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Als Literat eine Niete, aber sonst ein guter Mensch

Essay zum Thema Kritik/ Kritiker


von EkkehartMittelberg

Wenn Literaturkritik süffisant ironisch wird, fühlt sich der Adressat meistens als Person betroffen. Falls er in einer Antwort zu verstehen gibt, dass er sich beleidigt fühlt, erhält er von dem Kritiker in der Regel die folgende Rückmeldung: Seine Aufregung sei unverständlich, denn die Kritik ziele ja nur auf ein fiktives Werk, seine sonstigen Qualifikationen als Mensch blieben davon unberührt.
Kein Zweifel, dass diese Argumentation logisch ist. Mich interessiert aber, ob sie fair und für den Kritisierten zumutbar ist.
Wenn jemand Literatur ins Internet einstellt oder als Buch veröffentlicht, möchte er Rückmeldungen zu dem literarischen Wert in weitestem Sinne haben und wenn diese nur darin bestehen, dass man ihm bescheinigt, unterhaltsame Trivialliteratur oder amüsanten Nonsens geschrieben zu haben.
Wenn man ihm sachlich nachweist, dass sein Text sub omnibus canonibus untauglich ist, hat er das zu akzeptieren, falls er dem Kritiker nicht Argumentationsfehler aufzeigen kann. Veröffentlichen ist nicht risikofrei.
Wenn der Literat aber ein Greenhorn ist und man ihm unfreiwillige Regelverstöße genüsslich aufs Brot schmiert, fühlt so einer sich oft beleidigt und diese Reaktion ist nicht logisch (siehe oben), aber ich denke, sie ist verständlich, weil er in diesem Moment mit der Trennung zwischen Literat und Mensch überfordert ist. Er keilt also aus, weniger deshalb, weil er kritisiert wird, sondern darum, weil er denkt, dass man ihn vorführt. Damit muss er nicht recht haben, weil es schwierig ist, dem Kritiker nachzuweisen, dass er ihn auf die Schippe nehmen wollte. Und selbst wenn dies dem Kritisierten gelingt, hat der Kritiker meistens die Lacher auf seiner Seite. Freunde schafft er sich als Zyniker jedoch nicht. Wenn ihm das nicht egal ist, braucht er von seiner Kritik nichts zurückzunehmen, aber er sollte vermitteln können, dass es ihm nur um die Sache geht. Das ist sehr schwierig, und darum ist Literaturkritik wie gute Literatur eine Kunst.
Januar 2018

 
 

