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Novelle zum Thema Weihnachten


von Skala

Und ehe Kowalski sich versah, stand er draußen auf dem Bahnsteig, es war immer noch dunkel und nieselte, auf dem Boden eine Pfütze neben der anderen, aber Kowalski war glücklich. Er reckte die Arme in die Luft und das Schloss seiner Aktentasche gab nach; ein ganzer Stoß Papier landete auf der nassen Erde. Als Kowalski sich danach bückte, fand er seinen Notizzettel, sein Ticket, wie es der Schaffner genannt hatte. Mutter absagen, las Kowalski, Stappert feuern und Mach endlich Schluss!!! Mit drei Ausrufezeichen. Kowalski blinzelte, dann zückte er sein Smartphone und wählte kurz entschlossen eine Nummer.

„Stappert“, sagte er, als am anderen Ende der Leitung ein barsches „Ja?“ erklang. „Kowalski hier. Ein frohes Fest wünsche ich dir, du kannst meinen Job haben.“ Ohne auf eine Antwort zu warten, legte er auf und wählte eine weitere Nummer. Dieses Mal dauerte es etwas länger, bis sein Anruf entgegengenommen wurde.
„Kowalski“, klang es barsch aus dem Hörer. Kowalski schluckte.
„Guten Abend, Mutter“, sagte er.
„Ach, du bist es. Was ist los? Bist du etwa immer noch im Büro? Ich warte mit dem Abendessen, das ist dir hoffentlich bewusst, Kowalski!“
Kowalski schloss die Augen und griff mit Daumen und Zeigefinger an seine Nasenwurzel. „Ich bin nicht mehr auf der Arbeit, Mutter“, sagte er. „Aber ich komme heute Abend nicht nach Hause. Und ich werde auch auf Weihnachten nicht zu Hause sein. Ich weiß nicht, wann ich wiederkomme.“
„Du machst Witze, Kowalski!“
„Nein“, erwiderte Kowalski. „Ich mache keine Witze. Ich wünsche dir frohe Feiertage, Mutter.“ Er schickte sich an, aufzulegen, doch dann besann er sich und hob den Hörer noch einmal an sein Ohr. „Und noch etwas: Ich habe auch einen Vornamen!“
Er legte auf, atmete tief durch und blinzelte. Um ihn herum lagen noch immer seine verstreuten Unterlagen. Er ging in die Knie, raffte die Zettel zusammen und stopfte sie nachlässig in seine Aktentasche. Mochte sich doch Stappert damit auseinandersetzen.

Einen Anruf galt es noch zu tätigen. Mit zitternden Fingern suchte Kowalski in seinem Adressbuch nach der richtigen Nummer und wartete, bis das Gespräch angenommen wurde.
„Tatjana?“, sagte er. „Ich bin es. Ich ... es tut mir alles so leid, aber ... ich denke, wir haben einiges zu bereden. Ich habe jetzt nicht lange Zeit, aber ich möchte die gern noch vor Weihnachten besuchen. Hast du Zeit für mich, sagen wir, am Mittwoch?“
„Kowalski“, sagte Tatjana, ungewohnt unsicher. „Was meinst du damit? Ich ...“
„Es tut mir leid“, wiederholte Kowalski. „Lass mich dir alles in Ruhe erklären. Hab noch einen schönen Abend. Ich rufe dich wieder an.“
„Kowal-“
Kowalski legte auf. Seine Unterlippe zitterte, und ihm war so seltsam zumute, wie noch nie zuvor in seinem Leben. Da stand er nun, mit einer Aktentasche voller schmutziger Unterlagen, einem zerknitterten Notizzettel und wusste nicht genau, wohin er sich wenden sollte. Einer plötzlichen Eingebung folgend, schlug er den Weg in die Innenstadt ein.

