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Die Konjunkdiva erzählt

Erzählung zum Thema Betrachtung


von EkkehartMittelberg

Ach, liebe Leser, wenn Sie wüssten, wie wohl ich mich fühlte, gäbe es noch die Zeiten, in denen alle Poeten und Bildungsbürger von meinen anmutigen Formen schwärmten. Sie liebkosten meine äs, ös und üs, drängen tief in meine Möglichkeiten ein und ergründeten meine letzten Geheimnisse. Sie läsen mir die Wünsche von den Lippen ab, bögen sich über meinen schönen Leib, flüsterten mir irreale Geheimnisse ins Ohr, lögen charmant wie Mephisto, bliesen meine Sinne zu immer neuen Varianten der Einbildungskraft an, flögen mit mir in nie geahnte Himmel und verlören sich in abgrundtiefer Leidenschaft.

Aber man schwämme in Selbstmitleid, gewönne keine Achtung und hülfe sich selbst nicht, dächte man nur larmoyant über die alten Zeiten nach.

Nein, seien wir offen für eine neue Zeit der Poesie. Stellen Sie sich vor, wir strichen alle alten Regeln und fingen wieder ganz von vorne an. Jetzt öffneten sich die Horizonte für mich, für alle nie gedachten Vorstellungen, für den Irrealis, der in der Welt des Konjunktivs nie gesehene Blüten triebe, für ungeahnte Wünsche, die alle Herzen verbänden. Alle Musen inspirierten natürlich mich. Taufrische Motive flössen in die Seelen der Dichter, unverbrauchte Themen fielen vom Himmel, die schönsten Klänge schlössen sich zusammen, Metren tanzten nach unerhörten Rhythmen, Reime schmiegten sich in lauschende Ohren, Kritiker sängen Hymnen und über allem schwebte ich in Seligkeit, die Konjunkdiva, die das Füllhorn aller Musen in verschlossene Seelen gösse.

Ach, geneigte Leser, ich stürzte in tiefe Verzweiflung – das reale Blei des Indikativs hängt an meinen Füßen und droht mich hinabzuziehen - wäre ich nicht sicher, dass einige von Ihnen mich trügen mit ihrer Sympathie in den leichten Lüften der Fantasie.
Liebe Leser, noch einmal möchte ich Sie treffen auf einem Ball der Linguisten. Wir tanzten, dass die Welt sich drehte, die Erdenschwere leicht verwehte und uns Unmögliches möglich schiene.

November 2019, überarbeitet

 
 

Kommentare zu diesem Text


IngeWrobel
Kommentar von IngeWrobel (19.11.2019)
Ach ja! *seufz* genauso wäre es...
Ich fühle mich ertappt!
Ein lieber Zwinkergruß von der Inge
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 19.11.2019:
Merci für Empfehlung und Favorisierung, Inge. ich vermute, dass du dich bei deiner Liebe für den Konjunktiv ertappt fühlst..
Liebe Grüße
Ekki
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IngeWrobel antwortete darauf am 19.11.2019:
Ja, genau: Im Alltag, zeitgemäß "real life" oder auch schlicht RL, lehne ich den Konjunktiv strikt ab – passt er nicht in mein Denken und Handeln.
Aber: Was machte mein "Dichterinnenherz" ohne ihn?
Der Konjunktiv und die Phantasie leben in einer symbiotischen Hass-Liebe-Ehe miteinander. Ohne diese Verbindung gäbe (ich schreibe vorsichtshalber nicht "gibt" ) es die Sehnsucht nicht, und ohne Sehnsucht keine zu Herzen gehende Literatur...
Grüßle!
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (19.11.2019)
Nicht traurig sein, Konjunkdiva. Die Dichter würden es vehement abstreiten, aber auch in der Posie gibt es selbstverständlich Moden. Darum brauchst du dir nicht zu wünschen, du würdest wiederkehren. Du wirst!
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EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 19.11.2019:
Danke, Trekan. Ich bin gespannt, ob der konjunktiv mit seinen starken Formen wiederkehrt. Ich vermute, dass den meisten die Überlegung zu lange dauert, wie die lauten und dass sie dann zu der Umschreibung mit würde+ Infinitiv greifen,.
LG
Ekki
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 20.11.2019:
Gerade in der Kunst/Kultur ist es ja so, dass die Protagonisten immer wieder nach etwas Neuem suchen. Nur gibt es davon nicht so viel. Wenn sie also alles durch haben, fangen sie wieder von vorne an. Und gerade Sprache ist ja sehr der Wandlung unterworfen. Darum: Sag niemals nie.
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EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 20.11.2019:
Ich lasse mich gerne überraschen.
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Sätzer
Kommentar von Sätzer (19.11.2019)
Wünsche darf man ja noch haben. Mit der Erfüllung haperts dann manchmal LG Sä
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 19.11.2019:
Gracias, Uwe, die Befürchtung habe ich auch. Andererseits möchte ich nicht in Pessimismus verfallen.
LG
Ekki
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LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (19.11.2019)
Hätte der Hund nicht geschissen, hätte der den Hasen gekriegt.
Wozu die Menschheit sich den Konjunktiv einfallen ließ, ich weiß es nicht. Wohldosiert kann ich ihn ertragen, überdosiert muss die Nachfrage erlaubt sein, was an der erlebten Wirklichkeit so schlimm ist, dass man sie derart verfälschen muss.
Ich behaupte mal, der Konjunktiv ist deutsch: Er unterstützt den Jammerdrang dieser Wohlbeleibten.


