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PoesieInhaltsverzeichnisMachtspiele

Wen juckt noch Winkelmann?

Politisches Gedicht zum Thema Wahrnehmung


von EkkehartMittelberg

„Edle Einfalt, stille Größe“
proklamierte Winkelmann.
Land der Griechen, ohne Blöße,
dies kam hierzulande an.

Brauner Einfall, laute Macht,
Hakenkreuze, finstre Nacht.
Hellas Größe war geknechtet,
Griechenland total entrechtet.

Heute Moloch, der nur schluckt,
mit dem Stinkefinger juckt,
keine Sicherheiten bietet,
Mitgefühl ist weg ge-nietet.

Wenn Europas Märkte beben,
wird man wieder Scherben kleben,
weit entrückt ist Winkelmann,
Kapital nur, das kommt an.

© Ekkehart Mittelberg, März 2015

Anmerkung von EkkehartMittelberg:

„Edle Einfalt und stille Größe proklamierte J. J. Winkelmann in seiner Erstlingsschrift: ›Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauer-Kunst‹ (1755) als das Schönheitsevangelium der griechischen Kunst und regte damit eine lebhafte Diskussion an, wie gleich der Beginn von Lessings Laokoon zeigt. Die dort zitierte berühmte Stelle lautet im Neudruck des Schriftchens in den Deutschen Lit.-Denkm. Nr. 20, S. 24: "Das allgemeine vorzügliche Kennzeichen der Griechischen Meisterstücke ist endlich eine edle Einfalt, und eine stille Größe, so wohl in der Stellung als im Ausdruck. So wie die Tiefe des Meeres allezeit ruhig bleibt, die Oberfläche mag noch so wüten, eben so zeigt der Ausdruck in den Figuren der Griechen bei allen Leidenschaften eine große und gesetzte Seele." Und als ergänzende Ausführung dazu S. 26 f.: "Die edle Einfalt und stille Größe der Griechischen Statuen ist zugleich das wahre Kennzeichen der Griechischen Schriften aus den besten Zeiten; der Schriften aus Sokrates Schule, und diese Eigenschaften sind es, welche die vorzügliche Größe eines Raphaels machen, zu welcher er durch die Nachahmung der Alten gelangt ist." (Quelle: http://www.textlog.de/schlagworte-edle-einfalt-stille.html


 
 

Kommentare zu diesem Text


TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (21.03.2015)
Ich fürchte die Zeiten, in denen man andere Völker ihrer Kultur wegen bewundert, sind endgültig vorbei. Nur der Kontostand entzückt heute langfristig, auch wenn er durch Waffen- oder Drogenhandel oder Dank Bestechung zustande kommt.

P.S.: Ausnahmen sind natürlich untergegangene Völker, denn die haben ja bei keiner Bank der Welt einen Dispo mehr.
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Didi.Costaire meinte dazu am 21.03.2015:
Ich denke, man bewunderte damals die Kultur anderer Völker und tut es heute - allerdings die Kultur einer fernen Vergangenheit. Neben dem Geld, das heute da ist oder nicht, verblasst das.
(Antwort korrigiert am 21.03.2015)
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EkkehartMittelberg antwortete darauf am 21.03.2015:
@Trekan: Merci. Ich denke für den Wertewandel, der sich scheinbar immer mehr zugunsten kritikloser Bewunderung der Macht des Kapitals entwickelt, ist die Beziehung der Deutschen zu Griechenland ein gutes Beispiel
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EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 21.03.2015:
@Didi.Costaire:Ja Didi, die Griechenlandsehnsucht nach dem Erbe der Antike, die zu Zeiten der Klassik über ganz Europa verbreitet war, existiert in reduzierter Form immer noch. Reiseveranstalter wissen und berücksichtigen das. Aber sie "verblasst" gegenüber der Einschätzung eines Volks/Staats nach seinen finanziellen Möglichkeiten. Grazie.
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Kommentar von Agneta (62) (21.03.2015)
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EkkehartMittelberg äußerte darauf am 21.03.2015:
Danke. Ich stimme dem zu, Agneta, aber schau mal auf deinen dritten Satz: Die wirtschaftliche Abhängigkeit........verträgt sich nicht mit wirtschaftlicher Abhängigkeit." Öh?
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Agneta (62) ergänzte dazu am 21.03.2015:
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Sätzer
Kommentar von Sätzer (21.03.2015)
Lieber Ekki,
Großkulturen sind immer eines Tages untergegangen. Heute zählt im wesentlichen nur noch Geld. Fast alles wird monetär bewertet. Aber auch diese "Geld-Kultur" wird kollabieren. Die Finanzkrise ist nach wie vor am Laufen, Blasen entwickeln sich schon wieder in den USA, China und auf allen Aktienmärkten. Die staatlichen Schulden der meisten Länder expandieren. Griechenland ist da ein Extremfall, weil der typische Grieche keine Steuern zahlen will.
Schön, dass du mal Politisches aufgreifst.
LG Uwe
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.03.2015:
Merci, Uwe, ob die Geldkultur kollabieren wird? Sie ist ungeheuer kreativ darin, sich immer wieder neu zu erfinden. Aber man liest in letzter Zeit wieder ungenierte Kapitalismuskritik.

