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Waschtag, bevor es Waschmaschinen gab

Beschreibung zum Thema Alltag


von Regina

Sie steht um sechs Uhr auf. Sie geht in den Keller und holt Holz und Kohle. Dann schürt sie in der Waschküche den großen Ofen an, der das Waschwasser aufheizt. Sie begibt sich wieder in die Wohnung und bereitet das Frühstück für ihren Mann und die Kinder vor. Die größeren Kinder nehmen das Kleinste an die Hand und bringen es zum Kindergarten, der neben der Schule ist.
Jetzt hat sie selber Zeit, einen Kaffee zu trinken und ein Marmeladenbrot zu essen. Anschließend zieht sie eine Schürze und ihre hölzernen Waschhausschuhe an und trägt die schmutzige Wäsche in großen Weidenkörben zum Waschhaus. Sie nimmt einen Waschbottich und lässt kochend heißes Wasser einlaufen, das sie mit Seifenflocken vermengt. Zuerst kommen die Leintücher und die weiße Baumwollwäsche in den Bottich. Die Wäsche muss in der heißen Lauge einweichen und etwas abkühlen, bevor sie sie auf dem Waschbrett mit einer Bürste und Kernseife behandelt. Flecken behandelt sie mit Soda oder mit Gallseife.  Sie beginnt zu schwitzen, während sie im heißen Dampf steht und mit aller Kraft schrubbt und rubbelt. Alles riecht nach heißer Seifenlauge. Später kommt die bunte Wäsche dran, die nicht so heiß gewaschen wird und am Schluss die Wollsachen und die feineren Teile.
Während diese in der Waschlauge liegen, geht sie im nahe gelegenen Ladengeschäft Milch und Nudeln kaufen. Für die Kinder gibt es zum Mittagessen eine Nudelsuppe und Butterbrote. Mutter hat nicht so viel Zeit wie sonst. Sie geht wieder hinunter und spült nun die Wäsche mit kaltem, klaren Wasser, bis alle Seife ausgewaschen ist. Sie wringt die Teile kräftig aus. Anschließend spannt sie im Hof eine Wäscheleine und hängt alles auf. Ihr kleinstes Kind kommt dazu und spielt mit der Zinkwanne. Nachdem die beiden Großen ihre Hausaufgaben gemacht haben, spielen sie alle drei Waschtag, indem sie die Mutter nachahmen.
Sie gehen zum Sandkasten, der in Sichtweite der Wohnung ist. Dort sitzen andere Mütter mit ihren Kindern und stricken. Ganz selbstverständlich haben sie auch ein Auge auf alle Kinder, so dass die Mutter wieder ins Waschhaus zurückkehren kann, wo sie die Vorhänge zuzieht und nun in einer großen Zinkwanne selber ein Bad nimmt. Das Wasser hat jetzt gerade angenehme Badetemperatur. Sie wäscht auch ihre Haare und behandelt sie mit Essigwasser. Danach ist es Zeit, ein Abendessen vorzubereiten. Auch der Vater kommt nach Hause und die Familie nimmt gemeinsam das Essen ein. Sie bringt die Kinder ins Bett. Anschließend hängt sie die Wäsche ab, die noch etwas feucht geblieben ist. Das ist ideal zum Bügeln, was sie am nächsten Tag tun wird. Und sie muss auch die Wäsche flicken, die Socken stopfen und alles sorgfältig zusammengelegt in den Schrank räumen. Zum Ende des Waschtages gibt sie den Waschhausschlüssel bei der Nachbarin ab, die als nächste dran ist. Da ist noch Zeit für ein kleines Schwätzchen.
Urgroßmutter sinkt rechtschaffen müde, aber mit einem Gefühl der gründlichen Sauberkeit ins Bett.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von chichi† (80) (09.05.2014)
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Regina meinte dazu am 09.05.2014:
Danke für den Kommentar.
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AZU20
Kommentar von AZU20 (09.05.2014)
Schön beschrieben. Ich wühle auch gerade in der Vergangenheit und überlege, wie es meine Mutter nach dem Krieg machte. LG
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Regina antwortete darauf am 09.05.2014:
Wiederum danke für dn Kommentar. Ich freue mich, dass dir meine Texte gefallen.
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Kommentar von Mephobia (31) (09.05.2014)
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Regina schrieb daraufhin am 09.05.2014:
Danke. Ja, so war es, man war ganz Waschlauge.
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Kommentar von gaby.merci (61) (09.05.2014)
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Regina äußerte darauf am 09.05.2014:
Danke auch dir für dem Kommentar.
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Kommentar von Brainstorm (47) (09.05.2014)
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Regina ergänzte dazu am 09.05.2014:
Ja, meine Urgroßmutter hat es ihr Leben lang so gemacht.
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Brainstorm (47) meinte dazu am 09.05.2014:
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Regina meinte dazu am 09.05.2014:
Dafür rasen wir auf die Arbeit und holen die Kinder....und ...und...und..........aber das weißt du doch.........
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Jorge
Kommentar von Jorge (13.05.2014)
In dem Berliner Mietshaus, in dem ich mit meinen Eltern wohnte, war die Waschküche auf dem Boden.
Meine Mutter musste all die Verrichtungen, von denen du schreibst zwischen 1. Etage und 5. Etage bewältigen. Ein andrer Teil des Dachbodens wurde als Trockenboden benutzt. Auch hier gab es die Benutzung nur nach Voranmeldung.
Mit der fertigen Bett- und Tischwäsche ging meine Mutter dann in ein benachbartes Seifengeschäft zum Mangeln.
Dein Text rief Erinnerungen in mir wach.
Aber selbst vor vier Jahrzehnten, als ich schon einen eigenen Haushalt mit Kindern hatte, wurden die Windeln meiner Töchter noch in einem großen Waschtopf auf dem Gasherd gekocht. Man vergisst angesichts moderner Haushaltsgeräte schnell, wie schwer das Leben damals zu meistern war.
LG Jorge
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Kommentar von Graeculus (69) (13.10.2014)
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (29.08.2019)
Marmeladebrot -> Marmeladenbrot

"fleihen" habe ich nachgeschlagen, aber kein Eintrag gefunden.
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Regina meinte dazu am 29.08.2019:
Ich habe es gefunden, bei Nikarchive: "flaien" ist ein oberdeutscher Ausdruck für "spülen", habe ich nicht gewusst.", von lat. (f)lavare. Solange man noch mit der Hand wusch, war bei uns dieser Ausdruck in Gebrauch.

Antwort geändert am 29.08.2019 um 23:00 Uhr
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Hemisphären/Freie Gedanken und Meditationen.
Veröffentlicht am 09.05.2014, 6 mal überarbeitet (letzte Änderung am 29.08.2019). Textlänge: 472 Wörter; dieser Text wurde bereits 889 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 24.09.2019.
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