Lotta
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Artname meinte dazu am 19.11.2019:
"....Wozu die Menschheit sich den Konjunktiv einfallen ließ, ich weiß es nicht...."

Nun wo du es sagst, schliesse ich mich deiner Unwissenheit einfach an. Ich wüsste auch gerne, was wir für ewig verlören, verschwände unsere Konjunkdiva für immer. Mal abgesehen davon, dass noch zu klären wäre, wie sich das Klima entwickeln würde, ohne die Konjunkdiva. Ich rechne ja mit einer Abkühlung...
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 19.11.2019:
@ Lotta. Danke, meines Wissens hat die Konjunktiv vier Funktionen: 1. die referierte Wiedergabe, zum Beispiel bei Nachrichten, 2. der Ausdruck des Irrealen, siehe dein Beispiel mit dem Hund, 3. der Ausdruck eines Wunsches und 4. die Wiedergabe einer Vorstellung, zum Beispiel Eichendorff: "Und meine Seele spannte/ weit ihre Flügel aus/ flog durch die stillen Lande/ als flöge sie nach Haus." Das sind vier wichtige Leistungen. Dass auch Jammerer den Konjunktiv nutzen sei unbestritten.
Bliebest du mir gewogen, ich schätzte es, ungelogen.
@ Artname: Merci. Manche verlören gar nichts, außer ein paar Nuancen. Sie würden sie nicht vermissen.
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LottaManguetti meinte dazu am 19.11.2019:
Lieber Ekki, ganz so radikal, wie ich es ausdrückte, meinte ich es nicht. Natürlich nutze ich den Konjunktiv auch, weil er ab und an nötig ist. Was mich stört ist jedoch die "moderne" Art der Kommunikation, die jedwede Wahrscheinlichkeit auseinanderzurupfen versucht. Vielleicht habe ich deshalb ein wenig übertrieben.
Aber du verstehst ohnehin, was ich meine.

Lieben Gruß
Lotta
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Artname meinte dazu am 19.11.2019:
Ich will auch mal ernster werden. Es gab Zeiten, da beneidet ich die Amis um ihre pragmatische Sprache. Gerade der englischsprachige Konjunktiv benötigt ja extrem wenig Platz in einem Vers....

Aber in einer nüchternen Welt wird mE zu wenig geplaudert. Die gesprochenen Worte balancieren ja nicht nur das Semantische, sondern auch die Gefühle. Gerade unsere zurückhaltende Konjunktdiva zwingt letztlich Jeden zum Hinhören. Ist also eine geborene Dichterin! Je älter ich werde, umso mehr mag ich sie...

Antwort geändert am 19.11.2019 um 12:52 Uhr
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 19.11.2019:
Lieber Artname, das halte ich gerne fest, die Konjunkdiva als geboren Dichterin.
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Didi.Costaire
Kommentar von Didi.Costaire (19.11.2019)
Ein schöner Ausflug in die guten alten Zeiten mit ihren hübschen Schnörkeln, ein wenig weg von der Nüchternheit der Mainstream gewordenen Indi-Poesie, interessant und fachkundig erzählt. Gefällt mir!
Beste Grüße, Dirk
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 19.11.2019:
Vielen Dank, Dirk, Vielleicht haben Poesie und Konjunktiv eines gemeinsam: Sie schärfen den Sinn fürs Mögliche.
Beste Grüße zurück
Ekki
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (19.11.2019)
Hallo Ekki,
der Konjunktiv hat Konjunktur, aber keine Zukunft. Die ist in die Hände der Technokraten gefallen..
herzliche Grüße
TT
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 19.11.2019:
Merci, deine Prognose könnte zutreffen, Tasso. Mich würde allen Ernstes interessieren, inwieweit der Konjunktiv in den Protokollen von Diplomatengesprächen noch vorkommt.
Herzliche Grüße
Ekki
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Sin meinte dazu am 19.11.2019:
Tasso, geiler Kommentar! Da schließe ich mich einfach nur an, denn besser hätte ich es auch nicht auf den Punkt bringen können. Ekki, die Konjunkdiva ist dir gut gelungen. LG Sin
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 19.11.2019:
Lieber Sin, da du die Meinung von Tasso bestätigst, möchte ich ein bisschen genauer sein. Ich behaupte, drei Funktionen des Konjunktivs werden auch in Zukunft bleiben, der Konjunktiv als referierte Wiedergabe, zum Beispiel von Nachrichten, der Konjunktiv als Ausdruck von Irrealität und der konjunktiv zur Äußerung von Wünschen. Nur die vierte Funktion, die poetische, der konjunktiv als Ausdruck von Vorstellungen wird unter dem Einfluss von Technokraten geringer werden. Vielen Dank, dass ihr mir die Gelegenheit gegeben habt, das zu klären.
Beste Grüße
Ekki
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (19.11.2019)
Ich liebe den Konjunktiv II!

