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Auf ganz besondere Weise

Sonett zum Thema Gedichte/Lyrik


von Isaban

Dich schätze ich und will dir etwas schenken;
wenn möglich schenk auch du mir etwas Zeit.
Ich weiß genau, du lebst unendlich  weit
entfernt, doch muss ich innig an dich denken.

Komm, stehlen wir uns aus dem Alltag fort!
Auch wenn wir uns nicht in die Augen sehen,
hier können wir ein Stück zusammen gehen.
Ich schmiede meine Zärtlichkeit ins Wort,

versilbe liebevoll selbst kleinste feine
Wimpernschläge, deine oder meine,
obwohl wir uns im Leben nie erblickt:

Für mich bist du der Einzige und Eine.
Erbebend öffne ich dir meine Reime
und hoffe, du fühlst dich von mir geküsst.

Anmerkung von Isaban:

Gewidmet


 
 

Kommentare zu diesem Text


rochusthal
Kommentar von rochusthal (05.02.2018)
an einen glücklichen
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Isaban meinte dazu am 05.02.2018:
Vielleicht. ;)
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Walther
Kommentar von Walther (05.02.2018)
Hi Isaban,

s3v2 - da fehlt die unbetonte anfangssilbe, aber das weißt du sicher. sonst sehr schön getextet.

lg W.
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Isaban antwortete darauf am 05.02.2018:
Hallo Walther,

ja, ich weiß, ein kleiner liedschlaglanger Aussetzer.
Vielen Dank für deine freundliche Rückmeldung.

Liebe Grüße

Sabine
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Reliwette schrieb daraufhin am 05.02.2018:
Oooooch-Silbenfee - wie süß! Möge sich Dein Wunsch erfüllen :-)
Der Meermann winkt rüber!
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Isaban äußerte darauf am 05.02.2018:
Hallo Meermann,

nicht immer Autor und lyrisches Ich miteinander verwechseln, hm? Nicht jeder Krimiautor hat eine Tiefkühlleichensammlung im Keller. ;)
Ich winke herzlichst zurück!
Liebe Grüße

Sabine
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Reliwette ergänzte dazu am 05.02.2018:
Diese Geschichte erinnert mich stark an "Das Kind" von Mariella Mehr. Dieses Buch habe ich mal rezensiert. Auf meine Frage hin, was an Inhalten autobiografischen Ursprungs ist und ob auch fiktive Zusammenhänge mitspielen, erfuhr ich, dass darin ganz viel Erlebtes zusammengetragen wurde. Vielleicht hat mich das auf die Idee gebracht, dass auch bei Dir Erlebnisse mit da hineinspielen. Und? Hast Du einen Bruder?
Herzliche Grüße! Übrigens, schreibe mir doch bitte Deine mail-Anschrift, mein PC wurde von Grund auf erneuert. Alles ist futsch!
post@reliwette.de. Kann ruhig jeder lesen, bin eh gläsern.
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Isaban meinte dazu am 05.02.2018:
Ältere Brüder habe ich auf jeden Fall nicht, Hartmut.
Auch wenn es mir manchmal unterstellt wird, ich steh nicht so auf Seelenstriptease. Bei mir sollte man die Texte als das betrachtgen, was sie sind: Texte.

Meine Mailadressen habe ich dir geschickt. Net wieder verklüngeln, hm? ;)

Liebe Grüße

Sabine
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keinB
Kommentar von keinB (05.02.2018)
Ha! Von wegen der Glückliche ...
Ich dachte lange an die Geschichte von den zwei Königskindern, die zueinander nicht kommen können, weil zwischen ihnen Wasser (hier: die Begrenzung auf den virtuellen Raum" ist.
Dann fiel mir auf, dass der Angesprochene komplett passiv ist. Der macht nix mit, im Gegenteil, das LI muss anscheinend regelrecht nach seiner Aufmerksamkeit betteln (V2).

Auch in S2&3&4 wird ausschließlich das LI aktiv, das LD ist ausschließlich Empfänger.

Das heute eher selten verwendete 'innig' scheint mir eine romantisch-sexuelle Referenz zu sein, was ich mit der Zärtlichkeit aus S2 und den liebevollen kleinsten feinsten Wimpernschlägen (=Wimpernküssen) bestätigt sah. In S4 verludert das LI ein bisschen, ein Schelm, wer bei dem unreinen Reim nach einem reinen sucht, was? (Verdammt, ist das pfiffig gemacht.)