Kommentare zu diesem Text


jennyfalk78
Kommentar von jennyfalk78 (29.01.2018)
Sag mal, bist du als Heil-Literatur-Kritiker buchbar?
Wäre wirklich schön! Vielleicht ja auch eine neue Lücke, im Starsup System. Ich habe dich jetzt bestellt!
Herzlichst die Jenny
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Liebe Jenny,
das Wort Heil-Literatur-Kritiker ist doppeldeutig. Wenn es sich um faschistische Literatur handelt, würde ich jeden begrüßen, der süffisant ironisch wird.
Aber du hast wahrscheinlich an einen konstruktiven Kritiker gedacht, der den Kritisierten nicht in den Senkel stellt. So versuche ich zu sein, bin aber meistens zu milde.
Herzliche Grüße
Ekki
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jennyfalk78 antwortete darauf am 29.01.2018:
Brüller! Bei Heil...nun ja, da war eher das Heilsame in meinem Kopf. So, muss erstmal den Schl+pfer wechseln. Habe Heil-Samen unter mich gemacht.
Herzlichst die Jenny
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Kommentar von matwildast (37) (29.01.2018)
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EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 29.01.2018:
Ja, danke, das ist der Idealfall, der manchmal von beiden Seiten erreicht wird, der aber keine Probleme macht.
Diese entstehen, wenn Kritik verletzt durch Eitelkeit auf beiden Seiten oder durch übergroße Empfindlichkeit auf der einen bzw. Kaltschnäuzigkeit auf der anderen Seite.
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Kommentar von NimbusII (42) (29.01.2018)
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Graeculus (69) äußerte darauf am 29.01.2018:
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NimbusII (42) ergänzte dazu am 29.01.2018:
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
@NimbusII und Graeculus: Ja, Heike, mit Kritik vernünftig umzugehen ist nicht leicht. Und sage mir keiner, die guten Kritiker könnten es besser. Man informiere sich darüber, wie Karl Kraus und Alfred Kerr, die vielleicht berühmtesten deutschsprachigen Literaturkritiker miteinander umgesprungen sind. Sie haben sich beleidigt bis zum Exzess. Von Sachlichkeit keine Spur, dumme Platzhirschkämpfe. Man kommt um die Selbstkritik nicht herum, wenn man sich in die Augen schauen möchte..
Schwierig wird die Sache, wenn man den Eindruck hat, dass es dem Kritiker um Selbstprofilierung auf Kosten des Kritisierten geht, und dieser Eindruck kann auch aus Eitelkeit entstehen. Dann wird die Kiste so verfahren, dass nur noch Humor und Selbstironie weiterhelfen. Vielleicht ist der durchgestrichene Text von Graeculus ein Versuch, die Diskussion mit Humor zu führen, denn unbestritten bleibt von seinem Text nur, dass wir letztendlich alle betroffen sind. Das wäre nicht das Schlechteste. Danke für eure Beiträge
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
@NimbusII und Graeculus: Ja, Heike, mit Kritik vernünftig umzugehen ist nicht leicht. Und sage mir keiner, die guten Kritiker könnten es besser. Man informiere sich darüber, wie Karl Kraus und Alfred Kerr, die vielleicht berühmtesten deutschsprachigen Literaturkritiker miteinander umgesprungen sind. Sie haben sich beleidigt bis zum Exzess. Von Sachlichkeit keine Spur, dumme Platzhirschkämpfe. Man kommt um die Selbstkritik nicht herum, wenn man sich in die Augen schauen möchte..
Schwierig wird die Sache, wenn man den Eindruck hat, dass es dem Kritiker um Selbstprofilierung auf Kosten des Kritisierten geht, und dieser Eindruck kann auch aus Eitelkeit entstehen. Dann wird die Kiste so verfahren, dass nur noch Humor und Selbstironie weiterhelfen. Vielleicht ist der durchgestrichene Text von Graeculus ein Versuch, die Diskussion mit Humor zu führen, denn unbestritten bleibt von seinem Text nur, dass wir letztendlich alle betroffen sind. Das wäre nicht das Schlechteste. Danke für eure Beiträge
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NimbusII (42) meinte dazu am 29.01.2018:
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Graeculus (69) meinte dazu am 21.02.2018:
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Kommentar von toltten_plag (42) (29.01.2018)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Lieber Park,
bekanntlich hat Tucholsky der satirischen Kritik alles zugestanden.
Es geht nicht darum, was der Kritiker darf, sondern um das, was er erreichen will.
Wenn er meint, dass bei dem Kritisierten alle Liebesmüh vergebens ist, wird er dessen Texte Zeitverschwendungr nennen, auch auf einem literarischen Forum. Aber man wird unterscheiden müssen, ob man es mit einem Profi-Autor zu tun hat oder nicht,, weil dieser die Methoden des literarischen Marktes kennt und weiß, dass ein Verris für den Kritisierten immer noch besser ist als Totschweigen. Das dachte wohl auch Reich.Ranicki, als er "Ein weites Feld" von Günter Grass lächerlich machte. Der Nobelpreisträger war deswegen sehr traurig, aber er konnte es wegstecken.
Aber auch Profis, die Prodis rezensieren, sollten bedenken, was sie wem zumuten können und sich prüfen, inwieweit ihr Urteil dem Zeitgeschmack unterworfen ist. Die Gruppe 47 ließ kein gutes Haar an der Todesfuge von Celan, und dieser, der wusste, welcher großartige Wurf ihm gelungen war, mied den Kreis seiner vernagelten Kritiker. Aber wir sind hier nicht die Gruppe 47, und unter uns ist wahrscheinlich kein potentieller Celan. Wir sollten uns langweilige Kritik leisten können. Aber ich weiß, manchmal pressiert es, da muss es raus, scheiß auf die Behutsamkeit.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Die ursprüngliche Antwort wurde am 29.01.2018 um 12:10 Uhr wieder zurückgezogen.
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toltten_plag (42) meinte dazu am 29.01.2018:
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.01.2018:
Du weißt schon, warum du dich so wie Reich-Ranicki in dem o. a. Beispiel hier nicht ausdrückst, denn die Diktion setzt die Nehmerqualitäten von Profis voraus. Die Amateure hier würden dich abstrafen, wenn du es versuchen würdest. Ich sehe das nicht anders,
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princess
Kommentar von princess (29.01.2018)
Lieber Ekki,

mir fällt hierzu Max Frisch ein: Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, dass er hineinschlüpfen kann - nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen. So wünsche ich mir Kritik.