In keiner anderen Form kann man derartig elegant Irrealität und Potentialität ausdrücken, also den gedankliche Konstruktionen über etwas Vorgestelltes, vielleicht gar nicht Existierendes Ausdruck verleihen. Und das sogar auf verschieden Zeitebenen.

Eigentlich genau unser Ding, ihr Dichter!

Gruß
der8.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 19.11.2019:
Lieber Pico,
dem habe ich nichts hinzuzufügen außer einem grazie especiale.
Beste Grüße
Ekki
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eiskimo
Kommentar von eiskimo (19.11.2019)
Voll schwul, diese Tütü-Verbformen. Aber für schnulzige Texte nicht schlecht.
Ich hatte Spaß dran
vG
Eiskimo
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 20.11.2019:
Danke, Eiskimo, Hauptsache, du hattest Spaß. Martin Luther wäre sicher auf die Palme gegangen, wenn er sich in der schwulen Ecke wiedergefunden hätte: "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele."
LG
Ekki
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eiskimo meinte dazu am 20.11.2019:
Ich belausche gerne jüngere Leute. Für die ist "schwul" oft synonym mit komisch, kompliziert, übertrieben.
Französisch z.B. sei eine schwule Sprache. Und der Konjunktiv erst!
lG
Eiskimo
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 20.11.2019:
Das habe ich nicht gewusst,, Eiskimo.. Für interessante Informationen bin ich immer offen.
LG
Ekki
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 20.11.2019:
Das habe ich nicht gewusst,, Eiskimo.. Für interessante Informationen bin ich immer offen.
LG
Ekki
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (19.11.2019)
Lieber Ekki,

es ist schon ein Jammer mit den Konjunktiven. Ich weiß es, du weißt es besser. Ich sehe auch keinen Bezug zu meinem gestrigen Gedicht, höchstens ein auslösendes Moment. Dennoch: Irgendwann werde ich meinen letzten Satz, wohin oder wem auch immer, geschrieben haben (Futur II und Konjunktiv I), und was dann? Dann werde ich mich beruhigt haben oder beruhigt worden sein (Vorgangspassiv, ansonsten wie vor), und alles wird gut. (Oder gewesen sein oder wieder werden, wer weiß?). Jedenfalls erhoffe ich mir eine Diva, Muse oder ein anderes freundliches Wesen, das mir Mut macht, mich weiter umständlich ausdrücken zu dürfen oder verstanden zu werden oder für umständlich Ausgedrücktes verständlich geschrieben (k)einen Grund gefunden habend (Rühmkorf), damit du oder ein anderer geneigter sichselbstbestimmendgeschlechtlicher Leser es verwerten kann oder auch nicht.
Das Licht, das deine Zeilen auszustrahlen sich anschickten, sei mir Ansporn und ohne Ausflucht suchend sich vergrabend (R.) ein Ruhepolster, das die Zeiten überdauert.
Herzlich grüßt dich Gil.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 20.11.2019:
Lieber Gil, deine Zeilen zeigen mal wieder, dass du in der Sprache, deinem Lebenselixier, schwimmst, und wer nicht liebevoll mit ihr umgeht, der gräbt dir das Wasser ab.. Ach, wenn es dir doch täglich rein und sauber wie zu einemerfrischenden Bade zuflösse.
Mit Dank und herzlichen Grüßen
Ekki
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Kommentar von Agneta (62) (19.11.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 20.11.2019:
Merci, Monika, meine ehemaligen Gymnasialschüler wissen mit der Diva umzugehen. Aber ich habe auch auf der Hauptschule unterrichtet. Da hatte ich keine Zeit für sie.
LG
Ekki
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (19.11.2019)
Der alte und zugleich zeitlos junge Ekki ist wieder voll da. Ich freue mich sehr, ein Zeugnis desselben hier nachlesen zu dürfen!
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 20.11.2019:
Hahaha, Dieter, "zeitlos jung" gefällt mir. Übrigens juckt mir in letzter Zeit häufiger das Fell. Ich konsultierte darauf meinen Hautarzt, der mir sagte; "Machen Sie sich nichts daraus, Herr Mittelberg, es ist die Patina, die so juckt. Irgendwann gewöhnt man sich daran.
Vielen Dank für deine freundlichen Zeilen
Ekki
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Al-Badri_Sigrun
Kommentar von Al-Badri_Sigrun (20.11.2019)
Guten Morgen, lieber Ekki,

