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1

Novelle zum Thema Weihnachten


von Skala

Kowalski hatte die Schnauze voll. Jawohl, es wurde Zeit, dass er ein und für allemal Schluss machte mit – ja, womit sollte er da beginnen? Stirnrunzelnd blickte er auf den zerknüllten Zettel in seiner Hand. Notizen aus dem fünfzehn-Uhr-Meeting. Stappert feuern, stand da, und, direkt darunter, Mutter absagen, und, ein klein wenig versetzt am rechten Rand Mach endlich Schluss!!! Mit drei Ausrufezeichen. Im Grunde war Kowalski kein Typ, der sich an unschuldigen Satzzeichen abreagierte, nein, eigentlich konnte er sich nicht einmal entsinnen, je ein Ausrufezeichen oder gar ein Fragezeichen benutzt zu haben. Ein schlichter Punkt sagte seiner Meinung nach alles, was gesagt werden musste.

Insofern war klar, welche Notiz auf seiner Liste Priorität hatte. Aber bevor Kowalski tun konnte, was er tun musste, oder viel mehr tun wollte, musste er es zunächst einmal zum Zug schaffen – was sich angesichts der widrigen Dezemberwitterung alles andere als leicht darstellte. Er klappte den Kragen seines Mantels hoch, zog den Kopf ein und den Hut zurecht und umrundete einen der unsäglichen Weihnachtsbaumverkaufsstände, die seinen täglichen Arbeitsweg vom Bahnhof zum Büro und wieder zurück säumten. Er trat in eine Pfütze – vor ein paar Tagen hatte es nicht angefangen zu schneien, nein, es hatte angefangen zu regnen, und das bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Morgens schlitterte Kowalski zum Bahnhof, und abends trabte er mit nassen Füßen wieder zurück, ein Ende nicht in Sicht, und auch die überladene Weihnachtsbeleuchtung wohin er nur blickte vermochte es nicht, seine Laune zu heben – im Gegenteil, erinnerte ihn dieses Gefunkel und Geleuchte doch nur daran, dass die Stromrechnung diesen Monat wieder in horrende Höhen schießen würde, Tatjanas Weihnachtswahn sei Dank.

Es sei denn ...

Kowalski ignorierte die Rufe der Verkäufer auf dem Vorplatz des Bahnhofsgebäudes und betrat die breite Passage, die hinauf zu den Gleisen führte. Er nahm jeden Tag die gleiche Verbindung, und doch glitt sein Blick gewohnheitsmäßig hinauf zu der großen Anschlagtafel, auf der wie üblich die Züge darum wetteiferten, wer wohl die größte Verspätung vorzuweisen hatte. Kowalski stutzte. Sein Zug wurde nicht auf Gleis 16 angezeigt, wie er es erwartet hatte, sondern auf Gleis 17. Er runzelte die Stirn. Vermutlich stand wieder einmal irgendeine verspätete Bahn im Weg, und er musste es nun ausbaden. Natürlich hatte es nichts zu bedeuten, ob er jetzt auf Gleis 16 oder gegenüber, auf Gleis 17, zustieg, aber Kowalski war der Ansicht, dass doch nichts über die Gewohnheit ging – und wenn ein Zug immer auf Gleis 16 abfuhr, dann hatte das gefälligst auch so zu bleiben. Wo käme man denn hin, wenn plötzlich jeder täte, was er wollte, ja, wenn die Tagesschau plötzlich schon um neunzehn Uhr käme und die Müllabfuhr statt dienstags plötzlich mittwochs?

Missmutig stapfte Kowalski die Stufen zu Gleis 16 und 17 hinauf und wandte sich am Ende der Treppe nicht wie gewohnt nach links, sondern nach rechts, obwohl alles in ihm sich gegen diese ungewohnte Bewegung sträubte. Sein Zug stand schon auf dem Gleis, hell erleuchtet, und Kowalski bemerkte mit widerwilliger Zufriedenheit, dass er nicht annähernd so voll besetzt war, wie sonst immer. Noch eine Unregelmäßigkeit, wenn auch eine der angenehmeren Art. Kowalski räusperte sich, trat an die Bahnsteigkante und drückte auf den grün leuchtenden, runden Knopf. Mit dem gewohnten Zischen öffneten sich die Zugtüren und Kowalski trat mit einem langen Schritt in den Regionalexpress ...


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Kommentare zu diesem Text


sandfarben
Kommentar von sandfarben (01.12.2016)
Du weißt, ich mag deine Geschichten und diese hier hat so was Trauriges .. schön.
lg christa
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Skala meinte dazu am 01.12.2016:
Hallo Christa,
Danke dir für Kommentar(e) und Empfehlung! Und - auch auf die Gefahr hin, dich zu enttäuschen - ich glaube nicht, dass Kowalski bis zum Schluss seine Tristesse behält ... schauen wir mal.
LG, Alina
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (01.12.2016)
Der unspektakuläre Protest gefällt mir.
Gruß
Ekki
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Skala antwortete darauf am 01.12.2016:
Hallo Ekki,

Vielen Dank für Kommentar und Klick! Stillen Protest finde ich manchmal (?) spannender, als lautstarken ...

Liebe Grüße,
Alina
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Dies ist ein Strophe des mehrteiligen Textes Die vier Weihnachtsfeste des Herrn Kowalski.
Veröffentlicht am 01.12.2016, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.12.2016). Textlänge: 547 Wörter; dieser Text wurde bereits 477 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.05.2021.
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