Liebe Grüße
Ira
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Marjanna (68) meinte dazu am 29.01.2018:
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Gracie, liebe Ira, du kennst mir. Das Motto von Frisch übernehme ich gern. Freilich glaubt der mit seiner Kritik etwas verändern zu können. Manche wollen das nicht, oder sie haben die Hoffnung aufgegeben. Wenn sie dann sachlich bleiben und nicht zu Trollen mutieren, ist das ein Glücksfall.
Liebe Grüße
Ekki
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wa Bash meinte dazu am 29.01.2018:
dem stimme ich zu, genau die richtigen Worte: wie es in den Wald schallt, fällt mir dazu noch ein...
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Stelzie
Kommentar von Stelzie (29.01.2018)
Es gibt ein paar wenige gute Kritiker hier im Forum. Einer von ihnen bist du, lieber Ekki.
Liebe Grüße
Kerstin
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TassoTuwas meinte dazu am 29.01.2018:
s.u.

Antwort geändert am 29.01.2018 um 08:34 Uhr
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Merdi, Kerstin, das freut mich. Ich weiß aber, dass ich mit meiner betulichen Art auch einigen auf die Nerven gehe. Ich habe Glück, dass sie mich tolerieren.
Liebe Grüße
Ekki
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (29.01.2018)
Hallo Ekki.
es gibt noch Schlimmeres als eine schlechte Kritik.
Mit seinem Schreiben nicht zur Kenntnis genommen werden.
Dagegen kann man sich nicht wehren.
Herzliche Grüße
TT
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Wer sich wegen ironischer Kritik grämt, Tasso, sollte sich dein Wort klarmachen. Wie schlecht er auch geschrieben haben mag (oder auch nicht), der Kritiker ist nicht an ihm vorbei gekommen. Der Ignorierte jedoch war ihm Luft. Merci.
Herzliche Grüße
Ekki
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Kommentar von fdöobsah (54) (29.01.2018)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Ja, es stimmt, die Diskussion ist steinalt. Dennoch sollten sich literarische Foren, deren Mitglieder häufig wechseln, von Zeit zu zeit versuchen, sich darüber zu verständigen, wie sie mit Literaturkritik umgehen wollen. Das wird nicht zu verbindlichen Regeln führen, die ohnehin Kreativität beengen,, aber solche Diskussionen werden dem Kritiker ein paar Orientierungspunkte geben, welche Investiton sich lohnt, und den Kritisierten verdeutlichen, dass man sich nicht an allem, was heiß serviert wird, die Zunge verbrennen muss. Merci.
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AZU20
Kommentar von AZU20 (29.01.2018)
Da ist viel Wahres dran. Manche "Kritik" bringt man besser unter privat an den Mann oder die Frau. Da redet sich leichter. LG
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Danke, Armin, private Kritik hat auch den Vorteil, dass sich der Kritisierte nicht beschämt fühlen muss. Aber sie hat den Nachteil, dass die Erkenntnisvielfalt des Forums nicht genutzt wird.
Wenn dem Kritiker nichts an Eigenprofilierung liegt, aber viel am Fortschritt des Kritisierten, wird er diese Möglichkeit einbeziehen.
LG
Ekki
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (29.01.2018)
Ich möchte zu deinem das Problem sehr gut umreißenden Text nur zwei Dinge anmerken:
-) Ironische Literaturkritik können nur wenige.
-) Es gibt einen einfachen Grund, warum manche als literarische Niete erscheinen: Schreiben bedeutet Arbeit! Es ist kein Traum vom Kreativen oder dem süßen Kuss der Muse. Das ist bloß der Ausgangspunkt. Dann fängt die Arbeit an. Und um die drücken sich die meisten.Oder anders ausgedrückt: Viele Autoren sind einfach stinkefaul! So bleibt man wahrscheinlich nett, aber eben auch eine Niete.
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fdöobsah (54) meinte dazu am 29.01.2018:
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
@TrekanBeluvitch und fdöobsah: Ich stimme euch in einem Maße zu, dass die Tastatur klingelt.. Es gibt talentfreie Autoren, deren Überblick so gering ist, dass sie dies von sich selbst nicht wissen (können). Ich neige dazu, ihnen ihre Unschuld sanft zu nehmen. Aber wenn sie stinkefaul sind und ihren ersten ungeprüften Entwurf selbstbewusst raushauen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn ihnen ein paar Zacken aus dem Krönchen fallen.
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Habakuk
Kommentar von Habakuk (29.01.2018)
Mir persönlich ist jeder Kritiker willkommen. Wenn er schon nicht umwerfend schreiben kann, so sollte er doch wenigstens mitreißend reden können.