LG
Ekki
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Alias meinte dazu am 23.03.2015:
der typische deutsche will auch keine steuern zahlen, wird aber dazu gezwungen.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 23.03.2015:
Das stimmt. Vielleicht können griechische Finanzämter in dieser Hinsicht wirklich von uns lernen.
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loslosch
Kommentar von loslosch (21.03.2015)
den stinkefinger hat peer steinbrück 2013 spielerisch gezeigt. so war es wohl auch bei varoufakis. dann der fake, angeblich von böhmermann. blamiert hat sich jauch. korrekt wäre:

Pseudo-Stinkefinger juckt, ...

ich bin gespannt, wann und wie tsipras eine bonzensteuer einführt. oder ist er von den reeder-magnaten bestochen?
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.03.2015:
Ich neige auch eher zum Pseudo-Stinkefinger, Lothar. Mir kommt es hier nicht so sehr darauf an, ob er tatsächlich gezeigt wurde. Aber er ist zum Symbol für die aggressive Verhandlung ökonomischer Probleme geworden, für deren Lösung es scheinbar kein von beiden Seiten wirklich akzeptiertes Konzept gibt. Danke.
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Kommentar von chichi† (80) (21.03.2015)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.03.2015:
Dank dafür, dass du den Blick auch auf die Gestaltung lenkst, Gerda.
Es sind noch ein paar Feinheiten drin. Andernfalls schriebe man so etwas besser in Prosa.

LG
Ekki
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Kommentar von michaelkoehn (76) (21.03.2015)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.03.2015:
Merci, Michael, dein ergänzendes Gedicht zeigt, dass wir in desillusionierten Zeiten leben. Wenn der Rubel rollt, dann sicher nicht für die Ideale von Iphigenie.

LG
Ekki
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michaelkoehn (76) meinte dazu am 21.03.2015:
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AZU20
Kommentar von AZU20 (21.03.2015)
Ja, davon werden wir auch nicht mehr wegkommen, fürchte ich. LG
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.03.2015:
Danke, Armin. Du kennst mich ja als Optimisten. Aber in dieser Hinsicht bin ich hoffnungslos pessimistisch. Ich sehe kein Ende des menschenverachtenden Kapitalismus.

