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Der langsame Abschied von Mama

Bericht zum Thema Mutter/Mütter


von eiskimo

Papa ist einfach so gestorben,
völlig überraschend, mit 74.
Bei Mama hat sich das hingezogen,
über neun lange Jahre lang.
Dass sie die meiste Zeit im Heim war,
hatten wir nicht geplant.
Das hat sich so ergeben.
Immerhin waren wir vier Kinder.
Einer hätte sie nehmen  können.
Aber dann blieb sie erst einmal allein.
Und scheinbar kam sie zurecht.
Sie ging auch schon einmal raus.
Wir wussten  von einer alten Freundin.
Doch dann kam die Sache mit den Pillen
Sie nahm was zur Beruhigung, was Starkes.
Und dann  wurde sie komisch. Zitterte.
Sie stürzte auf der Treppe,
Die alte Wohnung im dritte Stock,
das ging nicht mehr.
Im Krankenhaus stoppte man die Pillen.
Sie zitterte noch mehr.
Parkinson , sagte man uns.
Zurück konnte sie nicht mehr.
Einer hätte sie nehmen müssen.
Das Krankenhaus empfahl  Heimunterbringung.
Wenigstens übergangsweise.
So dass man sie gut einstellen kann.
Ja, wenn die Ärzte das sagen.
Wir fanden ein Heim, ein schönes.
Der Umzug war nicht schön.
Sie konnte ja nicht viel mitnehmen.
Wir sortierten  ganz viel aus. Streng.
Denn was sollte sie auch mit dem Kram?
Wir vier kümmerten uns aber.
Mama war das Wochenendprogramm.
Samstags  Nachmittag, oder Sonntags früh.
Dann kam man gut durch mit dem Auto.
Mama blieb in dem Heim.
Wir merkten: So toll war es dort  doch nicht.
Es wurde auch immer teurer.
Einer hätte Mama zu sich nehmen können.
Auch nach dem ersten oder zweiten Jahr noch.
Ihr Parkinson ließ sich kontrollieren.
Bei Papa war es ganz schnell gegangen.
Mama  aber starb ganz langsam.
Sie  schenkte uns  noch  viele Wochenenden

 
 

Kommentare zu diesem Text


Stelzie
Kommentar von Stelzie (20.03.2019)
Lieber Eiskimo,
diese Zeilen lassen mich nicht so einfach wieder los. Zum Einen weil es um die Entgültigkeit geht, die der Tod nun mal mit sich bringt. Zum Anderen ist da dieses Schuldgefühl, das sich wie ein rotes Band durch den Text zieht.

Liebe Grüße
Kerstin
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eiskimo meinte dazu am 20.03.2019:
Danke, liebe Kerstin, für diese - im besten Sinne! - mit fühlende Stellungnahme. Ich "knabbere" noch sehr an diesen Erlebnissen, und Du hast meine Gefühlslage gut erfasst.
lG
Eiskimo
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Isaban
Kommentar von Isaban (20.03.2019)
Hallo eiskimo,
grausam und verdammt gut formuliert.

Der Text hier schafft es, trotz Sarkasmus zu berühren.

Es ist kein Text, den man gern liest, dafür schrappt er zu nah an Wirklichkeit und Möglichkeit entlang. Aber es ist ein Text, der einen (wie Mama) nicht so schnell loslässt.

Freundliche Grüße
Isaban
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eiskimo antwortete darauf am 20.03.2019:
Ja, meine Mama.... Du hast das genau erfasst: Irgendwie grausam, und dann durchlebt man es immer wieder, es lässt einen nicht los.Es war auch mehr ein Diktat als ein kreativer Schreib-Akt....
Danke für die Würdigung, die mich sehr berührt
lG
Eiskimo
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Kommentar von Cora (29) (20.03.2019)
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Isaban schrieb daraufhin am 20.03.2019:
Auslegungssache. Man könnte die vielen Wochenenden auch als Mamas Strafe für die ungeratenen Kinder betrachten. Bei Papa war alles so viel einfacher.

Antwort geändert am 20.03.2019 um 12:12 Uhr
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Cora (29) äußerte darauf am 20.03.2019:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Isaban ergänzte dazu am 20.03.2019:
Wie gesagt: Auslegungssache. ;)
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Kommentar von Trainee (71) (20.03.2019)
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eiskimo meinte dazu am 20.03.2019:
Danke. Durch das Schreiben kann man ja auch verarbeiten, Abstand gewinnen, vielleicht sogar Klarheit.
Ich freue mich, dass einige hier doch meine Erfahrungen teilen. Auch das tut gut.
Liebe Grüße
Eiskimo
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princess
Kommentar von princess (20.03.2019)
Hallo eiskimo,

ich sitze jetzt seit einer ganzen Weile schon vor diesem Text und feile an klugen Kommentar-Worten. Aber weißt du was? Manche Texte fordern zum Schweigen heraus. Und mir ist sehr nach Schweigen.

Ein sehr gelungener, sehr berührender Bericht.

Liebe Grüße
p.
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eiskimo meinte dazu am 20.03.2019:
Danke für Deine Reaktion, auch schweigend. Ich fühle mich trotzdem verstanden, und dass da eine Art Einklang ist - schön!
liebe Grüße
Eiskimo
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eiskimo
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Veröffentlicht am 20.03.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 20.03.2019). Textlänge: 260 Wörter; dieser Text wurde bereits 142 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 08.05.2020.
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