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Abschied von Jürgen

Erzählung zum Thema Glaube


von Bluebird

Als ich die Türe öffnete stand tatsächlich Jürgen da und lächelte. „Na, wie geht`s?“ fragte er. „Ah, hallo, du bist`s!“, sagte ich so beiläufig wie möglich, „komm rein!“ Jetzt nur nichts anmerken lassen, befahl ich mir selber.
 
Meine Verstellung funktionierte tadellos. Ich benahm mich so normal wie möglich und verbarg meine wahren Gefühle. Und tatsächlich schien er auch nicht den geringsten Verdacht zu schöpfen. Lediglich einmal, als ich ihm im Garten aus einem esoterischen Buch etwas vorlas, schien er irritiert: „Was sollte das denn jetzt? Warum hast du mir das denn jetzt vorgelesen?“
    In dem Abschnitt handelte es darum, dass die Seele nach dem Tode eine Reise durch das Universum antreten würde. Ich konnte ihm ja jetzt nicht sagen, dass die „Verwandten“ mich angewiesen hatten, ihm dies vorzulesen. Und so sagte ich nach einer kleinen Schrecksekunde wiederum scheinbar beiläufig: „Ach, ich dachte, dass es dich vielleicht interessieren würde!“
      Er lachte kurz auf: „Also ein für alle Male! Ich glaube an diesen ganzen Blödsinn nicht. Tot ist tot! Und damit basta! Danach kommt nichts mehr. Wir sind nur Materie, mehr nicht!“ Ich blickte leicht resigniert zur Seite und dachte: Bald wirst du es besser wissen, mein Lieber!

Wir verbrachten noch den Rest des Nachmittags im Garten, bevor wir dann zum "Griechen" im Nachbarstadtteil fuhren und eine Kleinigkeit aßen.  Nach dem Verlassen des Imbisses begleitete ich ihn noch zu seinem Wagen. Wir gaben uns die Hand und ich sagte: „Dann mach`s mal gut!“
      Ich schaute ihm noch nach, bis sein Wagen außer Sicht war.  In diesem Leben werden wir uns nicht mehr sehen, dachte ich etwas schwermütig.  Dann begab ich mich zu meinem Fahrrad und schloss es auf.
    Was  nun? fragte ich mich nachdenklich. Wieder zurück nach Hause?  Nein, ausgeschlossen! Ich wollte jetzt den Abend nicht alleine zuhause verbringen. Und so stieg ich auf mein Fahrrad und radelte Richtung Innenstadt.

Anmerkung von Bluebird:

Teil 14 meiner autobiografischen Erzählung aus dem Jahre 1985



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Kommentare zu diesem Text


Martina
Kommentar von Martina (13.08.2013)
Hmmm...kommt mir bekannt vor....
Macht mich wieder sehr nachdenklich dein Text.
Lg Tina.
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Bluebird meinte dazu am 13.08.2013:
Wieso "bekannt"?
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Martina antwortete darauf am 13.08.2013:
ach ja..ich habe auch manchmal Vorahnungen....
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Martina schrieb daraufhin am 13.08.2013:
Geht es nach diesem Kapitel noch weiter? Habe jetzt alles durchgelesen =)
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Bluebird äußerte darauf am 13.08.2013:
Ja klar! Jetzt kommt sozusagen der "Kernteil" der Geschichte.-
"Vorahnungen" gibt es natürlich auch, wobei dies hier aber eine konkrete Ansage von den "Verwandten" war.-
Das Weiterlesen lohnt sich auf jeden Fall! - D
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Dies ist ein Abschnitt des mehrteiligen Textes Errettet aus des Teufels Küche.
Veröffentlicht am 13.08.2013, 5 mal überarbeitet (letzte Änderung am 11.06.2018). Textlänge: 308 Wörter; dieser Text wurde bereits 636 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.09.2019.
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