Pöh! sagte der Fuchs

Sonett zum Thema Alltag

von  Isaban

Allein, ich bin im ganzen Haus allein!
Im Badewasser treibt blassblau Lavendel,
das Radio spielt Klassik, ich glaub Händel,
doch stellt die rechte Stimmung sich nicht ein.

Fast hämisch schwingt im Flur das Wanduhrpendel:
Ins kleine Schwarze pass ich nicht mehr rein
und meine Waage zeigert sehr gemein.
Ich hasse meine Gene und Herrn Mendel;

der Star des Abends wollte ich heut sein -
mit der Figur beachtet mich kein Schwein.

Was soll’s, wer hat schon Bock auf ein Getändel,
auf Klassentreffen und auf Fetenwein?
Mir bleibt ja noch der Krimi von Ruth Rendell,
das Sofa, Chips und Honigkerzenschein.

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Kommentare zu diesem Text


 Jorge (23.01.10)
Zwei Dinge würde ich ändern:
1. Die blöde Waage in den Sperrmüll,
2. Die Tüte mit den Chips außer Reichweite deponieren
Alles andere natürlich lassen - weil sehr schön.

 Isaban meinte dazu am 23.01.10:
Ok, ok, du kriegst die Chips.

Vielen Dank für deine freundliche Rückmeldung, lieber Jorge,
freut mich, dass der Text dich ansprechen konnte.

Liebe Grüße,

Sabine
janna (60)
(23.01.10)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Isaban antwortete darauf am 23.01.10:
Vielen Dank für deine Rückmeldung, liebe Janna.
Dein Kommentar hat mich ungemein gefreut.
(Hihi - nee, ich will auch kein halber Zentner sein! :-D)

Liebe Grüße,

Sabine

 franky (23.01.10)
Hi liebe Sabine,
Bei diesem Sonett fällt mir auf, wie du mit minimalsten Reimworten (Silben) auskommst und doch ein stimmungsvolles bild zauberst. Die paar Kilo mehr mußt du so teuer als möglich verkaufen.

Herzliche Grüße

von Franky:-)
(Kommentar korrigiert am 23.01.2010)

 Isaban schrieb daraufhin am 23.01.10:
Da gibt es keine käuflichen Kilos, lieber Franky.

Liebe Grüße,

Sabine

 Bergmann (23.01.10)
Tja. Zweite Midlife-?

 Isaban äußerte darauf am 23.01.10:
Interessante Interpretation, lieber Uli. Textfern, aber sehr interessant.
(Antwort korrigiert am 23.01.2010)

 Didi.Costaire (23.01.10)
Ein rundes Gedicht zum runden kV-Textjubiläum, liebe Sabine!

Verspielt in Sonettform und Inhalt. Einfache ein-Reime treffen auf fantasievolle -ändel/ -endel-Reime, die vom Badeschaum bis hin zu klassischer Musik, Wissenschaft und Literatur reichen.

Sehr gut gefällt mir der Ausdruck
und meine Waage zeigert sehr gemein.
im Zusammenhang mit der Wanduhr. Während jener Pendel sich immer im gleichen Rhythmus bewegt und der Zeiger stoisch seine Runden dreht, pendelt sich das Körpergewicht allzu gerne in höheren Kategorien ein.

Liebe Grüße, Dirk

 styraxx (07.02.10)
Unaufhaltsam nagt der Zahn der Zeit. Man kann sie nicht zurückdrehen – vielleicht auch gut so. Schön gereimt. Liebe Grüße
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