So. Und hier dreht jetzt das komplette Sonett. Sie ist geil auf ihn, da is nix mit romantisch verklärt. Sie ludert und lodert und lockt, und versucht, ihn mit Worten zu bezirzen, weil das im Virtuellen eben die einzige Möglichkeit ist und bleibt. Sie ist komplett auf ihn fixiert. Die kleinsten feinsten Wimpernschläge sind jeder noch so kleine Augenblick, den sie (virtuell, de Ärmste) mit ihm teilt/teilen kann - wobei ich hier immer noch glaube, dass dieses Teilen mehr einem Beobachten gleichkommt - und den sie akribisch aufschreibt, um ihn zu bewahren. Vermutlich stalkt sie sogar seine Onlineaktivitäten. Was das Ganze sogar noch eine Nummer trauriger macht, wenn ich drüber nachdenke - er weiß vielleicht nicht mal was von ihrer Existenz. Ein unerreichbar bleiben müssendes Idol. (Gedankenblitz: der Bravo-Starschnitt an der Wand. Vielleicht doch nicht im Internet, sondern noch vielviel unerreichbarer.)

Inwieweit sich das jetzt alles mit Form, Rhythmus, Kadenzen und dem ganzen Kram deckt, überlasse ich anderen. ;)

Hach. Böse.
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Isaban meinte dazu am 06.02.2018:
Moin keinB,

hach, du warst gestern mein Lichtblick des Tages. Tausend Dank dafür! Und noch mal tausend, weil du dir die Zeit genommen und die Mühe gemacht hast, hinter meine Verse zu schauen. Du hast auf jeden Fall detektivisches Gesprür, wunderhübsch in meinen Stilmitteln gegraben und sehr viele meiner Intentionen erfasst. Deine Interpretation gefällt mir ausgesprochen gut - und ich frage jetzt auch nicht nach dem Bravostarschnitt. ;)

Merci beaucoup, Mausi!

Liebe Grüße

Sabine
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eiskimo
Kommentar von eiskimo (05.02.2018)
Das ist gekonnt, sprachgewandt, mit schönem Fluss! Richtig gut!
vG
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Isaban meinte dazu am 06.02.2018:
Besten Dank!

Liebe Grüße

Sabine
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fdöobsah
Kommentar von fdöobsah (06.02.2018)
Hallo Isaban,

vielen Dank für dieses schöne Sonett!

Der hellsichtige Kommentar von keinB ließ mich genauer hinschauen, da ich zunächst nur verwirrt und beim flüchtigen Lesen nicht einmal über diesen vermeintlich schlechten Witz im Abschlussvers gestolpert war. Hmm, das ist doch gar nicht Isabans Stil, was ist denn in die gefahren? Dann aber öffneten sich meine schlaftrunkenen Augen, insofern geht mein Dank auch an keinB.

Offenbar wurde dem lyrIch verbal auf den Leib gerückt, weshalb es sich - wie es dir geziemt - kunstfertig und niveauvoll dieses Leibes erwehrt. Dass der Empfänger ("gewidmet"!) hier gefHier stand ein unkultivierter Ausdruck!t wird (und zwar wie!), steht eigentlich schon beim ersten (aufmerksamen!) Lesen des Abschlussverses fest, denn das wird selbstverständlich (für den aufmerksamen Leser!) mit dem offensichtlichen Un-Reim klar. Allerdings muss man, musste ich, dann doch noch einmal die Interpretationsmaschine anwerfen, um das auch insgesamt und in jeder Zeile süffisante Werk zu ergründen und zu würdigen:

Dich schätze ich und will dir etwas schenken;
eig.: „Ich schätze dich“ und es gibt auch keinen handwerklichen Grund für diese Inversion - das lyrDu wird voran-gestellt und damit vor-geführt.
wenn möglich schenk auch du mir etwas Zeit.
Da fehlt ein Komma. Absicht? Auf jeden Fall Hinweis darauf, dass das lyrDu diese Zeilen sehr sorgfältig lesen sollte, soweit es dazu überhaupt im Stande ist („wenn möglich“).
Ich weiß genau, du lebst unendlich weit
Zwei Leerzeichen zwischen unendlich und weit - Einerseits ein Hinweis auf Austauschbarkeit: Das besungene Phänomen (gerne auch: die Dummheit) lebt unendlich in allen möglichen lyrDus fort. Auch wird damit das „weit“ hin zur Entfernung geschoben: lyrIch und lyrDu sind weit voneinander entfernt!
entfernt, doch muss ich innig an dich denken.
Das feinsinnige Enjambement unterstreicht für meine Begriffe auch die inhaltliche Ferne. Das altertümliche „innig“ unterstützt die Ironisierung.

