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Zwei Zauberer

Kurzgeschichte zum Thema Zauberei


von LotharAtzert

Nach Aussage der Tibeter gibt es in ihrem Land nur drei Arten von Menschen: Gelehrte, Verbrecher und jene, die sich nicht für eine von beiden entscheiden kann und deshalb hin und her schwankt, heute Gutes tut und morgen weniger Gutes.
Und so ist es kein Wunder, daß der dort herrschende Buddhismus sehr früh schon dreigeteilt wurde. Dreigeteilt in die sogenannten drei Fahrzeuge: das kleine Fahrzeug; das mittlere Fahrzeug und das Diamantene Fahrzeug - Vajrayana.
Das kleine Fahrzeug entsprach dem Verständnis der Menge – klein und Menge, das braucht nicht weiter erklärt zu werden. Das mittlere Fahrzeug ist dann für jene, deren Geist ruhelos das Denken auf der Suche nach Wahrheit bemüht; und das Diamantene Fahrzeug entsprechend für die Maßlosen, Raffgierigen und Verschlagenen. Auch das ist uns bekannt: Verbrecher fahren immer die teuersten Autos.
Die Belehrungen für das Volk bestehen hauptsächlich aus sittlichen Verhaltensregel, während für die Intellektuellen ausgefeilte Methoden entwickelt wurden, wie sie zum Beispiel durch die Koans aus dem japanischen Zen hier im Westen bekannt geworden sind. Ziel ist dabei, dem eigenen Geist einen Spiegel vorzuhalten.
Was nun aber die Art, mit Verbrechern umzugehen betrifft, da gibt es die abenteuerlichsten und skurrilsten Geschichten, die man sich denken kann. Eine davon möchte ich hier erzählen:

Eines Tages hörte Wangdrag, ein gerissener Dieb und Halsabschneider von Döndrub Dorje, einem Meister des Vajrayana. Es hieß nämlich, der könne einfaches Metall in Gold verwandeln und so beschloß Wangdrag, diesen zu bestehlen.
„Was machts schon, er kann sich ja neues Gold herstellen“ rechtfertigte der Dieb seinen Entschluß und schlich zur Hütte des „Siddhas“- was ungefähr unserem Begriff „Zauberer“ entsprechen mag.
Kaum hatte er sich leise bis auf drei Schritte genähert, flog plötzlich ein goldener Topf aus der Fensteröffnung und rollte scheppernd vor die Füße Wangdrags. Und noch bevor der sich richtig fassen konnte, segelte auch schon das nächste goldene Gefäß heraus, direkt in seine Arme. Damit nicht genug, wurden weitere goldglänzende Dinge heraus geworfen, so viele, daß er sie am Ende gerade noch wegschleppen konnte.
„Das ging ja recht einfach“ frohlockte er und beschloß, am nächsten Tag wieder hinzugehen. Er wollte schließlich mehr, viel mehr! Und wo’s doch auch so einfach war….
Und es wiederholte sich, wie am Vortag, wieder kam glänzendes Geschirr herausgeflogen und der Beschenkte machte sich damit wieder wortlos grinsend auf und davon.

Natürlich erzählte er niemandem davon, sonst kämen ja andere auch auf die Idee, es ihm nachzumachen und dann wäre für ihn nicht mehr genug da. Sein Weib hatte längst aufgehört, unangenehme Fragen zu stellen. Sie wußte ja: „mein Mann klaut wie die Kesselflicker!“
Und so ging das einige Tage weiter. Bis zu dem Tag, wo Wangdrag in seiner maßlosen Gier sich die Frage stellte: „Eines Tages wird der alte Idiot sterben – dann ist es vorbei mit der ganzen Herrlichkeit. Warum frage ich ihn nicht einfach, wie er das macht und…. mache mir mein Gold selber?“
Am nächsten Tag schlich er nicht heran, sondern ging festen Schrittes auf die Hütte zu, trat durch den Eingang und sah den mickrigen Döndrub Dorje, der ihn willkommen hieß, lächelnd auf dem Fußboden sitzen. Die Hütte war karg, fast leer, kein Gold glitzerte irgendwo, außer in des Siddhas Augen und fast zweifelte Wangdrag, ob es die richtige Hütte sei. Doch Döndrub forderte ihn mit einer Handbewegung auf, Platz zu nehmen und der Dieb gehorchte.
Jedoch nicht lange, da polterte es aus ihm heraus: „Alter Mann – ich kam, um dich zu bestehlen, doch du beschenktest mich. Was bist du nur für einer….!“
„Oh! Du meinst das wertlose Zeug, das ich jeden Tag aus dem Fenster schmeiße?“ entgegnete dieser. „Du bist das also, der es für mich wegräumt? Da ist es an mir, zu danken!“
Immer mehr begann Wangdrag zu staunen über diesen sonderbaren Kauz, bis er ihn schließlich direkt fragte: „Würdest du mich Sünder deine Kunst lehren?“
Der scheinbar gebrechliche Siddha brachte seinen Mund ans Ohr des Angesprochenen und flüsterte leise: „Ich weiß nicht, ob das eine Kunst ist und wer von uns kann sagen, von Sünde frei zu sein? Doch was ich weiß, will ich dich gern lehren. Nur mußt du Geduld mitbringen, denn das Lernen geschieht nicht an einem Tag.“
Und von dem Tag ab kam Wangdrag nicht mehr als Dieb, sondern als lernbegieriger Schüler.
Döndrub Rinpoche lehrte ihn die Umwandlung seines habgierigen Geistes in Mitgefühl und Weisheit. Und als sein Meister nach ein paar Jahren starb, hatte Wangdrag längst vergessen, warum er ursprünglich gekommen war…

