.
Was ich morgen sein werde, noch nicht.
Heute transformiere ich das Gestern zum Morgen.
Jeden Tag anders, jede Stunde verschieden von der vorherigen.
Jeden Moment neu.
Ich bin eine Überraschung.
Ich bin.


Mit dem Fall der Mauer verlor ich meine Arbeit und bekam mein drittes Kind. Die Chancen in dieser Situation einen Job zu finden waren gleich Null.

Um die neu gewonnene Freiheit zu probieren, lang gehegte Sehnsüchte zu erfüllen, meinen Wurzeln näher zu kommen und, weil innerhalb der Gesellschaft nur schwerlich ein Platz für mich blieb, begann ich ein gänzlich neues, anderes Leben. Ich zog mit meinen Kindern nach Südfrankreich in den Wald. Dort baute ich mir mit einfachsten Mitteln eine Hütte. Alle Arbeiten führte ich selber aus ohne sie jemals gelernt zu haben, nur beim Dach legten Freunde mit Hand an.

Nachbarn, die ich um Rat und Hilfe bat, lehnten jede Beteiligung mit der Begründung ab, keine Frau könne allein eine Hütte bauen. Später kamen sie gucken und suchten nach möglichen Löchern, durch die es hereinregnen könnte.
Die Hütte ist regendicht, beheizbar und steht heute noch. Ich schreibe das hier, um gemäß Seymour zu behaupten, jeder Mensch kann an jedem Ort der Welt eine Behausung bauen, wenn er Kreativität und ein bisschen Fleiß besitzt.

Durch die Erzählungen meiner Großmutter über Hunger während des Krieges und danach, hatte sich mir fest verinnerlicht, dass in Krisenzeiten das Überleben auf dem Land wesentlich größere Chancen bietet. Der Traum von einem eigenen Garten wurde umgesetzt.
Der Boden erwies sich als tonhaltiger Lehm, der sich während der trockenen Sommerhitze zu einem festen betonartigen Untergrund wandelt. Im Laufe der Zeit verbesserte ich ihn zu einem fruchtbaren Gartenboden, der mich heute zu einem großen Teil ernährt.

Die ersten Jahre verbrachten wir ohne Strom, das heißt, wir nutzten weder Radio, noch Fernsehen, besaßen weder Telefon noch Internet, aber auch keinen Kühlschrank, keine Waschmaschine usw. Im Winter saßen wir abends bei Kerzenlicht, ansonsten ging man früh schlafen. Eine solche Lebensweise passt sich von selbst dem Rhythmus der Natur an.
Wir sammelten Esskastanien und Pilze und kochten aus Brombeeren auf dem offenen Feuer Konfitüre. Der Umgang mit Feuer wurde selbstverständlich, gleich, ob man früh Kaffee kochte, das Essen bereitet, Wasser für die Wäsche wärmt oder sich einfach neben die wärmenden Flammen setzte und seinen Gedanken nachging.
Während der warmen Jahreszeit wuschen wir uns im Fluss. Hatte man sich einmal an das kalte Wasser gewöhnt, kann man dies bei schönem Wetter bis in den Winter hinein fortsetzen.

Die erste Zeit empfand ich als sehr schwer. Viele Ängste, die aus der Abhängigkeit von der Gesellschaft hervorgiingen, wollten bewältigt werden. Jedoch, je länger ich so lebte, umso zufriedener wurde ich. Die Erfahrung der eigenen Kraft führte zu einer großen inneren Sicherheit. Die Natur wurde zu meiner Heimat. Ich kam mir selber näher, je mehr Unnötiges von mir abfiel.

Durch den völligen Wegfall der Medien tauchten bei mir Erinnerungen aus frühester Kindheit auf. Vieles, was verschüttet war, trat an die Oberfläche. Das ist nicht nur angenehm, aber es klärt das Verhältnis zu einem selbst. Es kam auch vor – selten – dass Stimmen in meinem Kopf erschienen, die mir Ratschläge gaben oder auf künftiges Geschehen hinwiesen. Solche Erscheinungen werden oft mit „Verrücktheit“ gleichgesetzt. Meine Erfahrungen besagen, dass diese Stimmen sinnvolle Äußerungen sind, die mich ohne Ausnahme gut berieten.

Obwohl ich mir in meinem früheren Leben völlig sicher war, dass es keine immateriellen Erscheinungen gibt, belehrten mich die Geister des Waldes eines Besseren. So manches Mal erwies es sich als nützlich, die Bücher Castanedas gelesen zu haben. Sie gaben eine gute Grundlage, die Erlebnisse zu verarbeiten.