Komm, stehlen wir uns aus dem Alltag fort!
Hier konnte ich bilang nicht mehr sehen, als den Hinweis auf die Tagträumerei, die Fantasie des lyrDu, welche mit dem Begriff des "Stehlens" in den Bereich der Unrechtmäßigkeit, einer strafbaren Handlung geschoben wird (es ist u.a. Unrecht, nicht richtig aus dem lyrIch Rückschlüsse auf die Autorin zu ziehen), vermute aber, dass da noch mehr drin steckt.
Auch wenn wir uns nicht in die Augen sehen,
Einer der stärksten Hinweise: Wer sich nicht einmal beim Küssen, bei der Liebe in die Augen schaut, der kann kaum echt verliebt sein bzw. richtet sich dessen Liebe nicht auf die reale Person.
hier können wir ein Stück zusammen gehen.
Geht man „ein Stück“ zusammen? Der nächste ungelenke Wortgebrauch und dann auch noch mit„lass uns ein Stück zusammen geben“ so nahe an einer Aufführung, dass ich endgültig nicht mehr an den Vordergrund glauben mag.
Ich schmiede meine Zärtlichkeit ins Wort,
Spätestens dieses Oxymoron haut es einem in die dumme Fresse: „zärtlich schmieden“?

versilbe liebevoll selbst kleinste feine
Die Autorin lässt mit diesem Neologismus nichts unversucht, das Tauschgeschäft zu verdeutlichen, welches hier ablaufen soll und wird dabei poetisch. Das „Versilben“ deutet a) auf ein Versilbern, auf ein quid pro quo, eine Käuflichkeit, Prostitution, b) auf Lug und Trug, nämlich die silbe(r)ne Zunge die hier spricht und das nicht einmal in Worten, sondern nur in Silben und c) - ist mir leider entfallen, sorry.
Wimpernschläge, deine oder meine,
Das unterstreicht für meine Begriffe die Beliebigkeit, dieses Lesen selbst kleinster Anzeichen, dieses Einbinden jeglichen Zufalls, jedes Zeichens, sei es auch noch so klein, in die eigene Theorie/Fantasie
obwohl wir uns im Leben nie erblickt:
Und erneut unterstreicht die Autorin die Fremdheit. Ein Gedicht, welches vordergündig Nähe, gar Seelenverwandtschaft suggeriert, wird beim zweiten Hinschauen überdeutlich: diese Nähe wird „im Leben nicht“ gesucht. Mindestens wird sehr deutlich gemacht: Du kennst mich nicht!

Für mich bist du der Einzige und Eine.
Es kommt zur finalen Runde, zum endgültigen Knock-out: Wenn jemand der Einzige ist, kann er nur der Eine sein. Außerdem ist das extrem übertrieben und so glaubwürdig wie Trumps „Believe me“. Es handelt sich um eine Betonung des vermeintlich Selbstverständlichen, die überflüssig sein sollte und genau deswegen so unglaubwürdig ist. Schon die Bibel wusste: Du sollst nicht schwören!
Erbebend öffne ich dir meine Reime
Das ist so unecht wie der Reim unrein ist. Wer hier die Karikatur noch nicht erkennt, der wird spätestens im Abschlussvers…
und hoffe, du fühlst dich von mir geküsst.
…genau! Und zwar „Auf ganz besondere Weise“. Bei aller zunehmenden Wertschätzung des Werkes wollte mir doch der Titel zunächst nicht so richtig schmecken, bis ich endlich diesen sich schließenden Kreis erkannte.

Wundervoll! Respekt! Ich mag auch die offensichtlichen, rechten Geraden in die Visage, wenn sie denn ordentlich Wumms haben, aber diese Florettfechterei hat natürlich mehr Stil. Und der passt zu dir.

Ich fühle mich wachgeküsst.
fdöobsah

Kommentar geändert am 06.02.2018 um 09:27 Uhr
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Isaban meinte dazu am 06.02.2018:
Hallo fdöobsah,

schnurren könnt ich. Auch wenn ich ein wenig redundant erscheine: Besser kann ein Tag nicht beginnen!

Das fehlende Komma war natürlich Absicht - nee, ich gebe es zu, war es nicht, sondern reine Blödheit gepaart mit zu viel Ablenkungen beim Schreiben, aber ich editiere es jetzt mal nicht, weil mir deine Auslegung viel zu gut gefällt, als dass ich sie durch ein schnöde nachgetragenes Strichlein mindern wollte.

Der Rest deiner Spurensuche: Respekt, da wurde so gut wie jeder noch so kleinste feine Wimpernschlag aufgeklärt, selbst das kindische "Willst du mit mir gehen?" und die zärtlichen Schmiedehammerschläge, bei denen ich mir gar nicht so sicher war, ob sie sich überhaupt bildlich übertragen können; ich hatte bei Letzteren immer Tom und Jerry vor Augen, was ich natürlich von Lesern nicht erwarten darf.

Ich hatte sehr viel Spaß dabei, dieses Sonett zu schreiben und dieser Spaß wurde durch diese Rückmeldung (und natürlich auch keinBs, danke noch mal!) definitiv noch einmal getoppt.

Vielen herzlichen Dank!

Liebe Grüße

Sabine
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