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Sein Tod

Kurzgeschichte zum Thema Tod


von rebell91

Am Ende hab ich nur noch gehofft, dass er bald stirbt. Er hat mir so leid getan mit den vielen Schläuchen überall und dem ganzen Krankenhauszeugs. Zwei mal wurde er verlegt. Das letzte Zimmer war ein Sterbezimmer. Hat niemand gesagt. Haben alle gewusst.
Als ich das vorletzte Mal bei ihm war hat er mich für die Freundin meines jüngeren Bruders gehalten. Ich hab mir gewünscht nie hingegangen zu sein. Er hat mir so leid getan, wie er im Bett lag und sich nicht mehr richtig bewegen konnte.
Ich hasse Krankenhäuser. Ich mag den Geruch von Krankheit und Putzmitteln in den Gängen nicht, diese steriele Aufmachung, die ganzen Gefühle und Schmerzen darin. Als wir ihn besuchten, lag ein alter Mann neben ihm. Er redete nicht ein Wort. Nie. Zwei Tage nach seinem Tod, erfuhr ich, dass er der erste Faschingsprinz in einem Nachbarsdorf war. Das 60. Jubiläum des Vereins stand in der Zeitung. Sein Name darunter. Hans Frieder Derr.
Er wurde wieder verlegt. Ich war nicht da. Sie erzählten es und ich schwieg. Er war gestürzt. In diesem Zimmer. Zimmer 13 Deswegen war er verlegt worden. Er brach sich die Wirbelsäule, war von dort an gelähmt.
Er tat mir so leid, mit seiner Frau die den ganzen Tag bei ihm saß und ihn nie in Ruhe ließ. Am Anfang meinte ich, ich würde sie verstehen. Ihr Mann stirbt. Darum ging es ihr nicht. Darum ging es ihr nie.
Iss nur. Komm. Iss da. Das magst du. Mach den Mund auf. Iss. Komm iss. Trink noch was. Trink. Trink. Magst du noch einen Kuchen. Ich hol dir einen Kuchen. Iss. Komm du musst den Essen.
Und ein ganz schwaches, leises: Noi.
Doch, doch. Und iss die Himbeeren. Iss die. Das sind Vitamine.
Er war so schwach. Der Arzt meinte, die Lunge sei völlig zerstört. Ach, wie gern hätte er wohl noch eine geraucht...
Sie war jeden Tag bei ihm. Ließ ihm keine Ruhe. Schon vor eineinhalb Jahren hatte sie gewusst, dass er nicht mehr viel Zeit hatte. Genießen? Nein. Arbeiten. Im Garten. Putzen. Die Tomaten. Diese scheiß Tomaten. Und wenn er mal daneben war, völlig verwirrt und das Klo nicht mehr gefunden hat. Dann hat sie ihn angemeckert und immer gemeint, er wäre ihr ein Klotz am Bein. Wie gerne hätte er ihr geholfen!
Die Ärzte und die Patienten waren völlig entnervt von dieser Frau. Es muss jemand da sein. Immer jemand da sein. Jemand muss nach ihm sehen.
Schlaf doch da. Ist doch ein Bett frei.
Nein,nein.

Er wurde wieder verlegt. Zimmer 11. Das Sterbezimmer.
Meine Mutter war bis 12 Uhr nachts bei ihm. Man meinte, es könne seine letzte sein.
War sie nicht.
Meine Oma hat am nächsten Abend erzählt, von der Zeit in der sie bei ihm war. Er erkannt meinen Opa nicht. Er sprach ncihts mehr. Garnichts. Sie fütterte ihn. Der Arzt erklärte ihr ihm nur Pudding zu geben am Fleisch könne er ersticken. Sie fragte ihn öfter, ob er was zu trinken wolle. Einmal meinte sie ein ganz leises, flüsterndes Noi zu hören.
Seine Frau kam. Die Tante meiner Oma.
Warum hat er das nicht gegessen?  Essen, essen, essen, essen. Das letzte was er aß war eine Suppe.
Oma meinte, sie hätte Angst, da zu sein, wenn er stirbt. Sie wüsste nicht, was sie tun solle. Ich wüsste es auch nicht.
Sie lachte und meinte, er hätte durch die Luft gegriffen und Hallo geufen. Wen er meinte, fragte sie sich. Den Tod? Das frag ich mich. Ob er den Tod gerufen hat? Hallo, Toohoood. Hallo. Hol mich. Hiiiiier. Hier! Hallo!
Sie wurde wieder ernst. Dann hat er sich dann immer ausversehen mit der Hand den Schlauch aus der Nase gezogen.
Er tat mir so leid, wenn ich darüber nachdachte, wie schlecht es ihm ging und was für Schmerzen er hatte.
Als er ins Sterbezimmer kam und ich über alles nachdachte hab ich geweint.
Heute ist er gestorben. Vor ungefähr drei Stunden.
Ich habs ihm gewünscht.
Ich hab ihm das Beste gewünscht.

Ich hab eine Sache von ihm. Die gehört ganz allein mir. Die hat er mir geschenkt. Nur mir. Nur er. Er mir. Ein Englischwörterbuch. Sein einziges Eigentum, als er in englischer Kriegsgefangenschaft war.

This book has been bought by Gerhard Brämer, No. B.345719 and is his personal property.
March, 5th 1946      Accounts-Officer
                              No.17 P.O.W.Camp.


Das war das letzte über das wir richtig gesprochen haben. England.

ich vergess dich nich

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von MellonCollie (24) (30.06.2007)
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rebell91 meinte dazu am 01.07.2007:
danke cari. lieb von dir.
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Kommentar von The_black_Death (31) (10.07.2007)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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rebell91 antwortete darauf am 10.07.2007:
war besser so.
danke.

auch grüße
susi
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Kommentar von Möwe (16) (16.07.2007)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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rebell91 schrieb daraufhin am 16.07.2007:
danke. freut mich wirklich.
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