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Novelle zum Thema Weihnachten


von Skala

Kowalski blickte erschrocken auf. Neben ihm stand, wie plötzlich aus dem Boden gewachsen, ein Schaffner, uralt, klein und verhutzelt, aber mit wachen Augen, deren Blick ihn förmlich zu durchdringen schien. Kowalski schluckte. „Guten Abend“, erwiderte er, griff in seine Manteltasche und zog sein Portemonnaie heraus. „Ich habe ein Monatsticket“, erklärte er, während er noch durch die verschiedenen Fächer blätterte und nach dem kleinen Papier suchte. Für gewöhnlich wurde er im Pendelverkehr nicht kontrolliert, aber für ebenso gewöhnlich war er auch nicht der einzige Fahrgast im Zug. „Sehr wenig los heute, oder nicht?“, sprach er weiter, fand endlich sein Ticket und fummelte es aus dem Kreditkartenfach heraus.
„Nicht weniger, als üblich“, entgegnete der Schaffner, und Kowalski blickte ihn verdutzt an, während er ihm sein Ticket entgegenstreckte. „Hören Sie mal. Ich fahre jeden Tag mit diesem Zug und – das ist doch der Regionalexpress nach ...“

„Sie sind im richtigen Zug“, unterbrach ihn der Greis ruhig. Kowalski zog die Augenbrauen hoch und fragte sich, wann wohl das „April, April!“ kommen mochte, respektive ein „Advent, Advent!“, irgendetwas, das ihm zeigte, dass hier nichts Unerklärliches vor sich ging, dass alles ganz normal war, ein Witz, irgendeine irrige Posse. Er hoffte, der Alte, dessen Gegenwart ihm alles andere als beruhigend erschien, würde nach Kontrolle des Fahrscheins weiter seine Runden durch den Zug ziehen, doch offensichtlich beabsichtigte der Schaffner, hier Wurzeln zu schlagen, genau hier, neben Kowalski. Dieser sackte immer weiter auf seinem Sitz zusammen und bemühte sich, nicht in die eisblauen Augen seines Gegenübers zu schauen. Aber als sein Blick statt ins Gesicht des Schaffners auf dessen Hände fiel, wurde ihm nur noch mulmiger zumute. Der Alte hatte seine Fahrkartenlochzange achtlos auf einen der Sitze gelegt und hielt ihm ein Papier entgegen, das Kowalski unangenehm vertraut erschien.
„Ich glaube, das hier haben Sie verloren“, sagte er freundlich. Kowalski räusperte sich, versuchte, etwas zu sagen, aber es wollte ihm kein in irgendeiner Sprache existentes Wort über die Lippen kommen. Er griff nach dem Zettel, nickte und schämte sich für die Hitze, die ihm in die Wangen stieg.

„Wer ist Stappert?“, fragte der Schaffner unverblümt. Kowalski hustete, schluckte und wischte sich die Schweißtropfen von der Stirn.
„Arbeitskollege“, presste er heraus.
„Aha. Und haben Sie Ihrer Mutter schon abgesagt?“
Kowalski schüttelte stumm den Kopf. Der alte Schaffner nickte verständnisvoll. „Das ist die Krux der To-Do-Listen. Man schreibt die Dinge auf, aber dadurch sind sie noch lange nicht erledigt. Derjenige, der die To-Do-Listen erfunden hat, gehört ins Fegefeuer der Prokrastination.“
Kowalski blickte fragend.
„Aufschieberitis. Zu nichts anderem führen doch diese ewigen, endlosen Listen.“ Der Schaffner lächelte, ein wenig von oben herab, wie Kowalski fand. „Aber manchmal ist es auch ganz gut, wenn man seine Dinge nicht gleich erledigt, nicht wahr?“
Kowalski klappte den Mund auf und zu. „Wie meinen ...?“
Der Schaffner deutete auf Kowalskis Aktentasche. „Schluss machen“, sagte er, „halte ich selten für eine gute Idee. Ich an Ihrer Stelle würde diese Dinger ganz schnell entsorgen. Vielleicht geben Sie Sie mir?“

Kowalskis Kinnlade fiel herunter. „Woher wissen Sie ...?“, japste er. Der Schaffner zuckte nur mit den Achseln. „Wissen“, sagte er, „Ahnen, Glauben ... Was ändert das schon am Resultat? Na los, geben Sie schon her.“ Er streckte die Hand aus, und Kowalski griff wie in Trance in seine Aktentasche, zog das kleine Pillendöschen heraus und ließ es in die runzlige Hand des Alten fallen. Dieser hob das Etikett auf Augenhöhe, las, zog die Augenbrauen hoch und nickte anerkennend. „Respekt“, sagte er, bevor er das Döschen in einer Innentasche seiner Schaffneruniform verstaute.
„Den Strick“, sagte er beiläufig, während Kowalski schwitzend in seinen Sitz zurücksank, „können Sie meinetwegen behalten. Der ist ohnehin zu dünn für Ihr Gewicht.“ Mit diesen Worten stand er endlich auf und schlurfte in Richtung des vorderen Zugteils davon.


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Absinth (62) (03.12.2016)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Skala meinte dazu am 04.12.2016:
Vielen Dank! Einen frohen zweiten Adventssonntag wünsche ich!
Skala
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Songline
Kommentar von Songline (03.12.2016)
Ich mache hier gern täglich ein Törchen auf.
Liebe Grüße
Song
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Skala antwortete darauf am 04.12.2016:
Hallo Songline -
Das freut mich! Das motiviert dazu, die Kläppchen auch zu füllen.

Liebe Grüße und einen schönen zweiten Advent,
Skala
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Dies ist ein Strophe des mehrteiligen Textes Die vier Weihnachtsfeste des Herrn Kowalski.
Veröffentlicht am 03.12.2016, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 03.12.2016). Textlänge: 622 Wörter; dieser Text wurde bereits 450 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.05.2021.
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