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von Manzanita

Beep! Beep! Beep!


Meine Uhr klingelte. Es war Zeit zum Aufstehen. Es war 9:00 Uhr eines weiteren Tages. Eines weiteren aufregenden Tages.

Das Schiff war schief.

Ich wollte weiterschlafen, aber ich rutschte ganz langsam zum Rand meines Bettes. Ich schlief oben auf einem Doppelstockbett. Ich wollte nicht runterfallen, aber das Bett hatte kein Geländer. Ich fiel runter.

Es knallte.



Ich wachte auf. Ungefähr fünf Meter neben mir schwamm meine Mutter kraftlos auf dem Wasser zur Tür. Es fehlte nicht mehr viel.

Sie wurde immer langsamer, bis sie ihre Bewegungen eingestellt hatte. Sie versuchte noch mit letzter Kraft, sich mit ihrem Arm an die Türklinke festzuhalten. Ihr Arm war zu kurz. Der Arm fiel ohne Kräfte zurück auf das Wasser. Das Wasser, was in unserer Kajüte meterhoch stand, und meine Mutter umgebracht hatte.

Ich brauchte lange, sehr lange um das zu verstehen. Vielleicht brauchte ich sogar zu lange. Denn ich war noch nicht tot. Ich musste nicht zusehen, wie meine Mutter starb. Ich musste sie retten! Ich musste ihr helfen, und das sofort!

Aber es war schon zu spät. Viel zu spät.

Meine Mutter atmete nicht mehr.

Meine Mutter konnte ich also nicht mehr retten, jetzt blieb nur noch ich in der Kajüte. Ich musste mich selbst retten.

Ich wollte zur Tür schwimmen, aber ich konnte nicht.

Mein ganzer Körper, von den Füßen bis zum Kopf, schmerzte. Erst jetzt bemerkte ich es. Ich war schließlich von der oberen Etage meines Bettes heruntergefallen. Und das tat weh. Sehr weh. Ich konnte mich kaum noch bewegen. Immer, wenn ich es versuchte, machte sich das Körperteil, den ich in Anspruch genommen hatte, durch Schmerz bemerkbar. Keine sehr angenehme Situation.

Aber ich musste was unternehmen, wenn ich überleben wollte. Ich musste diese Kajüte sofort verlassen.
Das war aber deutlich leichter gesagt, als getan. Denn in meiner Situation, wäre ich am liebsten in mein Bett gesprungen (wozu ich aber auch zu schwach gewesen wäre) und dann eingeschlafen. Das konnte ich aber gerade sowieso nicht.

Ich versuchte noch einmal, die Kajüte zu verlassen.

Der Kleiderschrank, indem Mama und ich all unsere Sachen aufbewahrten, schwamm ohne Türen auf dem Wasser. Ich hielt mich an ihm fest, ergriff dabei aus Versehen irgendetwas rechteckiges, was ich in die Tasche steckte, man konnte ja nie wissen, und zog meinen Körper Richtung Tür. Mit dem Schwung, den ich nun hatte, schaffte ich es gerade so, bis zur Tür zu kommen. Dort hielt ich mich am Ramen fest und zog meinen Körper hindurch. Ich hatte es geschafft! Ich schwamm nun im Flur, der natürlich genauso überschwemmt war.

Zunächst musste ich ans andere Ende des Flures, denn dort befand sich die Treppe nach oben, wo bestimmt schon der Kapitän mit seinen Leuten auf die Passagiere wartete, um sie mit Rettungsbooten an Land zu bringen. Um bis zur Treppe zu kommen, zog ich mich auf die gewohnte Art an den Türrahmen durch den Flur. In den anderen Kajüten fand ich das gleiche Spektakel wie in meiner. Überall lagen die Betten, Schränke und die Menschen, die in der Zwischenzeit schon zu Opfern übergegangen waren, im Wasser.

»Besser, ich schaue nicht hin«, dachte ich mir, »ich konzentriere mich besser darauf, nach oben zu kommen.«
Auf der bereits gewohnten Art und Weise kam ich dann endlich an der engen Wendeltreppe an, die hoch auf das Deck führte. Ich konnte, ohne meine Arme zu strecken, beide Wände berühren, so eng war die Treppe.

Um nach oben zu kommen, konnte ich natürlich nicht im Wasser schwimmen, vor allem nicht, weil immer noch Wasser die Treppe hinunterströmte. Ich musste also aufstehen. Ich nahm meine ganze Kraft zusammen, hielt mich an einer Türklinke von einer Kajüte direkt neben der Treppe fest, und schaffte es gerade so, meinen Körper aufzurichten. Es fühlte sich so an, als wäre er mindestens doppelt so schwer wie vorher, dabei konnte das ja nicht sein. Ich versuchte mit der Kraft, die mir noch übrigblieb, was natürlich nicht mehr sehr viel war, meinen linken Fuß auf die erste Stufe zu bewegen. Aber ich hatte nicht mehr genügend Kraft. Ich musste eine Pause machen. Auf die Stufe könnte ich mich sowieso nicht setzen, egal ob ich zu schwach bin, oder nicht, weil die Stufen überschwemmt waren. Also lehnte ich mich an die Wand um mich aufzuladen.

Nachdem ich ungefähr 20 Sekunden Pause gemacht hatte, stellte ich meinen linken Fuß erneut auf die erste Stufe und den zweiten ebenfalls. So kam es, dass ich nach starker Anstrengung und vielen langen und kurzen Pausen oben ankam.