© Lothar Atzert


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Kommentare zu diesem Text


FRP
Kommentar von FRP (23.03.2015)
Zitat Lothar Atzert:

"Das kleine Fahrzeug entsprach dem Verständnis der Menge – klein und Menge, das braucht nicht weiter erklärt zu werden."

Tut mir leid, Lother; aber ich muss mal wieder eingreifen, sonst wird das auch noch geglaubt. Es ist indes typisch für Deine Art von Konstruktion Dir vermeintlich passender Zusammenhänge. Aber gerade der Hinayana Buddhismus war nur den wenigen, großen Denkern beschieden - Deine Konstruktion klein = kleingeistig fällt ins Wasser, denn sie trifft hier nicht. Das Fahrzeug ist klein und eben keinen PrunkSchlitten, weil es sowieso nur wenige, anspruchsvolle Gäste haben wird/hatte. Es war im Gegenteil das große Fahrzeug, dass der Masse taugte, darum hat es auch das Rennen gewonnen. Deine Art, Sprache vor Deinen Karren zu spannen, ist Dein größter Verräter. Erkenne das!

Zitat aus wikipedia:

Die zwei Fahrzeuge des Buddhismus entstanden, das Schisma war vollzogen. Das kleinere Fahrzeug (Hinayana) zeichnete sich durch traditionale disziplinäre Strenge aus und wurde dementsprechend als sehr exklusiv betrachtet - es war nur wenigen Menschen möglich, sich dieser Strenge zu unterwerfen um Erlösung zu finden. Das sich für eine besagte Lockerung der Regeln einsetzende und größere Fahrzeug trug den Namen Mahayana. Vor der Entstehung des Mahayana existierten wegen fehlender Notwendigkeit keine Sammelbegriffe für unterschiedliche Schulen. Der nach dem Schisma entstandene Begriff Hinayana wird trotz des abwertenden Charakters nach wie vor verwendet.
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LotharAtzert meinte dazu am 23.03.2015:
Ja - political correctnes - Du hast vollkommen recht, auch wenn mich das "wieder einmal" ein wenig verletzt, so ist es doch - mea culpa - meine eigene Schuld.
Tatsächlich ist das Hinayana - eigentlich Theravada/Schule der Ältesten - die Grundlage, so, wie sie vom historischen Buddha Gautama gelehrt wurde. Das Mahayana ist den Veränderungen der menschlichenn Entwicklung in der Zeit angepasst und das Vayrayana, von Dir nicht erwähnt, ist aus der tibetischen Bön-Tradition hervorgegangen, die, ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen, dem nahekommt, was der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung Mitte des letzten Jahrhunderts entwickelte.
Aber, ich bitte Dich - dies ist eine Kurzgeschichte und keine Abhandlung über Buddhismus. Eine Geschichte, in der es darum geht, wie die eigene Gier nach Reichtum genutzt werden kann, um sich dem großen Werk der Befreiung aller Wesen zu widmen.
Ich danke Dir.
Gruß
Lothar
(Antwort korrigiert am 23.03.2015)
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LotharAtzert
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Aufbruch zur Juweleninsel.
Veröffentlicht am 23.03.2015, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.03.2015). Textlänge: 736 Wörter; dieser Text wurde bereits 720 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 07.07.2019.
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