LG
Ekki
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Kommentar von Graeculus (69) (21.03.2015)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.03.2015:
Winkelmanns Griechenbild war zu idealisierend, als dass es historisch korrekt wäre. Das ist richtig, Graeculus. Aber darum geht es mir gar nicht primär. Winkelmann steht repräsentativ für eine Betrachtungsweise, die grundsätzlich bereit ist, die künstlerischen Leistungen einer anderen Nation zu würdigen und dabei ökonomische und machtpolitische Aspekte der Beziehung zu dieser Nation auszublenden. Ganz klar, dass sich Politiker diese einseitige Sicht nicht leisten können und nicht leisten werden. Dennoch ist es bedauerlich, dass das deutsch-griechische Verhältnis für lange Zeit auf das Ökonomische reduziert bleiben wird.
Hier ein Hinweis auf die Winkelmann-Forschung, die noch sehr im Fluss ist:
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.05.2005
"Zwiespältig beurteilt Luca Giuliani die Dissertation von Esther Sünderhauf über die Rezeption der Person und Schriften des Altertumforschers Johann Joachim Winckelmann. So berechtigt ihre vorgetragene Kritik an seiner Kanonisierung, um so bedauerlicher ihr Rückfall in die gleiche "Tradition der Winckelmann-Verdrängung", hält Giuliani der Autorin vor. Sein Hauptvorwurf zielt darauf, dass Sünderhauf für ihre Analyse nicht die Schriften Winckelmanns herangezogen hat, denn wie kann man, fragt der Rezensent, "die Rezeption eines Phänomens behandeln, ohne es zunächst selbst in den Blick zu nehmen?" Giuliani will auch nicht einleuchten, warum Sünderhauf mit ihrer Rezeptionsanalyse erst Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzt, denn den ersten Grundstein zur heroischen Kanonisierung Winckelmanns hätte Goethe bereits im Jahr 1805 gelegt, wendet er ein. Sünderhaufs Fazit, Winkelmann sei zugleich kanonisiert und verdrängt worden, stimmt Giuliani ansonsten aus vollem Herzen zu. Er geht aber noch weiter als die Verfasserin und behauptet - in Kenntnis des Hauptwerks von Winkelmann, das es heutzutage in keiner vollständigen Ausgabe gäbe, wie er beklagt - , dass Winkelmanns Sicht der Kunst entscheidend entpolitisiert worden sei, eine Tendenz, die bis heute anhalte und die er anhand der vorliegenden Dissertation letztlich bestätigt sieht."
http://www.perlentaucher.de/buch/esther-spohia-suenderhauf/griechensehnsucht-und-kulturkritik.html
(Antwort korrigiert am 21.03.2015)
(Antwort korrigiert am 21.03.2015)
(Antwort korrigiert am 21.03.2015)
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moonlighting
Kommentar von moonlighting (21.03.2015)
Wo du Recht hast, hast du Recht.

LG
Helen
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.03.2015:
Grazie, Helen, ich würde mich freuen, wenn mein Gedicht die Perspektive ein wenig erweitern könnte.

LG
Ekki
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (22.03.2015)
Ein politisch Lied, das Raubtierkapitalismus geißelt und darauf hinzudeuten scheint, dass wir Griechenland die vielleicht sympathischsten Götter Europas mit dem Namen Europa selbst verdanken. Gr. Dramatiker, Poeten, Philosophen, Wissenschaftler und Architekten. Für manche unter uns gibt es noch ein Graecum und Latinum. Ist der Zeitgeist platter geworden? Ich glaube nicht. "Brauner Einfall" als Metapher gefällt mir, wenn man sie auch auf die Gegenwart anwendet und damit deutsche Überheblichkeit meint, bloß weil ein Land in Korruption zu versinken scheint, von der wir leider mehr als genug hierzulande haben.
(Kommentar korrigiert am 22.03.2015)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.03.2015:
Lieber Dieter,
wenn man ein Gedicht geschrieben hat, ist es freigesetzt und man kann die Rezeption nicht mehr beeinflussen. Umso mehr freut sich der Autor, wenn ein Kommentator, so wie du hier, seine Intention einfühlsam erkannt hat. Danke.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (22.03.2015)
Die alten Werte mussten den neuen weichen, aber solange man sich ihrer erinnert ist nicht alles verloren!
Herzliche Grüße
TT
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.03.2015:
Merci, Tasso, so sehe ich es auch.
Herzliche Grüße
Ekki
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Kommentar von JamesBlond (63) (24.03.2015)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 25.03.2015:
Merci, James, ich genieße, nicht zum ersten Mal, die Metaphern in deinen Kommentaren.
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Gedichte.
Veröffentlicht am 21.03.2015, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 05.12.2016). Textlänge: 69 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.251 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 12.07.2020.
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