Ich war auf der Reise natürlich schon oft dort oben, meistens um entweder die Aussicht zu genießen, während mir mal kurzzeitig nicht übel war (!), oder um ins Meer zu kotzen. Was ich damit sagen will, ist, dass ich mich ziemlich genau auskannte. Ich wusste natürlich, wo der schnellste Weg zum Wasser entlangführt, das ist sehr wichtig, wenn man gleich kotzen wird. Daher kam ich ziemlich schnell zu den Stellen, wo bis gestern noch Rettungsboote waren.

Aber sowohl die Besatzung des Schiffes und die Passagiere als auch die Rettungsboote, waren verschwunden. Das Deck war leer.

Wie konnte das passieren? Warum war die Besatzung nicht mehr an Bord, sondern nur noch jede Menge Leichen sowie ein 13-jähriges Kind? Hatte die Besatzung vielleicht selber so viel Angst, dass sie selber geflohen ist, bevor alle Passagiere evakuiert waren? Das war doch nicht verantwortungsvoll! Nein, das ist illegal! Das konnte doch nicht passieren.

Aber das konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr ändern. Also nahm ich meine Kräfte zusammen und versuchte zumindest, so schnell wie möglich auf die andere Seite des Schiffes zu rennen. In der Schule hatte ich auch immer eine 1 in Sport, aber in dem Zustand, indem ich mich befand, hätte man mich auch im Fußballverein rausgeworfen, indem ich als Angriff spielte.

Nach mindestens 3 Stunden, wie es sich für mich anfühlte, und einer sehr, sehr großen Anstrengung, um nicht anstrengende Anstrengung zu sagen, kam ich auf der anderen Seite an.

Das Schiff, indem ich mich befand, war inzwischen nicht nur schief, sondern sehr schief. Das war auch der Grund gewesen, weshalb mir der der erste Teil des Weges (auf die andere Seite des Schiffes), indem es Schiff ab ging, viel leichter als der Zweite erschien, indem es Schiff auf ging.

Glücklicherweise befand sich hier noch ein letztes Rettungsboot, was man noch nicht benutzt hatte, vielleicht hatte man mich ja doch nicht vergessen, sondern man wollte nur nicht auf mich warten, konnte ja auch sein. Nur, wie sollte ich jetzt in das Rettungsboot kommen? Das Schiff war ziemlich hoch, und das Boot war ziemlich weit unten. In meinem Zustand konnte ich jedenfalls nicht springen. Ich musste mir also etwas anderes überlegen.

Plötzlich stolperte ich über etwas. Zum Glück konnte ich mich gerade so noch halten. Ich schaute an mir herunter. Da war nichts. Aber da musste etwas sein, sonst wäre ich ja nicht darüber gestolpert. Ich schaute noch einmal an mir herunter. Diesmal erkannte ich etwas. Es war sehr dunkel draußen, deshalb erkannte ich nicht viel. Ich sah nur ein dickes Seil, was plötzlich endete. Ich versuchte mit dem Fuß am Seil zu zerren, aber zu meiner Verblüffung war es straff.

Ich kniete mich hin, um das Seil abzutasten. Es war sehr dick. Und dann sah ich, worüber ich gestolpert war. Es war eine Art Befestigung aus Eisen, durch die das Seil durchführte. Sie war schwarz gestrichen, wahrscheinlich hatte ich sie deshalb nicht gesehen. Das man aber auch nie daran denkt, dass man schwarze Sachen in der Nacht auf schwarzem Boden nicht besonders gut sieht. Jedenfalls führte das Seil da durch. Wenige Zentimeter danach, endete es in einem dicken Knoten. Es war kein normaler Knoten. Eher so ein dicker Seemannsknoten, der so gut hält, den man aber auch nicht so gut auseinanderkriegt. Ich versuchte natürlich sofort, den Knoten aufzulösen, es war aber nicht so schwer. Man sah kaum etwas, und ich musste das Seil gleichzeitig gut festhalten, denn irgendetwas zog daran.

Irgendetwas, aber was? Ich schaute zum anderen Ende des Seiles. Es hing am Rettungsboot.
Ich hörte sofort auf, den Knoten zu lösen. Wie konnte ich so dumm gewesen sein!? So dumm! So bescheuert! Beinahe hätte ich dafür gesorgt, dass meine letzte Rettung verschwinden würde! Zum Glück hatte ich es nicht losgebunden.

Das Rettungsboot, in das ich natürlich hineinwollte, hing also an einem Seil. War das ein Vorteil für mich und meine Situation, oder eher ein Nachteil? Ich dachte nach. Am Seil könnte ich das Schiff woanders hinziehen, wo ich besser hineinkommen könnte. Das war eine gute Idee, fand ich. Ich musste nur noch einen Ort finden, wo ich besser in das Boot reinkommen könnte. Ich schaute mich um. Rechts neben meinem Boot befanden sich noch andere Stellen, an denen andere Rettungsboote gewesen waren. Und dort waren Leitern. Schwarze Leitern aus Stahl. Das war die Idee!

Ich kniete mich noch mal zum Seil, öffnete den Knoten und zog das Rettungsboot zur nächsten Anlegestelle. Dort nahm ich das Seil in den Mund, wie es ein Hund machen würde und stieg die Leiter runter.

Ich hatte es geschafft!

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