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Ballade zum Thema Schein und Sein


von Prinky

Noch waberte der weiße Nebel,
die Pferde galoppierten schnell
über düst`re Länderreien,
langsam wurd der Himmel hell.
Sie stieg endlich aus der Kutsche,
und es war dann auch soweit.
Braut und Bräutigam zusammen,
doch die Braut war auch bereit
gleich den Garaus anzurichten,
denn sie hatte einen Plan.
Er litt stark unter den Ängsten,
die sich steigerten zum Wahn.

Möge man ihn nie begraben,
lebend nämlich wär er noch.
So war er der Angst erlegen,
und er mied ein Friedhofsloch,
eines, ohne Sarg und Menschen,
denn er sah drin liegen sich.
Sie jedoch wollt` nur das Erbe,
liebend war sie nämlich nicht.
Doch sie spielte wahrlich göttlich
ihr Theater durch die Zeit.
Emily, die arme Gattin,
kroch durch eine Spur von Leid.

Doch sie wollte ja nur erben,
so schwor sie auf ihren Plan.
Ließ den Ehemann verzweifeln
an der Angst und an dem Wahn.
Nun, so war die Zeit gekommen,
also schritt sie an die Tat.
Wahnsinn war die Diagnose.
Liebe war nur ein Verrat.
Er begann an sich zu zweifeln,
doch er sah nur ein Gespinst.
Wahrlich schwer ist das Verlangen,
dem du nur im Tod entrinnst.

Als sie ihn dem Tode schenkte,
und ihr Plan vollendend griff,
war es wie der Wahn bezeugte,
als der Todesengel pfiff.
Doch er stieg aus seinem Grabe,
und er sann auf Rache pur.
Seine Frau nun zu begraben,
lebend ab in die Natur.
Und so warf er sie ins Grabe,
schaufelte die Erde gleich
immer weiter auf die Lüge,
auf ein längst vergangen Reich.

Anmerkung von Prinky:

Zu dieser Ballade animierte mich der ein Film von Roger
Corman aus den sechziger Jahren.
Titel: Lebendig begraben
In der Hauptrolle Ray Millard, obwohl Vincent Price
wohl eher das Aushängeschild seiner Horror-Klassiker war.


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