Gruß
H.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Lieber Habakuk,
Kritik ist eine so ernste Angelegenheit,, dass manchen schon die Züge erstarren, wenn sie nur das Wort hören.
Wie schön, wenn Kritik so umwerfend und die Replik darauf so mitreißend ist, dass Kritiker und Kritisierter gemeinsam lachen, weil sie wissen, dass Literatur auch die schönste Nebensache der Welt sein kann.
Danke und schmunzelnde Grüße
Ekki
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Kommentar von ZUCKERBROToderPEITSCHE (60) (29.01.2018)
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fdöobsah (54) meinte dazu am 29.01.2018:
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ZUCKERBROToderPEITSCHE (60) meinte dazu am 29.01.2018:
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
@Zuckerbrot oder Peitsche und fdöobsah
Liebe Barbara,
sollte man über einen Verriss hinweglesen? Es gibt Verrisse, die die Quittung dafür sind, dass man sich blöd verhalten hat.. Über sie hinwegzulesen, wäre saublöd. Da gebe ich fdö recht.
Freilich gab es in der Literaturgeschichte auch bösartige Verrisse unter dem Beifall von Idioten. Die sinnfälligsten Beispiele waren die antisemitischen Verrisse der Nazis. Ich kenne auch Verrisse, die auf solche abzielen, die mit der nicht wahrgenommenen Tarnkappe des Narren auftreten. Wie ich dich kenne, hattest du solche Beispiele im Auge.. Da hilft den Betroffenen nur: Man merkt die Absicht und steht darüber.
Liebe Grüße
Ekki
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ZUCKERBROToderPEITSCHE (60) meinte dazu am 29.01.2018:
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Ich sehe das auch so, denn Kritik ist ein Angebot, und es muss dem Kritisierten überlassen bleiben, ob er es nutezn will.
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Kommentar von Graeculus (69) (29.01.2018)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Lieber Graeculus,
ja, es ist eine große Herausforderung, und nur selten wird sie eingelöst. Unmöglich ist es nicht. Ich kenne ein paar positive bei kV veröffentlichte Beispiele. Wenn ich sie jetzt zitieren würde, hieße das, dass man die von der Kritik Betroffenen noch einmal vorführt. Das fände ich peinlich. Ich bin mir sicher, dass wir bald wieder so ein Beispiel hier lesen werden. Dann stelle ich den Bezug zu deinem Befund her. Danke.
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Kommentar von niemand (29.01.2018)
Was macht ein Schreiber [Dichter/Lyriker/Prosaist]
wenn es keinen Kritiker geben sollte? Er schreibt weiter.
Was macht ein Kritiker hingegen, wenn es keinen Schreiber
gäbe? Nichts, denn er braucht einen solchen um überhaupt etwas zu tun zu haben. Gleiches gilt für alle anderen Gebiete des Lebens,
wie zum Beispiel das der Musik. Grade heute habe ich eine dämlich und arrogante Kritik bezüglich eines klassischen Konzertes lesen dürfen und was man las, wenn man richtig las, war nur ein neidvolles Giftverspritzen. Mit lieben Grüßen, Irene
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Merci, Irene, am Anfang steht der Autor und nicht der Kritiker, ja.
Ich gestehe, dass ich Reich-Ranicki mehr geschätzt hätte, wenn er (seine Biografie ausgenommen) selbst als Dichter geschrieben hätte.
Nur wer selbst schreibt, kann die größten Schwierigkeiten eines Autors wirklich beurteilen.
Gibt es neidische Kritiker? Die wirklich guten werden es bestreiten, weil ihnen so etwas fremd ist. Aber es gibt auch Narzissten unter den Kritikern. Sie werden raffiniert versuchen, ihren Neid zu verstecken. Aber auf die Dauer gelingt das nicht.
Danke für den Hinweis auf das Allzumenschliche, Irene, das überall hineinwirkt und selbstverständlich auch in die Literaturkritik.
Liebe Grüße
Ekki
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Die ursprüngliche Antwort wurde am 29.01.2018 um 21:05 Uhr wieder zurückgezogen.
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Kommentar von Sabira (58) (29.01.2018)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Liebe Sabira,
von den drei Arten der Kritik, die du erwähnst, ist die dritte wohl die für alle interessanteste, wenn auch nicht erstrebenswert,. Die Verfasser solcher Kritik als Danaergeschenk entwickeln oft eine besondere Raffinesse, dass sie nur schwer zu entlarven sind, weil sie oft auch rhetorisch mit allen Wassern gewaschen sind.
Aber ich denke, dass es unter den von solcher Kritik Betroffenen ein stillschweigendes Einverständnis des Instinkts gegenüber der List gibt.
Arrogante Kritiker laufen sich tot, früher oder später.
Man sollte Kritik, die aufrichtig lobt, nicht verachten. Auch sie verlangt dem Kritiker etwas ab, wenn sie glaubwürdig sein soll.
Merci und LG
Ekki
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Lala
Kommentar von Lala (29.01.2018)
In Deinem kurzen Essay hat Du wichtige Punkte genannt und wie ich finde Dich intelligent sowohl in die Schuhe des Einen wie des Anderen gestellt. Da kann ich mir auch was rausziehen oder den ein oder anderen Schuh anziehen.