mein Herz, es wäre leichter, könnte ich die Konjunkdiva trösten. Ich würde ihr, ginge es nach mir, ein Denkmal setzen wollen.

Mit seufzenden Grüßen
Sigi
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 20.11.2019:
Vielen Dank, Sigi, wenn sie von deinem Wunsch erführe, sagte sie vielleicht, wir sollten sie täglich fleißig nutzen, das wäre das schönste Denkmal für sie.
Liebe Grüße
Ekki
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Kommentar von Regina (21.11.2019)
Dieser Modus, der sich im labilen "Vielleicht" oder in der Irrealität bewegt, im Reich der Verstorbenen oder der Träume und Wünsche, im Ungewordenen oder Unmöglichen, ist für mich eines der interessantesten Grammatikkapitel der deutschen Sprache, das in anderen Sprachen fast fehlt. In der Literatur sollten wir ihn behalten, auch wenn er im Alltag abbaut. Noch immer geläufig sind allerdings Höflichkeiten im Konjunktiv "Könnten Sie bitte das Fenster öffnen?" oder Konditionalsätze mit "Würde".
"Angela Merkel wusste um 1989 noch nicht, dass sie einmal das Land regieren würde." In diesem Satz dient der Konjunktiv als Futur aus der Perspektive der Vergangenheit. Wer den Konjunktiv nicht kapiert, hat die deutsche Sprache nicht ganz verstanden. LG Gina
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.11.2019:
Liebe Regina,
ich danke dir für zwei Feststellungen: für das Festhalten am Konjunktiv in der Poesie und für die Hervorhebung des Konjunktivs als eines charakteristischen Merkmals deutscher Sprache.
Liebe Grüße
Ekki
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Habakuk
Kommentar von Habakuk (21.11.2019)
Hätte ich nicht sofort erkannt, dass es sich bei deinem Text dieses Mal nicht um einen Aphorismus handelt, dann hätte ich vermutlich auch keinen Kommentar geschrieben. Insofern hat der Konjunktiv auch hier seine Finger mit im Spiel gehabt.

BG
H.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.11.2019:
Vielen Dank, Habakuk, den ich auch dem Konjunktiv ausrichten werde.
LG
Ekki
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AvaLiam
Kommentar von AvaLiam (22.11.2019)
Psychologisch gesehen, fühle ich mich besser mit der deutlichen Reduzierung des Konjunktives in meinem Leben. Linien sind grader, Schritte selbstbewusster, Entscheidungen deutlicher.

Ich war ziemlich radikal mit der fast vollständigen Vertreibung, stellte ich beim Lesen fest. Gut, ich brauchte das, eine Weile.

Vielleicht ist es jetzt Zeit,die Sprachfesseln wieder etwas zu lösen, denn wenn - nein - wie ich es noch mal lese und noch mal und noch mal, ja, da merk ich schon, dass mir etwas WESENtliches fehlt - etwas Glanz, etwas Glorie, etwas Phantasie - und sich in deinen Worten findet.

Würde es dich nicht geben, wäre mir das vielleicht nie aufgefallen. Und was entgänge mir an Bildern und Möglichkeiten, zöge ich sie nie Betrachtung.

Möge mein aufrichtiger Dank und der der Konjunkdiva gebührende Respekt sich auch in zukünftigen Zeilen finden.

herzlich - Ava
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.11.2019:
Grazie für deine liebenswürdigen Zeilen mitsamt Bewertung, Ava. Welcher Poet hat sich nicht in seinem Leben vom Konjunktiv ab dem Indikativ zugewandt, um am Ende doch wieder an das fantasievolle Herz der Konjunkdiva zurückzukehren.
Herzliche Grüße
Ekki
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Veröffentlicht am 19.11.2019. Textlänge: 301 Wörter; dieser Text wurde bereits 199 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 30.03.2020.
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