Eine solche Lebensweise ändert die Art zu denken. Weitgehend unabhängig, wird man sich der eigenen Kraft und der eigenen Fähigkeiten bewusst. Man schöpft aus den gemachten Erfahrungen und lernt, sich selber zu vertrauen. Gleichzeitig stellt man vieles, was man vorher für selbstverständlich hielt, in Frage.
Man kommt nicht umhin, sich mit seinen Ängsten auseinandersetzen zu müssen. Ein Leben ohne Krankenversicherung stellt die Frage nach der Verantwortung neu, umso mehr, als man für Kinder zu sorgen hat. Es bildet sich ein ganz anderes Verhältnis dazu heraus. Aber man bekommt nicht nur ein anderes Verhältnis zu Fragen der Versicherung, man bekommt ein anderes Verhältnis zur Welt, zum Leben.

Das Fazit heute, nach über 20 Jahren: Es war das Beste, was ich im Leben hatte machen können.
Ganna hat bei uns bereits 88 Texte veröffentlicht. In ihren Texten aus 12 verschiedenen Genres (u.a. Kurzprosatexte (21), Kurzgeschichten (13), Geschichten (6), Aphorismen (5) und Berichte (3)) beschäftigt sie sich mit den Themen Kinder/ Kindheit (7), Natur (7), Alles und Nichts... (4), Gesellschaft/ Soziales (3) und Leben (3) (um nur die häufigsten zu nennen) sowie vielen weiteren Themen.

Möchtest Du wissen, was Ganna gerne liest? Dann schau doch mal in ihre Favoriten oder in die Liste ihrer Lieblingsbücher! Oder wirf mal einen Blick in die Liste der von Ganna abgegebenen Kommentare! Übrigens: Zuletzt (also am 13.10.2017) hat Ganna Am See von bbx gelesen und kommentiert...
Meinungen anderer Autoren zu Ganna und ihren Texten:
  • Jorge schrieb am 11.03.2015: " Gerade las ich "Unsere Hühner" von Ganna und dabei merkte ich, wie schwärmerisch mich diese Autorin macht. Sie rückt den Leser, der sich auf sie einlässt, aus jeder Ecke seiner Zivilisation in die Natur und schreibt mit einer Sprachkultur, die eher an große Romanciers erinnert über abenteuerliches Leben und Erleben im Einklang mit der Natur. Sie ist eine der Großen in keinVerlag."
  • Regina schrieb am 10.05.2014: " „Retour à la nature“ hat es immer geheißen, wenn Europa in eine Sackgasse gefahren war und nicht mehr weiter wusste. Wir folgen Ganna auf ihrem Weg aus Berlin-Marzahn, dem Inbegriff des deprivierten Aufenthaltsortes von Wende-Verlierern, nach Südfrankreich, wo sie aus einer aussichtslosen Lage heraus durch den Einsatz aller ihrer Kräfte ein einfaches Leben im Einklang mit der Natur aufbaut, weit ab von Globalisierungswahnsinn, Technikstress und Behördenvollkontrolle. Und weil sie uns mit ihren authentischen Texten vermittelt, wie sie und ihre Kinder dabei glücklich werden, schauen wir sehnsuchtsvoll über die Grenze. Ganna schreibt mitten aus dem Leben."
  • EkkehartMittelberg schrieb am 02.02.2014: " Ganna berichtet sehr klar und glaubwürdig über ihr einfaches Leben in und mit der Natur. Durch diese Lebensweise hat sie zu einer Humanität gefunden, die mich tief beeindruckt. Gerade weil sie fernab der Zivilisation lebt, entdecke ich in ihren Beiträgen wertvolle Hinweise für meine Lebensführung in der Zivilisation. Darüber hinaus gefällt mir ihre Sprache, mit der sie komplexe Zusammenhänge schlicht ausdrückt, ohne sie zu vereinfachen."
  • Hoehlenkind schrieb am 29.11.2007: " Eigentlich bin ich lesefaul und bevorzuge deshalb Aphorismen und Kurzgedichte. Doch Gannas Prosa ist so faszinierend, daß ich sogar Romane von ihr lesen würde. Es ist einfach wunderbar, ihren Worten zu folgen, ihren äußeren und inneren Beobachtungen und Sinngebungen. Egal worüber sie schreibt, ihr Mitgefühl und ihre Seelenstärke ist immer spürbar. Sie vermag etwas von der Göttlichkeit der kleinen Dinge zu vermitteln. Danach seh ich die Welt mit anderen Augen, aufmerksamer und gelassener."
Alle Meinungen zu Ganna findest Du
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