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Sonett zum Thema Ausbrechen


von Isaban

Blätter erzählen vom Ende der Welt,
lautlos schneien Eintagsfliegen;
da wo Obst zu Boden fällt,
bleibt es einfach liegen.

Blautannen raunen und rauschen im Chor,
krachend fallen die Kastanien,
Krähenkrächzen schrillt ins Ohr,
die Kollegen fahrn nach Spanien

während Linden Endzeit spielen,
Eicheln auf die Köpfe zielen
und sich Spatzen an den Tischen

mit Kaffeehauskunden mischen.
Sanft singt dir der Wind das Lied,
das dich noch manchmal fernwärts zieht.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Lluviagata
Kommentar von Lluviagata (07.10.2011)
Ganz ganz toll!!!
Witzig, gut gereimt, Thema voll erfasst! ♥
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Lala
Kommentar von Lala (07.10.2011)
Hallo isaban,

wirkt auf mich etwas unentschlossen. Zum einen wirkt es auf mich witzig (die Kollegen und die Eicheln), dann wieder arg schwermütig, abe rnicht so arg, dass es wiede lächerlich wäre. Auch wenn der Einstieg schon vermuten lässt, dass Du die Endzeitstimmung im Herbscht übertreiben willst. Hm? Irgendwie unentschlossen grüßt

Lala
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Bergmann
Kommentar von Bergmann (07.10.2011)
In der Melancholie bist du gut zu Hause.
LG, Uli
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fdöobsah
Kommentar von fdöobsah (07.10.2011)
Hallo Sabine,

hier muss ich dem hellsichtigen Vorredner (ich meine Lala!) ein wenig widersprechen. Unentschlossen wirkt hier nur das lyrIch, den Text halte ich für eine sehr konzentrierte und einfach sehr gut gemachte Allegorie auf zum Beispiel keinVerlag (wobei kV immer auch die Welt im Kleinen repräsentiert, das ist doch wohl klar).

Und natürlich hagelt es momentan Herbstgedichte und zwar mit Endzeitstimmung und allem drum und dran. Viele Gedichte etwas bemühterer Kollegen oder auch die Körner ansonsten blinder Hühner (Eintagsfliegen) schneien lautlos weil unbeachtet zu Boden, aber auch das nahrhaftere Obst, aus dem man Nektar saugen könnte fällt und bleibt, herrlich lakonisch eingebaut, einfach liegen.

Die blubbernde Wortsoße persifliert der Eingangsvers der zweiten Strophe geradezu unnachahmlich, wenn er - für mich jedenfalls - auch einen Bezug auf den Zungenbrecher mit dem Brautkleid und Blaukraut bringt. Ja, es raunt und rauscht im Blätterwald und mitunter erwischt es auch eine Kastanie, die dann "krachend" zu Boden fällt, weil Kritiker es geradezu beschrien (Hier sieht man sehr schön, dass das Gedicht selbstverständlich nicht auf kV begrenzt ist. Das ist nur mein Beispiel.) Nicht alle beteiligen sich an diesem Chor, manche halten und ziehen sich zurück, fahren nach Spanien.

Im ersten Terzett wird die Szenerie noch einmal wiederholt, zusammengefasst, aber auch betont, dass selbst die Dorfältesten mitspielen, dass quasi Gericht gehalten wird, denn es sollte mich bei Isaban wundern, wenn die Linde zufällig gewählt worden wäre. Und auch die anderen Schwergewichte beteiligen sich, wenn Eicheln auf die Köpfe zielen. Das Bild wird noch einmal verstärkt, wenn beschrieben wird, wie sich freche Spatzen zwischen die Stammkunden und diese auf-mischen. Das ganze Dorf gerät in Wallung und Bewegung, die Aufregung ist groß, und doch ist es jedes Jahr nur immer wieder dasselbe Lied.

Das lyrIch hat dazu bereits Abstand gewonnen, beobachtet das Treiben ein wenig distanziert, träumt (immer noch) von ernsthafteren, gewichtigeren Liedern. Und hin und wieder zieht es das auch in die Ferne, aber dann bleibt es doch da. Darin liegt sicher eine gewisse Unentschlossenheit, aber das ist halt auch die Sehnsucht, die ein Dichter benötigt. Als Rimbaud beschloss, ins Leben und ins Abenteuer aufzubrechen, entstand kein Vers mehr, im Gegenteil. Die Dichterei hielt er fortan für Kinderkram. ;)

Und nun habe ich das Gefühl, nur an der Oberfläche gekratzt zu haben. Mit diesem Sonett könnte man sich gut und gerne noch befassen, aber ich werfe halt zu gerne mit Kastanien und Eicheln um mich. Tolles Gedicht, Sabine, einmal mehr.

Beste Grüße
fdöobsah
(Kommentar korrigiert am 07.10.2011)
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janna (66) meinte dazu am 07.10.2011:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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EkkehartMittelberg antwortete darauf am 07.10.2011:
Das ist das Faszinosum guter Literatur, für unterschiedliche Deutungen offen zu sein. Ich räume gerne ein. fdöobsah, dass ich auf den Vergleich mit kv nicht gekommen wäre, der aber plaubibel erscheint. Das Kompliment gilt insbesondere der Autorin, die mit ihrem Sonett den fantasievollen Kommentar ermöglicht hat.
Ekki
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fdöobsah schrieb daraufhin am 07.10.2011:
Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass Sabine nicht explizit die Verhältnisse auf keinVerlag beschreiben wollte, denn sonst hätte sie das Thema auch so benannt. Ich denke nicht, dass sie da falsche Scheu hätte. Ich schrieb ja, dass kV mit jeder Gruppe getauscht werden kann, nur symptomatisch für die soziologischen Abläufe innerhalb von Gruppen steht. Vielleicht beschreibt Sabine auch ihr Büro, ihren Verein oder schlechthin die menschliche Gemeinschaft. Für mich sprang jedenfalls kV aus dem Text heraus und das mit hoher Wahrscheinlichkeit, weil ich seit drei Krankheitstagen vornehmlich hier wildere. ;)
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AZU20
Kommentar von AZU20 (07.10.2011)
Gefällt mir auch, weil es meine Stimmung trifft. Bin schon wieder beim Kofferpacken. LG
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Kommentar von janna (66) (07.10.2011)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Isaban
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Veröffentlicht am 07.10.2011. Dieser Text wurde bereits 7.307 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 22.10.2018.
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