Die meisten Geschäfte hatten noch geöffnet. Kowalski betrat das kleine Blumengeschäft, in dem er schon häufiger einen Strauß für Tatjana gekauft hatte.
„Schönen guten Abend, Herr Kowalski“, begrüßte ihn die Verkäuferin. „Einen Weihnachtsstrauß für Ihre Verlobte.“
„Heute nicht, nein“, antwortete Kowalski. „Ich würde gerne einen Strauß verschicken. Leider kenne ich die Adresse nicht, aber kennen Sie das kleine italienische Restaurant in der Nähe des Einkaufszentrums? Ja? Vielleicht arbeitet dort eine Kellnerin namens Katharina. Ihr würde ich gerne einen Strauß schicken.“
Falls die Verkäuferin überrascht war, so ließ sie es sich nicht anmerken. „Sehr gerne. Mit einer Karte dabei?“
„Nein, danke“, sagte Kowalski, überlegte es sich dann aber anders. „Vielleicht nur ein kleines Schildchen. Frohe Weihnachten, oder so etwas.“
„Sehr gern.“ Kowalski nickte nur, als die Verkäuferin ihm verschiedene Blumensorten zeigte.
„Sie machen das schon, da bin ich mir sicher. Können Sie ihn am 23. zustellen?“
Die Verkäuferin nickte, Kowalski zahlte und verließ mit einem „Frohes Fest wünsche ich Ihnen“ das Geschäft. Die Innenstadt lag dunkel und still vor ihm, in den Pfützen spiegelten sich die Lichterketten an den Bäumen und Häusern wieder, und Kowalski ging langsam wieder zurück in Richtung Bahnhof. In seiner Manteltasche fühlte er nach dem zerknüllten Zettel.

Keinen Zug am Bahnhof stehen zu sehen, kam Kowalski seltsam ungewohnt vor. Einen Augenblick lang stand er etwas verloren da. Dann drehte er sich um und trat an den einzigen Fahrkartenautomaten weit und breit. Mit zittriger Hand tippte er auf die Schaltfläche für den Fahrkartenverkauf. Dann schloss er die Augen. Tippte, tippte noch einmal und noch ein drittes, viertes und fünftes Mal, wild auf dem Automaten herum. Dann öffnete er die Augen, las, welchen Zielort er erwischt hatte und ließ sich die Fahrkarte herausgeben. Sein Zug würde in Kürze vom gegenüberliegenden Gleis abfahren, und langsam stieg Kowalski die Treppen zur Bahnsteigunterführung hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf. In der Ferne sah er schon die Lichter des sich nähernden Zuges, in seiner Hand hielt er sein Ticket aus dem Automaten und sein anderes Ticket. Das Mobiltelefon in seiner Manteltasche begann zu klingeln, hörte kurz auf und fing dann wieder an zu klingeln, während der Zug in den Bahnhof einfuhr. Kowalski holte das Gerät aus der Tasche und schaltete es aus, bevor er in den Waggon zu den wenigen anderen Fahrgästen stieg, die um diese Uhrzeit noch unterwegs waren. Er setzte sich in Fahrtrichtung und überprüfte die Zeitanzeige. Das Datum stimmte, und er musste unweigerlich lächeln.

„Frohe Weihnachten, Kowalski“, sagte er mit einem letzten Blick auf seinen Notizzettel, bevor er ihn dreimal in der Mitte durchriss, das schmale Zugfenster öffnete und die Schnipsel in die Nachtluft hinauswarf. Für einen kurzen Moment wehten sie wie Schneeflocken am Fenster vorbei, bevor sie in die Dunkelheit verschwanden.
„Frohe Weihnachten.“

Anmerkung von Skala:

Ihr Lieben, die ihr Kowalski über die ganze Adventszeit begleitet habt – ich danke euch ganz herzlich für eure Geduld und euer Durchhaltevermögen! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Geschichte um Kowalski Tag für Tag weiterzuschreiben, und ich hoffe, das Lesen hat euch ebenso viel Freude bereitet.

Kowalski und ich wünschen euch allen gesegnete Feiertage und ein fröhliches Neues Jahr! Schaut doch in ein paar Tagen noch einmal bei Kowalski vorbei – vielleicht bringt ja das Christkind oder der Weihnachtsmann noch ein Geschenk vorbei!



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Kommentare zu diesem Text


Songline
Kommentar von Songline (24.12.2016)
Vielen Dank für diese Geschichte, von der ich mich bis heute gern durch die Adventszeit begleiten ließ.
Frohe Weihnachten
Song
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Kommentar von ues (34) (05.01.2017)
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Kommentar von Teichhüpfer (56) (05.01.2017)
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Dies ist ein Strophe des mehrteiligen Textes Die vier Weihnachtsfeste des Herrn Kowalski.
Veröffentlicht am 24.12.2016, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.12.2016). Textlänge: 930 Wörter; dieser Text wurde bereits 568 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 20.07.2021.
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