Allerdings, wie es der Zufall will, las ich gestern diesen Artikel;

http://www.zeit.de/2018/05/polemik-literatur-hate-speech-internet-uebertreibungen

Der Artikel hat die Überschirft: "Wer ist hier das Arschloch?"
Es handelt sich um eine Polemik von Maxim Biller. Interessant finde ich neben der Tatsache, dass mal jemand wieder für die intelligente Polemik Partei ergreift, folgende wie ich finde richtige Bestandsaufnahmen:

"Wollen Sie tatsächlich Donald Trumps nächtliche Twitter-Angebereien und antisemitische Facebook-Tsunamis, frauenfeindliche Tiraden und obszöne FSB-Propagandalügen mit den verbalen Ein- und Ausfällen eines Heinrich Heine, eines Karl Kraus oder frühen Henryk M. Broder vergleichen? Ja, genau das wollen Sie! Denn Sie hoffen und beten, dass dieser demagogische Vergleich "nachhaltig" – wie Sie sagen würden – ein Denken und Schreiben diskreditiert, das in Deutschland ohnehin nie sehr beliebt war, allen Börne- und Tucholsky-Preisen zum Trotz"

Der zweite Teil ist der interessante. Heute finden wir alle Tucho toll. Der Mann war - auch vor der Nazizeit - alles andere als beliebt. Heine kämpfte ein Leben lang um Anerkunng. Aber - auch sehr schön - das ist zum Glück kein deutsches Phänomen:
So schreibt Biller gleich zu Beginn:

"Wussten Sie, dass der große Aufklärer und noch größere Moral-Spindoktor Émile Zola für viele seiner Gegner nur ein kleiner, dreckiger Hassjournalist und Judenfreund war? "

Will sagen, diejenigen, die auf jede Kritik super dunnhäutig reagieren und keinen Funken Selbstironie besitzen, sollten ihre Regale von Heine bis Tucholsky befreien. Den Kanon von Reich-Ranicki dürfen sie gern behalten, denn der passt zu ihrem Streben nur stets das über alle Zweifel Gute und Erhabene, am Besten mit Goldeinband, um sich zu haben.
Allen anderen sei nochmal der "Schwanzvergleich" von Lichtenberg (ist bestimmt auch im Kanon) angedient:

http://gutenberg.spiegel.de/buch/-5741/1

Und zum Hintergrund:
http://www.deutschlandfunk.de/zum-200-todestag-von-georg-christoph-lichtenberg.700.de.html?dram:article_id=79451
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.01.2018:
Lieber lala,
es wäre in der Tat sterbenslangweilig, gäbe es es nur die Literaturkritik, die wie ein braver FAZ-Kommentar mit einerseits und andererseits, sowohl als auch, sei es dies, sei es das argumentiert.
Polemik und Invektive können wie frische Windstöße durch abgestandene Luft fegen. Ich denke, sie haben auch auf Literaturforen Liehhaber. Mir scheint auch, dass die Zahl echter Bewunderer für Heine, Tucholsky, Zola, Alfred Kerr, Karl Kraus und nicht zuletzt Lichtenberg hierzulande wächst. Vielleicht sieht Maxim Biller ein paar Spießer zu viel. Vielleicht bin ich aber auch ein optimistischer Träumer.
Wenn Polemik und Invektive als solche deklariert werden, dürfte eigentlich nichts schiefgehen. Man rechnet dann nicht mit Spitzweg-Romantik.
Ich habe nur ein Bedenken. Man sollte sich immer vor Augen führen, wo man sie einsetzt und gegen wen. Mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, wirkt lächerlich. Ich habe das schon erlebt, Momentan sage ich es nur prophylaktisch.
Ich danke dir sehr für deine anregenden Links.
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Veröffentlicht am 29.01.2018. Textlänge: 302 Wörter; dieser Text wurde bereits 441 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.09.2019.
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