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Auf der Suche nach einer Bibel

Erzählung zum Thema Glaube


von Bluebird

Ein bisschen erstaunte mich, dass es an den Ständen sehr oft um politische Inhalte ging. Und ich fragte mich einige Male: Wieso gibt es hier nicht mehr religiöse, christliche Bücher? Bibeln? Schließlich ist das hier doch ein Kirchentag!
    Plötzlich verspürte ich den starken Wunsch mir eine Bibel zu kaufen. Ich wunderte mich ein wenig über mich selbst, denn noch vor wenigen Wochen hätte ich es für völlig ausgeschlossen gehalten, dass mich dieses Buch jemals wieder interessieren könnte. Seit meiner frühen Schulzeit hatte nicht mehr darin gelesen.
 
Seltsamerweise war es ausgerechnet Jürgen gewesen, der mir einige Monate zuvor zum Kauf einer Bibel geraten hatte. "Wäre bestimmt interessant für dich sie einmal ganz durchzulesen!", hatte er gemeint. Ich hatte ihn nur verständnislos angeschaut und geantwortet: "Warum sollte ich? Da stehen doch sowieso nur Legenden und Märchen drin!" Er hatte nur gelacht und entgegnet: "Trotzdem! Du solltest es tun!"
    Mir fiel ein, dass auch die "Verwandten" einige Male aus der Bibel zitiert hatten und ich es gerne nachgeschlagen hätte. Keine Frage, ich brauchte eine Bibel.
      Nachdem ich eine Zeitlang erfolglos herumgesucht hatte, vernahm ich plötzlich lautes Singen. Ich ging in Richtung des Klanges und gelangte zu einer Kirche. Für einen Moment zögerte ich, - seit Jahren hatte ich keine Kirche mehr betreten - aber dann öffnete ich die Türe und ging hinein.

Mein Aufenthalt in der Kirche war jedoch nicht von langer Dauer, denn ich war in das Ende eines Gottesdienstes geraten. Kurze Zeit später wurde der Schlusssegen gesprochen und dann noch ein Lied gesungen. Dann ging es im Besucherstrom schon wieder nach draußen.
    Ich scherte schnell aus und blieb in der Nähe der Kirche stehen. Was nun? Da fiel mein Blick auf ein in der Nähe stehendes Gebäude. Die Fenster im ersten Stockwerk standen offen und einige Jugendliche waren zu sehen. Den  Geräuschen nach zu urteilen schien dort eine Party in Gange zu sein. Auf einmal hatte ich das Gefühl, dass eine innere Stimme zu mir sagte: Geh hinein! Dort wirst du eine Bibel finden!  Ich zögerte einen kurzen Moment, dann aber ging ich entschlossen auf den Eingang zu. Einen Versuch ist es wert, dachte ich.
 
Als ich ins erste Stockwerk kam, war dort vor dem "Partysaal" tatsächlich ein Büchertisch aufgebaut. Erfreut stellte ich fest, dass  dort auch  einige Bibeln zum Kauf angeboten wurden. Meine "innere Stimme" hatte mich also nicht getäuscht.
    Nach längerer Begutachtung  entschied ich mich für eine  katholischen Einheitsübersetzung, wegen der verständlichen Sprache und auch des günstigen Preises von zehn DM. Danach schaute ich noch einmal kurz in den "Partysaal" und verließ dann wieder das Gebäude.
    Seltsam, dachte ich, da suchst du überall nach einer Bibel und findest sie schließlich dort, wo du es eigentlich nicht vermutet hättest!  Und war es nicht erstaunlich, dass ich dies vorher schon gewusst hatte? Woher war der Impuls gekommen?
      Auf jeden Fall war ich nun froh im Besitz einer Bibel zu sein. Vielleicht ist es ja ein gutes Zeichen!, dachte ich Ein Zeichen der Hoffnung in dieser recht angespannten Gesamtsituation!

Anmerkung von Bluebird:

Teil 16 meiner autobiografischen Erzählung aus dem Jahre 1985



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Dies ist ein Abschnitt des mehrteiligen Textes Errettet aus des Teufels Küche.
Veröffentlicht am 15.08.2013, 10 mal überarbeitet (letzte Änderung am 11.06.2018). Textlänge: 495 Wörter; dieser Text wurde bereits 727 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 22.11.2019.
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