Stoische Zuspitzungen

Glosse zum Thema Tod

von  loslosch

Omnibus illo nobis commune est iter: Quid fata deflemus? Non relinquit ille nos, sed antecessit (Seneca, um die Zeitenwende bis 65 n. Chr.; Ad Polybium de consolatione). Der Weg dorthin ist uns allen gemeinsam: Was sollen wir unser Schicksal beklagen? Er [der Tote] hat uns nicht verlassen, sondern ist (uns nur) vorausgegangen.

Was man so sagt am Grabesrand, unter Heiden wie Christen. Stoiker im Christentum oder Christen in der Stoa. Eines aber verschweigen die neunmalklugen Prediger alter wie neuer Provenienz: Auf die gelebte Verweildauer kommt es an, die irdische Verweildauer! Selbstverständlich in auskömmlichen Lebensumständen. - Worauf die weitaus meisten Prediger alter wie neuer Prägung in eigener Sache hundertprozentig wert legen. Gesichert letztlich durch den finanziellen Beitrag derer, die mit ihren Augen an den Lippen der Verkünder kleben.

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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (27.12.13)
Du scheinst mindestens einen von den Predigern persönlich zu kennen. Ich habe ihnen bisher immer geglaubt, dass nicht ein Hauch des schnöden Mammons ihre Reinheit streifen kann. ;-D

 loslosch meinte dazu am 27.12.13:
sind meine texte authentisch? aber dein glauben ist ganz schön süffisant.

ich kannte mindestens 3 kath. priester etwas näher. die waren zu diesem thema zugeknöpft. aber ein ev. stadtpfarrer schüttete, nach verlorener schachpartie, mir ungefragt sein herz aus: stadtpfarrer dr. "urbsterra" (von mir nachlatinisiert; bitte nicht übersetzen) gab kund, er fühle sich als gutbezahlter "selbständiger sozialarbeiter". nur kleine nachteile in der weihnachtszeit. er eile von begegnung zu begegnung, halte festansprachen und spüre: "es predigt".

wir haben auf kv einen promovierten ev. theologen (rudolf). vllt. gibt er seinen senf dazu.

 niemand antwortete darauf am 27.12.13:
@ Lo
Die Mitglieder eines jeden Vereins müssen doch blechen, warum eigentlich verübelt man solches den kirchlichen
Vereinen? Die Mitglieder erwarten doch hier ebenso Leistungen: Gemeindearbeit, Messen, Taufen, Weihnachten,
Hochzeiten, Begräbnisse etc. Warum nur glauben diese,
all dies müsse umsonst geschehen? Schlimm sind sogar die, welche kein offizielles Mitglied sind und dennoch zu Weihnachten z.B. in die Mette rennen, um sich ein wenig
Atmosphäre zu ergaunern. Wenn ich kein Mitglied bin, dann nehme ich auch keinen Verein in Anspruch, ansonsten muss ich zahlen. Die Haltung mancher erinnert mich ein wenig an die welche sie den Gewerkschaften gegenüber pflegen: Den Lohn erkämpfen dürfen diese für alle [Der Tarif wird meist für alle übernommen] den Zahlemann sollen die Mitglieder jedoch alleine machen.
Eine Mentalität der Abstauber, die mir nicht gefallen will.
LG Irene

 loslosch schrieb daraufhin am 27.12.13:
sehr mondäne betrachtung. so richtig sie (tarifrechtlich) ist: viele zahlen (brav?) ihre kirchensteuer und tanken in der sauerstoffarmen mette die seele auf.

mir gings um den aufrechten glauben der priester. und da fehlt mir vielmals der glaube! na, siehste. lo

 TrekanBelluvitsh (27.12.13)
Wie soll Gott auch wissen, dass man ihn liebt, wenn man ihm nicht sein Geld gibt? Zahle jetzt (Diesseits), ernte später (Jenseits). Die Götter werden schon über uns wachen. Und dann erwarten sie uns: In Walhalla, Paradies, Nirwana oder jenseits des westlichen Meeres (das glaubten frühsteinzeitliche Völker im heutigen Irland).

Auf der anderen Seite: Sind wir mal ehrlich - es gibt doch Gänge, bei denen wir uns nicht vordrängen, den anderen gern den Vortritt lassen.

In diesem Sinne:
Nichts ist umsonst, noch nicht einmal das Sein, denn das kostet uns das Leben...

P.S.: Leben wir eigentlich, auch wenn wir nicht geboren wurden? Was sagt eigentlich Gott, Allah, Jehova oder Odin dazu, beim Teutates!?

 loslosch äußerte darauf am 27.12.13:
könntest du als text posten: liebt mich gott?

den anderen den vortritt lassen. ja. darüber schrieb schon ein römer (juvenal?) sinngemäß: nach dem tod steigt mein ruhm? ok, ich warte gern. der text ruht im köcher.
Graeculus (69)
(27.12.13)
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 loslosch ergänzte dazu am 27.12.13:
in seiner rhetorik beeindruckt er manchmal, in seiner wortmächtigkeit oft. in seiner philosophie ist er anstoß erregend. seneca, ein vorbild für opportunisten.
Graeculus (69) meinte dazu am 27.12.13:
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 loslosch meinte dazu am 27.12.13:
siehe s. 210f. der aphos. warum die das im deutschen ohne h schreiben, verstehe auch ich nicht. seneca, der machtmensch! in "Ad Polybium" bettelte er noch beim sekretär von claudius (was ich nicht thematisieren wollte), und nach dem komplott gegen claudius, von dem er zumindest wusste, war er mit der satire prompt zur stelle. an gerissenheit kaum zum überbieten.
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