Der Fluss an dessen Ufer wir uns trafen

Gedicht zum Thema Melancholie

von  GastIltis


Der Fluss, an dessen Ufer wir uns trafen,

- wir glitten sanft hinab im Dämmerlicht -

ich hätte dort so gern mit dir geschlafen,

doch schlafen ließest du uns beide nicht.


Und staunend hat das Sein uns zwei gefunden.

Die laue Nacht zog über uns hinfort.

Wie Doppelsterne waren wir verbunden

und lauschten jedem leisen Zauberwort.


Der Morgen kam ernüchternd niederträchtig.

Ein Tischleindeckdich war nicht eingeplant.

Der Schwan am Ufer segelte bedächtig,

als hätte ihm von unsrer Nacht geschwant.




Anmerkung von GastIltis:

Empfohlen von: Didi.Costaire, TassoTuwas, plotzn, Tula, Agnete, AZU20, EkkehartMittelberg, AlmaMarieSchneider, tueichler, Drita, Teolein, Taina.
Lieblingstext: Drita, AlmaMarieSchneider.
Für euch!

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Kommentare zu diesem Text

Teolein (70)
(05.09.22, 08:01)
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 GastIltis meinte dazu am 05.09.22 um 14:35:
Danke Teo,
das ist schon mehr, als man von ihm, also dem Tag, erwarten konnte. Wie sagte schon Victor Hugo? Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein.
Sei herzlich gegrüßt von Gil.

 EkkehartMittelberg (05.09.22, 18:06)
Hallo Gil,
wen die Liebe nicht schlafen lässt, der hat ihr hingebungsvoll gedient.

Herzliche Grüße
Ekki

 GastIltis antwortete darauf am 05.09.22 um 21:17:
Stimmt Ekki,

besser als du kann man es nicht ausdrücken.
Danke und sei vielmals gegrüßt von Gil.
Agnete (66)
(05.09.22, 21:44)
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 GastIltis schrieb daraufhin am 05.09.22 um 21:54:
Eigentlich ist das ja der Titel eines Büchleins einer Autorins aus der damaligen Lyrikecke, liebe Moni. Sie hatte einen Gedichtband veröffentlicht und tatsächlich ein "Werk" von mir mit hinein genommen. Den Titel fand ich so inspirierend, dass mir diese Zeilen dazu eingefallen sind. Komische Reminiszenz.
Danke und viele Grüße von Gil (Heinz).

 TassoTuwas (06.09.22, 10:30)
Hallo Gil,
ja die Melancholie ist berechtigt und sie wird durch dieses Gedicht für  jede der kommenden Generationen größer werden. Wo werden die Schwäne sein, wenn es keine Flüsse mehr gibt, nur noch Bächlein und später versiegende Rinnsale? 
Ausgetrocknet die Welt, benetzt nur durch Tränen!
In Staub verbleibt gedankenschwer TT

 GastIltis äußerte darauf am 06.09.22 um 14:16:
Ja, mein lieber Tasso,
so ist es. Wusstest du eigentlich, dass Schwäne gejagt werden dürfen? Genau, bis Ende Februar gelten sie als jagdbares Wild, hat mir ein Landwirt von der Insel Rügen, mit dem ich zusammen in Trassenheide meinen „Sommerurlaub“ im berüchtigten Alcatras verbringen durfte, berichtet. Derselbe übrigens, der seine gesamte geerntete Wintergerste an die Araber verkauft. Und weißt du wofür? Als Futter für die Kamele. Also, mein Freund, die Welt ist nach wie vor in Ordnung, es kommt nur auf die Sichtweise an! Die Wüsteney* lebt, nach uns Sorge** und Elend**.
Danke und herzlich grüßt dich dein Naturfreund Gil.
*Ort bei Greifswald
**Orte im Harz

 TassoTuwas ergänzte dazu am 06.09.22 um 14:44:
Lieber Tierfreund Gil,
dann ist dir sicher bekannt, dass alle Schwäne in England Eigentum das Königshauses sind und nur von diesem gejagt und verspeist werden darf. Was ihnen herzlich gegönnt sei, denn Schwanenfleisch schmeckt grauslich!
Dir allezeit guten Appetit  :) wünscht TT

 GastIltis meinte dazu am 06.09.22 um 15:44:
Danke, aber zum Glück gehöre ich auch nicht entfernt zum englischen Königshaus, obwohl meine Wiege nicht so weit weg von Hannover gestanden hat. Gruß Gil.

 Didi.Costaire (06.09.22, 21:49)
Hallo Gil,

du lässt die Worte mal wieder wunderbar fließen und ich würde angesichts der Doppelstern-Romantik geflissentlich darüber hinwegsehen, dass kein Frühstück inklusive war. Selbst Hotels mit mehr als zwei Sternen bieten das heutzutage an.

Beste Grüße,
Dirk

 GastIltis meinte dazu am 11.09.22 um 20:32:
Lieber Dirk,
deine Großzügigkeit ehrt dich. Kein Mensch, besonders ich, ist so vollkommen, am Morgen auch noch ein Frühstück im Freien nach einer durchwachten Nacht zur Hand zu haben. Und denk daran, im Zeitalter der Romantik waren Catering-Services noch nicht erfunden. Außer vielleicht beim Adel.
Danke und sei herzlich gegrüßt von Gil.

 plotzn (08.09.22, 11:07)
Wunderbar poeteisch-melancholisch beschrieben, Gil.
Das Glück hat eine kurze Halbwertszeit.
Zum Glück ist es kein One Hit Wonder...

Liebe Grüße
Stefan

 GastIltis meinte dazu am 11.09.22 um 20:51:
Danke Stefan,
stimmt. Das Glück ist kein radioaktives Element. Jedenfalls vermutlich keines von denen, die zur Energieerzeugung verwendet werden. Wahrscheinlich liegt es irgendwo zwischen Polonium-212 und Tellur-128, so meine grobe Schätzung.
Mit dem Englischen kenne ich mich leider nicht so aus, das weißt du!
Sei dennoch vielmals gegrüßt von Gil.
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